Bericht und Bilder Oktober Gruppe2 D-1

Am 10.10. in Tokyo

Gruppe 2 ist heute früh pünktlich gegen 8 Uhr mit dem Airbus A 380 in Narita gelandet. 

Mit S-Bahn und Taxi fuhren wir zum Hotel. Wir haben alle die Reiseberichte von Gruppe 1 gelesen und sind vor Fehlern gewarnt. Bei uns hat also keiner etwas im Taxi vergessen. Mit unserer kleinen Gruppe geht das Anmelden im Hotel schnell. Gegen 13 Uhr waren wir schon unterwegs zum Asakusa-Kannon-Tempel. Heute ist hier ein offizieller Feiertag - der Tag des Sports, in Erinnerung an die Eröffnung der Sommerolympiade 1964 in Tokyo. Es waren also auch bei uns Menschenmassen unterwegs, die den freien Tag und das schöne sommerliche Wetter für einen Ausflug nutzten. Wir sind dann noch von Asakusa mit der Tobu-Bahnlinie zum Tokyo Sky Tree gefahren. Zurück nach Asakusa sind wir zu Fuß gelaufen, obwohl bei einigen die Füße doch schon recht weh taten. Aber am Abend hatten sich die meisten so gut erholt, dass sie noch einen kleinen Abendspaziergang machen konnten. Damit hätten wir heute unser Sportsoll erfüllt.

Am 11.10. in Tokyo

Heute stand Stadtbesichtigung auf dem Programm. Vormittags: Kaiserpalast und Meiji-Schrein. Nachmittags: Ginza und Ameyoko-Markt.

Wahrscheinlich hatten sich die Touristen gestern am Feiertag alle ausgetobt, denn heute früh war es überall recht still. Am Kaiserpalast waren wir fast allein. Das war nach dem gestrigen, etwas hektischem Tag sehr erholsam. Im Hibiya-Park wurden wir freundlich gebeten, uns eine kleine Pflanzenausstellung anzusehen. Das waren Wildgräser-Bonsais. Was es doch alles gibt! Die Hobbygärtner hatten wirklich kleine Kunstwerke geschaffen. 

Am Meiji-Schrein war es zwar auch still, aber es war viel los. Stolze Eltern präsentierten ihre süß herausgeputzten Kinderchen, die zum 3-5-7-Fest den Schrein besuchten. Und außerdem konnten wir drei Hochzeitsgesellschaften bewundern. 

Ihr lieben Daheimgebliebenen, Ihr könnt Euch auf tolle Fotos freuen.

An der Ginza verging die 1 Stunde Freizeit auch wie im Flug. Auch prominente Leute machen einen Ginza-Bummel. Eine Frau aus unserer Gruppe hatte Sebastian Vettel entdeckt, der mit Begleitung an uns vorüberlief.

Gegen 16 Uhr war in Ueno am Ameyoko-Markt das offizielle Programm zu Ende.

Und es wurden schon viele Pläne für den Abend geschmiedet.

 

Am 12.10. in Kamakura

In meiner kleinen Gruppe haben sich bisher leider noch keine Reiseberichtschreiber gemeldet. Mit dem Freiwilligendienst ist das eben so eine Sache. Also schreibt heute wieder, wie jeden Tag, die Reiseleiterin selbst. 

Heute hat die Gruppe 2 den Ausflug nach Kamakura gemacht. Das Wetter war sehr schön, fast zu warm. Am Morgen, noch bei frischen Temperaturen, waren wir in Nord-Kamakura im Engakuji, einer buddhistischen Zen-Tempelanlage. Hier kann man Sitzmeditation machen. Dazu hatten wir leider keine Zeit. Aber ein Mann aus unserer Gruppe hatte entdeckt, dass in einem Tempel Bogenschießen Kyudo geübt wurde, und da durften wir zusehen. Das war ein besonderes Erlebnis.

Am Mittag in Kamakura im Tsurugaoka Hachimangu Schrein waren auch heute wieder viele stolze Eltern, die nach Shinto-Brauch mit ihren neugeborenen Babys und den 3-,5- und 7jährigen Kindern den Schrein besuchten, um den Segen für ihre Kinder zu erbitten.

Am Nachmittag sind wir nach Hase gefahren zum Daibutsu, dem Großen Buddha, und zum Hasedera, dem Hase Kannon-Tempel. Heute war an vielen Schulen Wandertag, denn mit uns waren viele Hundert Schüler unterwegs.

Es war ein schöner Tag, aber auf dem Rückweg haben alle nach japanischer Art im Zug geschlafen. Alle freuen sich auf die nächsten beiden Tage und die Erholung an der Küste.

Die Reiseleiterin freut sich ganz besonders, weil es in der kleinen Pension kein Internet gibt.

 

Am 13./14.10. in Futo

Den 13. und 14. 10. haben wir in einer kleinen Familienpension in Futo verbracht. Wir wurden von dem Wirtsehepaar herzlich begrüßt, liebevoll betreut und köstlich bewirtet. Wir haben gelernt, wie man Betten baut, wie man badet, welche Soße zu welchem Hauptgericht gehört und vieles mehr. Wir haben bei heißem, etwas schwülem Sommerwetter die gleichen schönen Wanderungen wie Gruppe 1 gemacht. 

Ich möchte heute aber von einem ganz besonderen Erlebnis berichten.

Wir hatten die Gelegenheit, an den beiden Abenden im Gemeindeklubhaus bei Proben zu dem großen Schreinfest des Mishima-Schreins von Futo dabei zu sein.

Eine Frau aus unserer Gruppe hatte zufällig am ersten Abend in der Ferne Trommelklang gehört. Als ich unsere Wirtsfrau danach fragte, war sie gleich bereit, uns hinzuführen. Das war immerhin schon kurz vor 21 Uhr. Am ersten Abend sahen wir zu, wie 25 junge Männer einen rituellen Tanz mit Gesang übten, mit dem am Meeresufer um Gottes Segen gebetet wird

Am zweiten Abend probten die Musikgruppen und wir wurden aufgefordert, es doch auch selbst einmal zu versuchen. Unter fachmännischer Anleitung haben meine Reisegäste getrommelt, geflötet und gelernt, wie man eine Löwenmaske aufsetzt und sich damit bewegt. Bei alledem wurde viel gelacht, und es wurden viele Fotos gemacht. Das waren 2 wunderschöne Abende. Schade, dass wir beim Schreinfest nicht dabei sein können. Und unsere Wirtsleute waren ganz glücklich, dass das kleine Futo uns etwas von der japanischen Kultur zeigen konnte.

Am 15.10. in Hakone

Unser Ausflug nach Hakone. Schon in der Nacht hatten taifunartiger Wind und Regen eingesetzt. Sollte der Ausflug nun ins Wasser fallen?

Als ich in Atami die Tickets kaufte, wurde mir auf meine Frage versichert, dass Schiff und Seilbahn in Betrieb sind. Doch als wir in den Bus stiegen, fragte der Busfahrer, was wir denn in Hakone wollten, wo doch Schiff und Seilbahn wegen Sturm den Betrieb eingestellt hätten. Aber als er hörte, dass ich die Tickets eben gerade gekauft hatte, hat er sofort in der Verkaufsstelle angerufen und dafür gesorgt, dass ich die Tickets zurückgeben konnte. Doch was sollten wir nun machen? Ich habe entschieden, dass wir mit einer Bustageskarte doch nach Hakone fahren. Die Reise ging also los. 1 Stunde im Nebel, Null Aussicht. In Hakone wurden wir von einem Regenguss begrüßt. Wir sind dann erst mal in das Zollstationsmuseum gegangen. Das ist wirklich liebevoll nachgebaut und eingerichtet worden. Es gibt auch ein gutes englisches Begleitheftchen dazu. Der Regen hatte dann fast aufgehört, und wir sind auf der Zedernallee nach Moto-Hakone gelaufen. Die Stimmung war etwas gedrückt. Das Museum und die alten Bäume sind vielleicht für junge Leute doch nicht so interessant. Und dann kam der rettende Vorschlag, mal eine heiße Nudelsuppe zu essen. Wir fanden auch ein billiges gutes Restaurant. Danach hatte sich die Laune bei allen gebessert und wir sind zum Hakone-Schrein gelaufen. Der Besuch dort hat sich wirklich gelohnt, wie vielleicht auch aus den Fotos zu sehen ist.

Jetzt sitze ich hier in Mishima im Hotelzimmer in der 13. Etage. Theoretisch könnte ich morgen früh von meinem Zimmer aus den Fujisan sehen, aber nur theoretisch.

Am 16.10. in Hiroshima

Das Fujisan-Drama: 7.30 Uhr Blick aus dem Hotelfenster in Mishima - Dicke Wolken, Fujisan nicht zu sehen. 9.30 Uhr: Treffen am Bahnhof - Aufgelockerte Bewölkung, aber Fujisan nicht zu sehen. 9.48 Uhr: Abfahrt mit dem Shinkansen - Blick aus dem Fenster, Fujisan nicht zu sehen. 9.52 Uhr: Letzter Blick zurück - Der Fujisan zieht seinen Wolkenschleier zurück als wollte er sagen: Ätsch, hier bin ich. Nun in Windeseile Kamera hervorgeholt und schnell ein Foto versucht. 

Danach konnten wir beruhigt unsere Shinkansen-Fahrt nach Hiroshima genießen.

Am Nachmittag sind wir durch den Friedenspark gegangen und haben uns die Gedenkstätten für die Opfer des Atombombenabwurfs angesehen und das Friedensmuseum besucht.

Am Abend haben wir die Spezialität von Hiroshima, Okonomiyaki, probiert. Die Chefin von dem kleinen Laden begrüßte mich mit Hallo. Sie erinnerte sich, dass ich im August einmal bei ihr gegessen hatte. Es können also noch nicht viele Ausländer unterwegs sein.

Am 17.10. Ausflug nach Miyajima

Heute stand der Ausflug nach Miyajima auf unserem Programm. Wir absolvieren immer das gleiche Programm wie Gruppe 1. Der Unterschied liegt nur im Wetter. Und das war heute sehr gut, nicht so warm und nicht sehr sonnig, aber trocken und windstill. Zuerst waren wir im Itsukushima-Schrein. Das Torii haben wir heute nur im Wasser gesehen. Die Ebbe setzte erst ein, also wir schon nach Hause gehen mussten. Danach waren wir im Daishoin, einem Tempel des Shingon-Buddhismus. Im Daishoin hatte schon ganz zart die Laubfärbung eingesetzt. So richtig rot werden die Blätter aber erst im November. Am Misen-Berg hat sich unsere kleine Gruppe auch aufgeteilt. Einige sind mit der Seilbahn gefahren, und drei Tapfere haben es zu Fuß bis auf den Gipfel geschafft. Ich (die Reiseleiterin) musste auch auf den Misen-Berg steigen, weil ich für Herrn Koyama immer ein Beweisfoto machen muss, dass alles programmgemäß verläuft. Beim Abstieg hatte ich mich etwas vertrödelt. Am Abend erzählten mir meine Reisegäste, dass am Nachmittag noch eine Hochzeit im Itsukushima-Schrein war, bei der auf der No-Bühne ein Maskentanz aufgeführt wurde. Das hätte ich auch gern gesehen. Aber es ist immer so, dass die Reisegäste viel mehr sehen als der Reiseleiter, und das ist ja auch gut so.

 

Am 18.10. in Takamatsu

Heute sind wir nach Takamatsu, das auf der kleinsten der japanischen Hauptinseln, auf Shikoku liegt, weitergefahren. In Hiroshima hat es uns gut gefallen. Auch das Hotel war prima - leckeres Frühstück und sehr freundliche Angestellte. Wir wurden heute früh sogar mit dem Auto zum Bahnhof gefahren.

Das Wetter war heute sehr schön, 22 Grad und strahlend blauer Himmel. Leider konnten wir das gar nicht so richtig ausnutzen. Einen halben Tag sind wir mit dem Zug gefahren, und den Nachmittag haben wir in der Einkaufspassage verbracht. Die Ladenpassagen hier sind kilometerlang. Meine Fotos zeigen nur eine klitzekleine Auswahl, was man hier alles so sehen und kaufen kann. Die Anzahl der Fotos von einem Tag sind immer auf 10 beschränkt. Das ist schade, denn ich hatte 30 interessante Läden fotografiert.

Die Wahl des Abendessens fällt dagegen leicht, denn es gibt in allen Restaurants hauptsächlich ein Gericht - dicke Udon-Nudeln, allerdings in vielen Variationen. Aber alle lecker und billig.

Am 19.10. Ausflug nach Kotohira

Heute war richtiges Wanderwetter - 22 Grad und frische Luft, ideal für unseren Ausflug zum Kompira-Schrein. Allen machte das Treppensteigen keine Mühe, und so hatten wir ziemlich schnell die 758 Stufen bis zum Hauptschrein bewältigt und wurden mit herrlicher Fernsicht bis zur Seto-Ohashi-Brücke belohnt. Beim Weg zum Inneren Schrein (610 Stufen) allerdings konnten wir nicht in geschlossener Formation wie Gruppe 1 auftreten. Es waren nur 6 Leute einzeln nach oben gegangen, wobei der Erste allerdings 2mal hochgelaufen ist, zum einen aus Sympathie und zum anderen weil er die beiden Tengu-Berggeister in der Felswand nicht gesehen hatte.  

Am Nachmittag waren wir im Ritsurin-Park, einem vor über 200 Jahren angelegten Landschaftsgarten. Der Garten ist berühmt für seine Kiefern. Alles ist üppig grün, Farbtupfer sind nur die Menschen, die im Garten herumgehen, die roten Brücken und natürlich die Koi-Karpfen. Heute waren nicht viele Menschen unterwegs, so dass man sich im Garten gut erholen konnte.

Am 20.10. Ausflug nach Megijima

Heute standen wieder Ausflug und Wanderung auf dem Programm. Eine 3-wöchige Koyama-Reise ersetzt locker ein Jahresticket in einem Fitness-Studio. 

Heute war eigentlich kein Wanderwetter - hochsommerlich heiß, keine Wolke am Himmel. Doch alle sind bis auf die Aussichtsplattform hinaufgeklettert. Dort haben wir im Schatten eine lange Rast gemacht. Im Rasthaus am Eingang zu den Teufelshöhlen sind wir auch wie Gruppe 1 mit Tee bewirtet worden.

Die Insel Megijima heißt auch Onigashima (Teufelsinsel), weil der Legende nach in den Höhlen Dämonen gelebt haben sollen. Bei Kindern ist diese Insel sehr beliebt, spielt doch eine wichtige Szene des Volksmärchens "Momotaro" hier auf dieser Insel. Momotaro, der kleine Pfirsichjunge, hat hier auf der Insel die bösen Dämonen besiegt und deren Schätze mit nach Hause genommen und als Dank den Eltern geschenkt. 

Die meisten Leute von meiner Gruppe sind schon 13 Uhr mit der Fähre zurückgefahren, was ich sehr schade fand. Nur 2 sind mit mir auf der Insel geblieben. Wir haben uns am Strand erholt, viel erzählt und geträumt. Außerdem haben wir einen Japaner kennengelernt, der vor einem Jahr als Aussteiger hierher gekommen ist und eine Pension betreibt. Er hat erzählt, dass jetzt auf der Insel etwa 190 Menschen leben, darunter 5 Kinder.Der große Kindergarten steht leer, die Schule geschlossen. 65 % sind über 70 Jahre alt. Dieser Mann war so einsam und froh, sich mal mit Fremden auf Englisch unterhalten zu können. Er ist extra zum Hafen gelaufen, um uns bei der Ausfahrt winken zu können.

Wie wird die Zukunft dieser kleinen schönen Insel aussehen?

Am 21.10. in Juso/Osaka

Von Takamatsu aus sind wir mit der Jumbo-Ferry nach Kobe gefahren. Die Fahrt dauerte 4 1/2 Stunden und führte durch die zauberhafte Seto-Inlandsee, vorbei an der Insel Shodoshima und der Akashi-Kaikyo-Hängebrücke. Mit der S-Bahn ging es von Kobe nach Osaka/Juso zu unserem Hotel. Und da teilte sich unsere Gruppe wieder auf. Wir sind jetzt schon in der 2. Hälfte unserer Reise, und da möchten sich alle noch ihre eigenen Wünsche erfüllen. Deshalb fuhren einige nach Kyoto zum Fushimi-Inari-Schrein, andere waren in Osaka/Umeda und sind dort mit dem großen Riesenrad, das auf einem Haus steht, gefahren. Und die Gruppe 3 ist programmgemäß nach Suita zur Asahi-Brauerei gefahren. Nach der Besichtigungstour war kostenloses Probetrinken, in 20 Minuten durfte man 3 Glas Bier trinken. Wenn wir ein Wetttrinken mit den Japaners gemacht hätten, hätten wir Deutschen verloren. Alle Japaner tranken schneller als wir. Wir waren die Letzten im Raum.

Am Abend gab es dann noch einmal Bier. Herr Koyama spendete ein Abendessen mit Bier als Dank dafür, dass die Reisegäste in diesem schwierigen Jahr mit seiner Firma nach Japan gefahren sind.

Ob es nun an dem vielen Bier lag oder an der lockeren Atmosphäre in Juso, jedenfalls wurden meine Reisegäste plötzlich sehr unternehmungslustig. Sie wollten alle zusammen noch zum Karaoke oder zum Pachinko oder zu beiden gehen. Ich bin ja mal auf die Erzählungen morgen früh gespannt.

Am 22.10. in Nara

Heute wollten wir zum Jidai-Matsuri nach Kyoto fahren. Doch der Wetterbericht gestern hatte große Regenfälle vorausgesagt, und bei Regen wird das Fest verschoben. Also, heute morgen gleich ins Internet geschaut, und wirklich, der Heian-Schrein meldet: Das Fest wird auf den 23.10. verschoben. Das soll wohl seit der Gründung des Festes vor 116 Jahren (1895) das erste Mal sein, dass das Fest verlegt werden muss.

Für unsere Gruppe ist das kein so großes Problem. Wir haben unser Programm umgestellt und sind nach Nara gefahren. Auch für Nara war Regen angekündigt. Doch hier hat sich wohl das Wetteramt komplett geirrt. In Nara fiel kein Tropfen Regen. Es war sehr heiß und sehr schwül, so dass manchmal das Laufen schwer fiel. Viele Schulkinder und auch viele Ausländer waren unterwegs. Aber im Todaiji waren nur wenige Leute, so dass wir uns in Ruhe den Großen Buddha anschauen konnten und zusehen konnten, wie  2 Reisegäste aus unserer Gruppe durch die große Säule gekrochen sind. Was macht man nicht alles für Glück und langes Leben. Nach dem beschaulichen grünen Nara haben wir auf der Heimreise noch einen Zwischenstopp in Osaka-Namba gemacht. Den Trubel, der dort herrschte, muss man einfach mal gesehen haben. Solche Menschenmassen sehen wir in Deutschland in den Städten eigentlich nur in der Vorweihnachtszeit.

In Osaka fing es an zu regnen.  Hoffentlich findet das Fest nun morgen statt.

Am Abend werden Gruppe 1 und 2 von Herrn Koyama zu einem Bierchen eingeladen.

Am 23.10. in Kyoto

Auf unserer Fahrt nach Kyoto zum Jidai-Matsuri machten wir in Yamazaki einen Zwischenstopp und gingen zum Frühschoppen in die Suntory-Whiskybrennerei. Nach einer Führung konnte man 2-3 Gläschen probieren. Gut gelaunt machten wir uns dann auf den Weg nach Kyoto. Das Jidai-Matsuri (Epochen-Fest) ist ein neueres Fest. Es wurde 1895 zur 1100-Jahr-Feier vom Heian-Schrein initiiert. Es ist ein großer Kostümumzug, in dem die Epochen von der Meiji-Zeit bis zurück zur Zeit des Stadtgründers Kaiser Kammu dargestellt werden. Die Parade dauerte etwa 2 Stunden. Wir hatten einen guten Standort und haben viele Fotos gemacht. Nach Ende der Parade konnte man sich in der Sanjo-Straße mit einer Maiko fotografieren lassen. Es wurden aber nur die ersten 30 zugelassen. Ich kam zu spät.

Meine Reisegäste haben dann den freien Nachmittag zum Stadtbummel und Einkaufen genutzt

Am 24.10. in Kyoto

Heute waren wir den ganzen Tag in Kyoto. Am Vormittag stand der Ginkakuji, der Silberne Pavillon auf unserem Programm. Die schlichten Holzgebäude, der weiße Sand, der Garten am Bergabhang und die frische kühle Bergluft heute morgen - all das zusammen war einfach wunderschön. Doch man muss auch ans leibliche Wohl denken. Und so haben wir uns alle in unserem Stamm-Sushilokal zu Mittag an Sushis satt gegessen. Danach sind wir durchs Gion-Viertel spaziert, von dem einige enttäuscht waren. Aber dieses Viertel entfaltet vielleicht erst am Abend seinen Reiz. Begeistert waren alle von dem malerischen Weg zum Kiyomizudera. Am Tempel herrschte großer Trubel. Heute waren besonders viele chinesische Touristen dort. Kiyomizu bedeutet "klares Wasser". Der Tempel ist an einem Wasserfall gebaut, und man kann von diesem Wasser einen Schluck trinken, das verspricht Glück und langes Leben.

Müde sind alle ins Hotel zurückgefahren. Das viele Laufen ist für einige doch recht anstrengend. Das Wetter ist auch noch sehr warm und schwül. Ich hoffe, dass morgen früh alle fit sind für den den 2. Teil der Kyoto-Besichtigung.

Am 25.10. in Kyoto

Es ist Herbst geworden in Kyoto. Über Nacht ist die schwüle Hitze verschwunden. Die Luft ist frisch, und zu unserer Freude färben sich die Ahornblättchen ganz zart rot. In den Gärten vom Kinkakuji, Ryoanji und Nijo-Schloss herrschte eine ruhige Herbststimmung. Es waren heute nicht so viele Leute unterwegs, auch die Schülergruppen waren heute nicht ganz so quirlig, und so konnten wir alles richtig genießen. Kyoto hat allen gut gefallen. Wir wären gern noch länger hier geblieben. Doch wir müssen die Koffer packen für den letzten Teil unserer Reise.

 

Am 26.10. in Ueda/Tazawa-Onsen

Mit dem Shinano-Express fuhren wir heute in die japanischen Alpen. Am Kiso-Fluss entlang durch herbstlich bunte Wälder verging die 5-stündige Fahrt doch recht angenehm. Beeindruckend ist der Blick auf Nagano vom Zug aus.

Unser Hotel steht in einem kleinen Dorf in der Nähe von Ueda. Es heißt zwar Hotel, ist aber ein richtiges Ryokan mit typisch japanischen Zimmern, verwinkelten Korridoren und Treppchen und verschiedenen Banketträumen. Das Schönste sind die Bäder, natürlich für Männer und Frauen getrennt, mit Innen- und Außenbereich, aber auch mit einigen kleinen gemeinsamen Familienbädern. Der Höhepunkt war das festliche Abendessen mit verschiedenen japanischen Köstlichkeiten und reichlich Bier und Sake. Enttäuschend für die Reiseleiterin war die Karaoke-Verweigerung der Teilnehmer. Nur Nadja hat gesungen. Danke, liebe Nadja.

Einige von uns haben den Tag im Felsenbad ausklingen lassen. Unterm Sternenhimmel im warmen Schwefelbad zu liegen -- einfach herrlich!

Am 27.10. in Ueda/Tazawa-Onsen

In unserem Programmheft stand heute: "Dieser Tag ist der Erholung gewidmet". Und bei Essen, Schlafen, Baden und Spazierengehen haben wir uns auch wirklich nach unserer 3-wöchigen Rundreise gut erholt. Das Wetter war traumhaft schön. Nachts ziemlich kühl, deshalb hatte die Laubfärbung eingesetzt. Tagsüber war es sonnig bei strahlend blauem Himmel.  Es waren wunderschöne Herbsttage.

Am 28.10. in Tokyo

Heute früh noch einmal Frühstück mit Ei und Toastbrot. Seit gestern Abend war es sehr lebhaft in unserem Hotel. Eine große Gruppe alter Männer feierte hier Klassentreffen.

Nach dem Frühstück Abschied vom Hotel und Fahrt mit dem Nagano-Shinkansen nach Tokyo/Ueno. Am Nachmittag waren wir im Rathaus von Tokyo und haben in der Aussichtsetage im 45. Stock auf 202 m Höhe den Blick auf Tokyo genossen. Die Aussicht war heute sehr gut. Im Rathaus waren heute kaum Besucher da. Normalerweise muss man am Fahrstuhl immer ziemlich lange warten, doch heute waren wir die Einzigen am Fahrstuhl.

Nach einem kleinen Spaziergang durch Shinjuku war das offzielle Programm zu Ende. Den letzten Abend konnten alle nach eigenen Wünschen gestalten.

Als ich heute Abend vom Essen ins Hotel zurückging, traute ich meinen Augen nicht - es erstrahlten am Straßenrand schon die Weihnachtsdekorationen. Da fühlte man sich doch schon wie zu Hause.

Am 29.10. in Tokyo und Narita-Airport

Letzter Tag unserer Reise. Noch einmal schönes Wetter mit angenehmen 22 Grad.

Nach dem Check-out fahren wir nach Ueno und bringen unser Gepäck in Schließfächern unter. Danach ist bis zum Nachmittag frei. Was macht man mit den freien Stunden? Für künftige Reisende hier ein paar Tipps unserer Reiseteilnehmer: Für Technik/Manga-Freaks das Elektronik-Viertel Akihabara. Für Koch- und Küchen/Design-Liebhaber die Küchenstraße Kappabashi. Für Kultur-Interessierte das Edo-Tokyo-Museum.

Am Nachmittag sind wir schon zum Flughafen gefahren und übernachten die letzte Nacht im Flughafenhotel. Meine Arbeit als Reiseleiterin ist nun fast geschafft. Ich habe jetzt noch eine sehr angenehme Aufgabe. Ich gehe nämlich gleich (21 Uhr) in die Hotelhalle hinunter und gebe im Namen von Herrn Koyama noch eine Runde Bier aus. Das soll ein Dankeschön sein für die Teilnahme an dieser Reise.

Am 30.10. von Tokyo nach Frankfurt

Unser Airbus 380 fliegt 10.25 Uhr ab. Wir haben im Hotel noch gut gefrühstückt und werden nun entspannt gegen 8 Uhr mit dem Hotelbus zum Abflugsgebäude fahren. Eingecheckt haben wir schon gestern Abend. --

Nach angenehmem Flug sind wir pünktlich um 14.15 Uhr in Frankfurt gelandet.

Ich hoffe, alle haben eine gute und pünktliche Weiterreise.

Dankeschön und Sayonara oder Auf Wiedersehen!