Rundreise Koyasan 2011 B:

„Aktuelle Bilder“ 10.-31.05.

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Freitag,  13.05.11  Ab heute reisen die beiden Koyamareise-Gruppen getrennt.

Die Koyasan-Gruppe ist heute um 9 Uhr mit dem Shinkansen Nozomi 215 nach Shin-Osaka gefahren. Der Zug kam nach 2 1/2 Stunden auf die Minute pünktlich an. Die Fahrt war sehr angenehm. Das Wetter war schön, und von Ferne war der schneeweiße Fujisan zu sehen. Doch als wir in die Nähe kamen, hatte sich der Fuji hinter einer dicken Wolkenwand versteckt. Wir hätten gestern im Schrein wohl etwas mehr Geld spenden sollen. Beten allein nützt nichts.

Unser Hotel steht in Juso, einem Stadtteil von Osaka mit vielen Geschäften, Restaurants und Bars. Juso wird mit den Schriftzeichen für 13 geschrieben, und deshalb sind immer am 13. eines Monats viele Waren billiger. Am Nachmittag haben wir einen Spaziergang am Yodogawa-Fluss entlang gemacht und uns die Skyline von Osaka angesehen.

Am Abend haben wir das kleine Dankeschön von Herrn Koyama genossen. Wir waren chinesisch essen und Bier trinken. Auf Ihr Wohl, Herr Koyama!

„Aktuelle Bilder“ 13.05. Juso

„Aktuelle Bilder“ 14.05. Juso/Oyamazaki

14.05.11  Der heutige Tag stand unter dem Motto "Wandern und Whisky".

Wir sind nach Oyamazaki gefahren und zum Tennozan-Berg gelaufen. Es war richtiges Wanderwetter, sonnig und nicht zu warm. Deshalb waren außer uns noch Dutzende japanischer Wanderer unterwegs. Es war ja Samstag. Außerdem rückte eine Hundertschaft einer freiwilligen Bürgerinitiative an, die den Wald aufräumen wollten. Die Wanderung durch Bambuswald und frisches Maigrün war herrlich. Der Tennozan ist aber nicht einfach nur ein Wandergebiet, sondern auch ein historischer Ort. 1582 fand hier eine berühmte Schlacht statt, aus der Toyotomi Hideyoshi als Sieger hervorging.

Um 12 Uhr gingen wir zur Suntory Whiskybrennerei. Wir hatten uns für eine Führung mit anschließender Verkostung angemeldet. Auch hier waren wir nicht allein. Etwa 80 Leute hatten dieselbe Idee wie wir gehabt. Leicht beschwingt traten wir den Rückweg an.

Der Nachmittag war frei. Meine Reisegäste wollten zum Fushimi Inari-Schrein. Die Reiseleiterin war in Takatsuki, wo sie 8 Jahre gelebt hat.

„Aktuelle Bilder“ 15.05. Kyoto

15.05.11      Heute sind wir nach Kyoto gefahren, um uns die Prozession vom Aoi-Fest (Malvenfest) anzusehen. Es war Sonntag und schönes Sommerwetter, und deshalb waren Tausende Menschen, auch viele ausländische Touristen, da. Wir standen gegenüber vom alten Kaiserpalast, aber die Polizei hatte so ungünstig abgesperrt, dass wir auf dem Fußweg zwischen Menschenmassen eingeklemmt waren. Es ist erstaunlich, dass überhaupt noch einige Fotos möglich waren. Das Aoi-Fest wird seit mehr als 1000 Jahren gefeiert. Es erinnert an einen Bittgang eines kaiserlichen Boten und einer Prinzessin zu einem Schrein, weil Japan von furchtbaren Katastrophen heimgesucht wurde. Die Malvenblätter galten als Heilmittel bei Krankheiten und Unglücksfällen.

Wir sind am Mittag in unseren Stamm-Sushiladen gegangen, um uns zu erholen. Danach ging es zum Kiyomizudera.  Auch hier waren, wie immer, viele Besucher da. Wir haben alle einen kräftigen Schluck vom berühmten Wasser getrunken und hoffen auf seine Wunderwirkung.

„Aktuelle Bilder“ 16.05. Kyoto

16.05.11   Wir haben heute in Kyoto die Sehenswürdigkeiten besucht, die man unbedingt gesehen haben muss. Am Vormittag waren wir im Kinkakuji und im Ryoanji. Am Mittag war eine Stunde Pause zum Essen und Erholen. Am Nachmittag waren wir im Ginkakuji, spazierten auf dem Philosophenweg und gingen ins Handicraft-Center und zum Heian-Schrein. Das Wetter war sommerlich warm, aber nicht heiß. 

„Aktuelle Bilder“ 17.05. Osaka-Suita

17.05.11  Der heutige Tag ist frei, aber wir machen für Herrn Koyama eine Probefahrt nach Suita zur Asahi-Bierfabrik. In Suita wurde vor 120 Jahren die erste Asahi-Bierbrauerei gebaut. Der Gründer hatte in München gelernt. Wir waren für eine Besichtigungstour angemeldet. Beeindruckt haben uns die riesigen Tanks im Freien. Es wurde erklärt, dass es, wenn man jeden Tag 1 Dose von 350 ml trinkt, 4000 Jahre dauert, bis man so einen Tank ausgetrunken hat. Wir haben erst mal mit 2 Gläsern beim Probetrinken angefangen. Es wäre noch ein Glas frei gewesen, aber das haben wir nicht geschafft. Mit Herrn Koyama wäre das nicht passiert. Wir haben danach noch etwas für unser geistiges Wohl getan und in Suita das Anwesen eines Verwalters aus der Edo-Zeit besucht. Wahrscheinlich kommen nicht viele Ausländer hierher, denn man hatte extra den Direktor des Stadtmuseums geholt, der uns dann jeden Winkel genau erklärt hat.

„Aktuelle Bilder“ 18.05. Osaka-Namba

18.05.11  Heute sind wir nach Osaka-Namba umgezogen. Da wir erst 15 Uhr unsere Hotelzimmer beziehen konnten, haben wir einen Erkundungsspaziergang gemacht. Zuerst zum Yasaka-Schrein hinter unserem Hotel und dann den Midosuji-Boulevard entlang zum Dotombori-Viertel und zurück durch die langen Passagen mit unzähligen Geschäften und Restaurants. Mittags haben wir die Spezialität von Osaka, Okonomiyaki gegessen. Der Nachmittag war wie gestern frei. Gestern sind die Reisegäste nach Kobe gefahren. Heute wollten sie zum Elektronikviertel Den-Den-Town gehen. Ein junger Mann wollte sich in der großen Sporthalle ein Aikido-Training ansehen. Die Reiseleiterin hat sich einen Herzenswunsch erfüllt und war im Kabuki-Theater, wo es billige Karten für einen Akt gibt. Morgen fahren wir zum Koyasan. Dort gibt es keinen Computer. Deshalb ist erst mal 2 Tage Funkstille.

„Aktuelle Bilder“ 19.-20.05. Koyasan

19./20.05.  Wir sind auf dem Koyasan. Nach dem hektischen Kyoto und Osaka koennen wir hier endlich die Ruhe finden, wegen der man eigentlich nach Japan faehrt. Der buddhistische Moench Kukai, spaeter Kobodaishi genannt, hat hier auf dem Koyasan 816 den ersten Tempel fuer den Shingon-Buddhismus gebaut.  

Wir uebernachten jedes Jahr in der gleichen Tempelherberge, wo wir schon wie alte Bekannte begruesst werden. Die Gebaeude des Tempels sind zum Teil schon 400 Jahre alt. Die Gaestezimmer sind traditionell japanisch, aber ganz neu wie im besten Ryokan. Im Shingon-Buddhismus wird nicht meditiert. Man kann an der Morgenandacht teilnehmen und, wenn man will, buddhistische Texte abschreiben.

Am Abend gab es das beruehmte Shojin Ryori, das vegane Essen. Eine Lust fuer Gaumen und Augen. Mit Worten nicht zu beschreiben.

Wir haben hier viel Zeit, und so sind wir gestern Nachmittag langsam durch den grossen Friedhof mit seinen uralten Zedern spaziert und haben uns die Tempel in dem heiligen Bezirk Garan mit der roten Kompon Daito-Pagode angesehen.

Heute frueh waren wir im Kongobuji, dem Haupttempel des Shingon-Buddhismus. Wir waren allein dort und haben die Ruhe genossen.

Ab Mittag kommen viele Pilger und Besucher zum Koyasan, und da sind wir in die Stille der Waelder ausgewichen und haben eine Wanderung unternommen. Es war etwas anstrengend, bergauf und bergab, aber bei dem schoenen Sommerwetter machte es auch Spass. Jetzt freuen wir uns schon wieder auf das Essen und das Bad.

„Aktuelle Bilder“ 19.-20.05. Unsere Tempelherberge

„Aktuelle Bilder“ 21.05. Koyasan - Osaka

21.05.  Von der frischen Bergluft des Koyasan zurück ins 28 Grad heiße Osaka

Heute Morgen waren wir noch einmal am inneren Heiligtum Okunoin auf dem Friedhof des Koyasan. Weil Kobodaishi  am 21.(3.835) gestorben ist, gibt es immer am 21. eines Monats eine Zeremonie. Heute war um 9 Uhr eine große Messe zum Gedenken an alle im Jahr Verstorbenen. In einer feierlichen Prozession erschienen dazu alle Hauptpriester des Koyasan.

Der Nachmittag jetzt in Osaka ist frei. Heute ist Wochenende, und da ist in Osaka großer Trubel. Aber das ist für meine jungen Reisegäste vielleicht besser geeignet als die ruhigen Tempel. Als Reiseleiterin will man ja immer das Beste für die Teilnehmer, aber es klappt nicht immer so. In Kyoto waren keine Maikos unterwegs, und auf dem Koyasan waren, abgesehen von unserem Tempel, keine Mönche zu sehen. Die waren sicher alle anderweitig beschäftigt, aber wir waren schon etwas enttäuscht.

„Aktuelle Bilder“ 22.05. Ein Sonntag in Osaka

22.05.  Ein Sonntag in Osaka. Wir machen es wie viele Japaner und fahren zum Osaka-Schloss. Leider regnet es heute, aber das hält die Japaner und natürlich uns auch nicht ab, ins Freie zu gehen. Als wir aus dem Bahnhof Osakajo-koen herauskommen, sehen wir eine Schlange von Hunderten von Menschen, vor allem junge Frauen, die auf Einlass zu einem koreanischen Freilichtkonzert warten. Auch sonst ist allerhand zu sehen. Das Ziel für einen 100 km Ultramarathon wird gerade aufgebaut. Eine Gruppe älterer Japaner macht ein Klassentreffen-Foto. Schülergruppen bevölkern die Souvenirstände. Der Regen weitet sich zum Wolkenbruch aus und wir sind froh, dass wir uns im Schloss ins Trockene bringen können. Meine Reisegäste sind zum Glück sehr an japanischer Geschichte interessiert, und so gehen wir vom 8. bis zum 2. Stock alle Rundgänge genauestens ab. Das dauert 2 Stunden. Als wir aus dem Schloss herauskommen, hat der Regen aufgehört, das Konzert ist in vollem Gange, die Marathonläufer kommen ins Ziel, und eine neue Schlange bildet sich vor der Osaka Hall für das nächste Konzert. Wir fahren weiter zum JR-Bahnhof Osaka, der nach dem Umbau nicht mehr wiederzuerkennen ist. Dann geht es hinauf auf die Aussichtsplattform "Floating Garden" des Umeda Sky Buildings. Nach dem Regen haben wir eine fantastische Sicht, sogar die Akashi-Hängebrücke ist zu sehen.

Wir essen noch gemeinsam Okonomiyaki, und dann ist der Nachmittag wieder frei.

„Aktuelle Bilder“ 23.05. Kanazawa

23.05.  Heute fahren wir mit dem Schnellzug Thunderbird nach Kanazawa. Die Fahrt dauert 2 1/2 Stunden und führt vorbei am Biwasee, durch Reisfelder und Berge. In der Ferne sehen wir die schneebedeckten Gipfel der japanischen Alpen. 

Am Nachmittag bummeln wir durch das alte Samuraiviertel mit seinen kleinen Gässchen und Kanälen. Wir besichtigen das elegante Haus der Samuraifamilie Nomura und das kleine Häuschen eines niederen Samurai. Zu allen Häusern gehören auch wunderschöne kleine Gärten. Nach diesem Ausflug in die Vergangenheit besuchen wir den Omi-cho Gemüse- und Fischmarkt. Leider regnet es wieder, und es ist auch kühl geworden, nur noch 14 Grad.

„Aktuelle Bilder“ 24.05. Kanazawa

24.05.  Heute ist der Sommer zurückgekehrt - blauer Himmel und 24 Grad im Schatten. Gerade das richtige Wetter für unsere heutige Besichtigungstour. Am Morgen besuchen wir außerplanmäßig den Ninja-Dera. Dieser 350 Jahre alte Tempel hat eigentlich nichts mit Ninjas zu tun. Er hat vielmehr diesen Namen wegen seiner trickreichen Konstruktion bekommen. Äußerlich  zweistöckig, im Innern aber vierstöckig mit 7 Ebenen und auf kleinstem Raum, gut getarnt vor Feinden, 23 Räume und 29 Treppen.

Von der Kanazawa-Burg sind nur noch die mächtigen Steinmauern, ein Eingangstor und zwei Langhäuser zu sehen. Die alte Burg, die 300 Jahr lang die Residenz des Maeda-Clans war, existiert nicht mehr. Heute ist hier ein großer Park.

Gegenüber dem Burggelände ist der Kenrokuen-Garten, einer der 3 schönsten Gärten Japans. Und er hat diese Auszeichnung zu Recht. Ein Rundgang durch diesen Landschaftsgarten ist ein Erlebnis. 

Wir sind bei unseren Ausflügen nie in Zeitnot. Wir können alles in Ruhe genießen. Auch für das Stöbern in Souvenirläden ist genügend Zeit. Meine beiden Reisegäste haben da ganz bestimmte Vorlieben und haben mich da jetzt schon angesteckt. An meiner Tasche baumelt schon ein kleiner Maeda mit Goldhelm.

Ab Mittag gab es leider wieder Enttäuschungen. Das von Herrn Koyama wärmstens empfohlene preisgünstige Lokal hatte Ruhetag. Und was noch schlimmer war, das Blattgold-Museum ist in dieser Woche wegen Vorbereitung einer neuen Ausstellung geschlossen. Das war natürlich Pech. Wir haben dann unseren Spaziergang durch das alte Teehausviertel gemacht und ein kleines Geisha-Haus besucht. Meine Reisegäste wussten aber schon vorher, dass das heute nur ein Museum ist. Da blieb also die Enttäuschung erspart.

 

„Aktuelle Bilder“ 25.05. Takayama

25.05.  Heute sind wir mit dem Bummelzug von Kanazawa nach Takayama weitergereist. Wer Zugliebhaber ist, kommt bei der Koyama-Reise voll auf seine Kosten. Es gibt zahllose regionale Zuggesellschaften mit eigenen Zugwagen, besonderer Bemalung und Ausstattung und überall interessanter Streckenführung. Auch heute war die Fahrt sehr schön. In der Ferne war die gigantische Kulisse der schneebedeckten japanischen Alpen zu sehen (fürs Foto leider zu dunstig).

In Takayama wohnen wir in einer Pension. Zimmer auf japanische Art mit Tatami und Futon. Das Onsen-Bad kann abends bis 23 Uhr benutzt werden. Es gibt sogar eine kleine Holzwanne im Freien. Leider waren heute abend keine Sterne zu sehen.

Wir haben am Nachmittag einen Bummel durch die historische Altstadt gemacht. Wir hatten zuerst die falsche Straße erwischt und waren da fast allein. Aber dann haben wir doch noch Straßen voller Touristen gefunden, allerdings waren kaum Ausländer darunter. In unserer Pension sind wir auch die einzigen Gäste.

Wir haben auch noch das Takayama Jinya besichtigt. Das ist ein altes Verwaltungsgebäude aus der Edo-Zeit und wohl das Einzige seiner Art in Japan.

Der Höhepunkt des Tages war natürlich unser Abendessen. Dazu sollte man sich am besten das Foto anschauen. 

Ich schreibe die Reiseberichte immer am Abend nach dem Abendessen und dem Bier. Da fällt das Schreiben doch oft recht schwer. So auch heute. Ich sitze mit meinem Computer auf der Tatami, gleich neben meinem Futon. Da ist die Versuchung groß, sich einfach zur Seite fallen zu lassen.

„Aktuelle Bilder“ 26.05.  Takayama

26.05.  Heute früh gab es japanisches Frühstück mit gebratenem Fisch und der Spezialität von Takayama - auf einem Blatt gewärmte oder gebratene Miso-Paste. In Takayama sind die Winter sehr hart und lang, und man hatte früher in dieser Zeit kein frisches Gemüse. Deshalb aß man viel Miso, das sich sehr lange hält. Auch heute kann man überall in der Stadt verschiedene Arten von Miso-Pasten kaufen.

Nach dem Frühstück sind wir über den Morgenmarkt gebummelt, fanden ihn aber nicht so spannend. Dann ging es mit dem Bus nach Hida-no-Sato. Das ist ein Museumsdorf, für das man alte Bauernhäuser aus der Umgebung geholt und hier wieder aufgebaut hat.  Hier konnten wir auch die charakteristischen Gassho-Zukuri Häuser sehen.  Gassho bedeutet "zum Beten zusammengelegte Hände" und weil die spitzen Giebel dieser Häuser in ihrer Form daran erinnern, hat man diesem Baustil den Namen gegeben. In vielen Häusern gab es kleine Ausstellungen zur Seidenraupenzucht oder zur Herstellung von kunstgewerblichen Dingen.

Am Nachmittag stand ein freiwilliger Spaziergang an der alten Schlossruine auf dem Programm. Ich habe meinen zwei jungen Männern den Anfang und das Ende dieses Spazierwegs gezeigt. Das Zwischenstück haben wir uns aber gespart. Mit einer größeren Gruppe wäre das bestimmt schön gewesen, aber wo wir drei nun sowieso schon den ganzen Tag zusammen sind..... Der Nachmittag war also frei. Um 15 Uhr waren wir wieder in unserer Pension. Wir haben hier einen großen Fernseher und WLan im Zimmer und das schöne Bad. Das Wetter war sehr trübe, nicht so kalt, aber jetzt 17 Uhr fängt es an zu regnen.

Ich habe die Zeit genutzt und meine Akkus von Kamera und Computer aufgeladen. Und dann habe ich auch meinen Lebensakku aufgeladen, indem ich mich eine halbe Stunde in meinen Freiluft-Badezuber gelegt und gedöst habe.

„Aktuelle Bilder“ 27.05. Futo

27.05.  Heute sind wir von Takayama nach Futo auf der Izu-Halbinsel weitergereist. Das war wieder etwas für Zug-Fans. Von Takayama ging es mit dem Expresszug Hida quer durch Japan durch Berge und Wälder entlang des Hida-Flusses nach Nagoya. Von dort aus sind wir mit dem Bummel-Shinkansen nach Atami gefahren. Das ist ein normaler Shinkansen, der aber an allen Shinkansen-Stationen hält. Das letzte Stück bis Futo haben  wir mit der Regionalbahn zurückgelegt. Aber - nicht nur wir waren unterwegs, sondern auch der Taifun Nr. 2, der sich von den Philippinen in Richtung Japan bewegte und schon seine dicken Regenwolken vorausschickte. Die Hoffnung, den Fujisan vom Zug aus zu sehen, konnten wir also begraben.

In Futo wohnen wir in einer kleinen Familienpension. Wieder typisch japanische Zimmer, alle ohne Stühle, und ein richtig heißes Onsen-Bad, also eigentlich zwei, wie überall, eins für Frauen und eins für Männer. Das Bad kann Tag und Nacht benutzt werden Die Pension liegt auf dem Berg, vom Zimmerfenster aus ist das Meer zu sehen. Wir haben einen kleinen Spaziergang zum Meer hinunter gemacht, doch es fing an zu regnen und wir sind schnell wieder zurückgegangen.

Höhepunkt des Tages war wieder das Abendessen. Es gibt hier den besten und frischesten Fisch, gebraten und als Sashimi. Dazu ein kühles Bier und hinterher ein Bad, da fühlt man sich wirklich wie im Paradies.

„Aktuelle Bilder“ 28.05. Futo

28.05.  Frühstück - Überraschung, mal keinen Reis und gebratenen Fisch, sondern Toastbrot mit Marmelade, Kaffee und Joghurt. Eigentlich stand danach ein Küstenspaziergang auf dem Programm, aber leider regnete es immer noch. Wir sind dann aber doch eine Station mit dem Zug gefahren und haben uns für eine verkürzte Wanderung entschieden.  Der Weg führt auf der Steilküste immer am Meer entlang. Wir sind bis zu einem kleinen Leuchtturm und einer Hängebrücke gegangen. Das Wetter war sehr schwül und warm, also kein gutes Wanderwetter, und so haben wir bald den Rückweg angetreten.

Der Nachmittag war frei. Ich bin ins Bad gegangen und habe es mir danach in oder auf meinem Futon gemütlich gemacht.

Das Abendessen hat wieder prima geschmeckt. Diesmal gab es neben dem Fisch einen richtigen Hausmacher-Curryreis.

Leider sind wir ja nur eine kleine Gesellschaft. Ich bin keine Stimmungskanone. Karaoke wollten wir nicht machen. Wir haben viel erzählt und der eine Reisegast hat uns auf seinem iPod seine japanischen Lieblingslieder vorgespielt. So war es doch noch ein schöner Abend.

„Aktuelle Bilder“ 29.05. Kamakura

29.05.  Heute früh haben wir bei strömendem Regen die Rückreise nach Tokyo angetreten. In Kamakura haben wir einen Zwischenstopp eingelegt. Trotz Regen und angekündigtem Taifun waren viele Ausflügler unterwegs. Es ist ja Sonntag, und da bleibt der Japaner nicht gern zu Hause. Wir waren zuerst am Tsurugaoka Hachimangu-Schrein. Dort wurde heute wie am Fließband geheiratet. Am Nachmittag ging es dann weiter mit der Kleinbahn nach Hase, wo wir uns den Großen Buddha angesehen  und den Hase-Dera mit der 9 m großen Kannon-Statue besucht haben. Es hat den ganzen Tag geregnet, mal stärker, mal schwächer, meist stärker. Als wir in Tokyo ankamen und zum Hotel gelaufen sind, hat es wie aus Eimern geschüttet. Wir haben Mühe, unsere Sachen bis übermorgen zur Abreise zu trocknen. 

Am Abend gab es dann ein Wiedersehen mit Herrn Koyama. Nun ist unsere Gruppe wieder vereint.

„Aktuelle Bilder“ 30.05. Mein letzter Tag

30.05.  Heute ist unser letzter Tag in Japan. Morgen früh zeitig fliegen wir mit dem Airbus nach Frankfurt. Wir übernachten schon im Airport-Hotel.

 

Ich möchte hier meinen Koyasan-Reisebericht  abschließen. Manche, die die Texte gelesen und die Fotos angesehen haben, haben sich vielleicht gewundert: Kein Wort über Atom oder Erdbeben? Nur lachende Gesichter? Ist da irgendwas übersehen oder geschönt worden?

Nein, nein, wir haben unsere Reise programmgemäß wie immer ohne Einschränkungen durchgeführt. Im Raum Tokyo waren wegen Stromsparen einige Rolltreppen und Lampen ausgeschaltet, aber kaum hatten wir Tokyo in Richtung Westen verlassen, war von Stromsparen keine Rede mehr. Alles war im Überfluss vorhanden.Die Züge fuhren pünktlich wie immer. Es war überall etwas ruhiger als sonst, weil die großen Touristengruppen fehlten. Das ist für Japan schlecht, für uns war es gut. 

Das Fernsehen und die Zeitungen sind natürlich voll mit Berichten über die gegenwärtige Lage in Japan. Aber das war nicht belastend, im Gegenteil.

 

Nun ganz zum Schluss möchte ich meinen beiden jungen Männern danken, dass Sie mit mir bzw. mit Koyama durch Japan gereist sind. Ich hätte Ihnen so sehr eine größere Reisegruppe gewünscht, denn beide waren nicht das erste Mal in Japan und wären für die Mitreisenden sehr hilfreich gewesen. Ich hoffe, dass sie in Deutschland viele interessierte Zuhörer finden, denn diese beiden wissen jetzt wirklich ganz genau Bescheid, wie es zur Zeit in Japan aussieht.

Sicherlich werden beide wieder nach Japan reisen wollen und das will ich natürlich auch, deshalb sage ich zum Schluss nicht Sayonara, sondern:

Auf Wiedersehen, Japan!