Bericht + Bilder Mai Hokkaido 2012

1. Tag: Hinflug (LH 710) Frankfurt-Tokyo, Mittwoch, 09. 05. 2012

Am 9.5.2012 war es nun also soweit. Als dritter und letzter in unserer Männerrunde nach Hokkaido ging es nun also auf nach Japan. Im Gegensatz zu meinem Reisegefährten, welcher schon einmal in Japan gewesen war und Koyama-san, welcher natürlich schon etliche Male in Japan gewesen war, wusste ich nicht was mich erwarten sollte.

2. Tag: Tokyo Donnerstag, 10. 05.

Der Flug verlief problemlos, genauso wie die U-bahnfahrt vom Flughafen zum Hotel in Tokyo Ueno. Während der Fahrt konnte man viele Reisfelder sehen, auf denen der Reis schon langsam anfing zu wachsen . Da Japaner ihre Stromleitungen über dem Boden verlegen, zieren mnache Straßen ein Netz von Strommasten, was ihnen einen gewissen Touch verleiht. Manche mags nicht gefallen. Mir schon.


Auf eben diesen Straßen sieht man manchmal Japaner mit weißen Gesundheitsmasken. Diese dienen allerdings nicht ihrere eigenen Sicherheit, sondern deren anderer, da diese Japaner meist erkältet sind und niemanden anstecken wollen. Am meisten gefreut hab ich mich allerdings über die Aufgeschlossenheit vieler Japaner.

 

Schon in Deutschland konnte ich diese anhand japanischer Touristen sehen, was mich zum Teil bewogen hat diese Reise zu unternehmen. Und auch in Japan wurde ich nicht enttäuscht.

Gegen Nachmittag wollte ein kleines Unwetter uns ein Strich durch unseren schönen ersten Tag machen. Doch Regenschirm und wetterfeste Kleidung hielten stand und der Asakusa-Kennon Tempel gewährtwe und für die 45 Minuten Unterschlupf.

Ein schöner und erfolgreicher erster Tag.

 

J.L. 20Y Frankfurt am Main

3. Tag: Tokyo Freitag, 11. 05.

Am 11.5. ging es nach einer trotz Jetlacks geruhsamen Nacht mit der U-bahn zum Kaiserpalast. Rein durften wir natürlich, wie die vielen Schulklassen die dort ebenfalls zu Besauch waren, nicht. Aber dennoch war er auch von außen recht schön anzusehen.

 

Danach ging es weiter mit der U-bahn In dieser durften wir die berühmte „Tokyo U-bahn Rushhour mit erleben. Die Leute wurden wortwörtlich von Personal in die U-bahn gedrückt, damit sie noch hinein passen. Dennoch ging alles, wie das bei Japanern so üblich ist wage ich jetzt zu behaupten, recht fließend und diszipliniert von statten. Unser Ziel: der Meji- Schrein. Der größte Schrein in Tokyo. Auch wurde auf dem Weg zum Meji - Schrein die Geschichte geschildert.

 

In dem Meji Schrein durften wir einer buddhistischen Hochzeitsprozession beiwohnen. Ebenfalls dort waren Stände welche Glücksbringer zum Kauf anboten. Um ca 13:30 fuhren wir zur Ginza. Der Silberstraße. Und diese hat ihren Namen verdient. Dort reihten sich Markengeschäfte an Markengeschäfte.

 

Selbst in den Kaufhäusern waren nur Waren ausgestellt, die zwar schön anzusehen waren, die doch leider den Rahmen meines Budget sprengten. Daher hinterließ ich hier leider nur verträumte Blicke anstatt mein Geld.

 

Zum Schluss sind wir noch einmasl durch eine Einkaufsstraße in Ueno gelaufen, die sehr einem Fischmarkt glich. Doch es gab dort nicht nur Fischsstände sondern auch andere Waren zu kaufen. Abends ging es dann noch einmal auf eigene Faust nach Shibuya.


Dort ist einer der Sammeltreffs für alle Jugendlichen aus Tokyo und der Umgebung. Dort gibt es Kaufhäuser Bars, Kinos bis hin zu Spielhallen, die es in jeder Ecke von Tokyo zu geben scheint. J. L. aus Frankfurt

4. Tag: Tokyo Samstag, 12. 05.

Am 12.5 brachte uns koyama-san in das Vergnügungsviertel Shinuku. Dort reihten sich Pachinko Slots aneinander. Auf den Straßen war es relativ leer, da Shinjuku erst abends zu leben anfängt. Außer uns waren nur ein paar wenige Japaner unterwegs und nicht zu übersehen die Angestellten von den Clubs.

 

Diese standen jetzt schon auf der Straße und machten Jagd auf Frauen. Wir konnten beobachten wie 2 gezielt 2 Frauen ansprachen und sie in ein Gespräch verwickelten. Ziel dabei ist es den Frauen das Versprechen abzuringen abends den Club zu besuchen.


Dort werden die Frauen dann von den Angestellten unterhalten. Mittsgs aßen wir nochj in einem billigem aber guten Restaurant. Auch hier zeigte sich wieder: Man nur muss nur wissen wo man gucken muss, um gutes Essen zu einem günstigen Preis zu bekommen. Dies gilt in Tokyo auch für alles andere.


Zu der Bier Suntory Fabrik haben wir es dann nicht mehr geschafft. Danach trennten sich unsere Wege. Ich blieb noch kurz in Shinjuku während mein Mitreisender und Koyama-san nach Ueno zurückkehrten. Danach trieb es mich nach Akihabara, wo es wohl viel für Jugendliche geben sollte. Allerdings habe ich die Geschäfte dort nich mehr gefunden und bin nach einem Cafe Besuch nach Ueno zurückkehrt.

5. Tag:  Tokyo Sonntag, 13. 05.

Der 13.05. war ein Tag der eigenen Kreavitivität. Zunächst wollte ich noch einmal einen anderen Teil von Shibuya sehen. Ich hatte von einer großen Einkaufststraße gelesen. Diese gabs auch. Allerdings galt hier das gleiche Prinzip wie für die Ginza. Schön zum anschauen, aber nichts zum Kaufen.

 

Gegen Mittagfs wurde es dann extremst voll (Ein Sicherheitsmann, koordinierte die Schlange vor einem Einkaufszentrum, da dies schon zu voll war). Daher ging ich wieder nach Akibahara.

Dort wurde ich auch iim Gegensatz zu gestern fündig. Hier reihten sich Animeshops an Animeshops. Bemerkenswert war, das es auch hier keine großen Geschäfte gab. Nur kleine.

 

Die Einkaufssmtraße war in eine Fußgängerzone umfunktioniert worden. Selbst Fahrradfahren war hier nicht erlaubt. So ab und zu konnte man Cosplays (Japaner in Animefigurkostümen) sehen. Abends besuchte ich wieder ein Cafe und machte mich dann so gegen 22.:30 wieder auf den Rückweg.

6. Tag: Amihari Onsen Montag, 14. 05.

Am 14.05. ging es mit dem Shikansen auf nach Morioka. Das Restaurant war stark in japanischem Stil eingerichtet. Und dem entsprechend wurde uns auch das Essen serviert. Von der Burg in Morioka war leider nicht mehr viel übrig und von der Nonbu Statue, war nur noch der Sockel zu sehen.

Die Bronze Statue wurde während des 2. Weltkriegs für Munition eingeschmolzen.


Bis jetzt hatten die Gelder gefehlt um sie wieder herzustellen. Danach fuhren wir mit Bus weiter zu der Amihari Onsen (Heiße Quelle). Diese liegt in 800 Meter Höhe. Dort kamen wir dann am Nachmittag an. Obowhl es recht warm war (ca. 18 Grad) lag immer noch an manchen Stellen Schnee. Da wir nur zu dritt waren haben wir leider kein traditionelles Zimmer bekommen (nur für 4 Personen).

 

Dort haben wir nach einem Spaziergang ein entspannedes Bad in der heißen Quelle genommen. Nachdem wir uns noch ein leckeres Buffet als Abendeswsen gegönnt hatten, ließ es sich leicht einschlafen.

 

7. Tag: Amihari Onsen Dienstag, 15. 05.

Am 15.05.

 

Der zweite Tag im Hotel Amihari Onsen beginnt gespenstisch. Dichte Nebelschwaden umhüllen die Gegend, Dauerregen hat uns - wie auch ganz Japan - fest im Griff.

Wie schon im "Schlaubuch" von Koyama-san vorausschauend vermerkt steht die heute vorgesehene Wanderung unter "Schönwetter-Vorbehalt".

Also tauschen wir kurzerhand mt dem Programm von morgen.

Heute ist also "unserer eigenen Kreativität vorbehalten". So machen wir es uns bequem und verdauen die Eindrücke der letzten Tage ganz entspannt im Onsen, mit Neuigkeiten aus Deutschland aus dem Internet oder am Nachmittag auch mit Sumo-Ringen im Fernsehen. Koyama-san ist sehr spendabel und lädt uns zum Mittagessen und am Abend zum (nicht nur einen) Freibier ein.

Wir sind dann wieder fast die letzten, die den Speiseraum verlassen.

Zuvor hat uns noch eine Japanerin, die seit 20 Jahren in Düsseldorf lebt und mit einem Deutschen verheiratet ist, gefragt, wo wir denn herkämen und war anscheinend ganz erfreut, "Landsleute" an diesem für ausländische Touristen nicht üblichen Ort zu treffen. H.F., Dresden (z.Zt. und schon das 2. mal in Japan)

8. Tag: Amihari OnsenMittwoch, 16. 05.

Am 16.05.

 

Die angekündigte Wetterbesserung lässt leider bis mittag auf sich warten. Daher nehmen wir erst mal ein ausgiebiges Frühstück ein. Es gibt hier zu meinem größten Vergnügen auch sehr guten Kaffee aus einer Jura-Kaffeemaschiene (soll keine Schleichwerbung sein)! Nach dem Mittagessen geht es dann zur "Bergbesteigung". Wenn der Reiseleiter "Kleiner Berg" heißt (Koyama), dann ist der Name auch Verpflichtung.


Hinter dem Hotel befindet sich eine stattliche Anhöhe (siehe Fotos).

Ein Sessellift wird im Winter für die Skifahrer rege genutzt. Im Mai ist er jedoch nicht im Betrieb! Also geht´s sportlich zu Fuß den Berg hinauf. Der Berg ruft schließlich bzw. wegen des noch recht starken Winds hört es sich eher wie Meeresrauschen an.

Unterwegs wechseln sich Sonne und graue Wolken ständig ab, es regnet jedoch nicht. Wer lange Beine hat, ist beim Aufstieg klar im Vorteil.


Beim Abstieg ist es jedoch umgekehrt, Koyama-san überholt uns in rekordverdächtigem Tempo. Unterwegs können wir einige schöne Bilder ins Tal hinab machen. Da sich der Schnee hier sehr lange gehalten hat, machen wir nicht die "ganz große Tour", um nicht eine unfreiwillige Rutschpartie ins Tal zu riskieren. So bleibt uns dann auch mehr Zeit für ein Bad im hoteleigenen Onsen, was den Beinmuskeln guttun wird.


Den Tages werden wir dann wieder beim reichhaltigen Buffet mit landestypischen Gerichten und leckerem Nachtisch ausklingen lassen. Vielleicht gönnen wir uns aus Anlass der Bergbesteigung und weil es unser letzter Abend hier ist auch ein Fläschchen Sake. Na, dann schon ´mal Prost bzw. kampai !

H.F., Dresden (z.Zt. und schon das 2. mal in Japan)

9. Tag: Sendai Donnerstag, 17. 05.

Am 17.05.

Der Tag begann mit einem morgendlichen Bad im Onsen unter freiem und vor allem blauen Himmel mit Blick auf die teilweise noch schneebedeckten Berge.

Mit dem Bus und Zug ging es dann über Morioka nach Sendai.

Dort schloss sich gleich eine Stadtrundfahrt mit einem Sightseeing-Bus an, wobei wir insbesondere die Begräbnisstätte des ehemaligen lokalen Fürsten „Datte“ und seiner Nachfahren besuchten. Leider kündigte dann auch erstes Donnern den dann einsetzenden Regen an.


Ich hoffe, wir haben den Fürsten nicht durch unseren Besuch missgestimmt. Wahrscheinlich war es wohl doch nur ein irdisches Naturphänomen.

Ein Rundgang in der Innenstadt um den Bereich, an dem am Samstag und Sonntag das „Grüne Blätter-Fest“ stattfinden wird, rundete den Tag ab. Da das Wetter dann schön werden soll, freuen wir uns schon – wie wohl zehntausende andere Besucher und Einheimische - auf diese Feierlichkeit und auf zahlreiche Fotomotive. H.F., Dresden

10. Tag:  Sendai Freitag, 18. 05.

Am 18.05.

Heute führt uns unserer Tagesausflug mit Bus und Bahn an der Küste entlang nordwärts nach Matsushima und Ishinomaki. Leider regnet es den ganzen Tag, aber wir haben aus gestern dazugelernt und alle (insbesondere ich) einen Schirm dabei. Das interessanteste Modell besitzt zweifellos Koyama-san, mit stilsicherer zeitloser Blümchenornamentik und an zwei Stellen mit Heftpflaster versehen (der Schirm hat wohl bei einer anderen Tour einige Blessuren davongetragen).


Bei diesem Ausflug haben wir gewissermaßen die beiden Seiten der Natur erlebt. Zum einen die auch bei Regen wunderschöne Küstenlandschaft um Matsushima, wo wir auch eine 1-stündige Bootsfahrt mitgemacht haben. Dutzende kleine Felseninseln (wohl über 200) ragen vor der Küste aus dem Wasser. Auf dem Boot trafen wir auch eine junge Japanerin, deren Vater zu Anschauungszwecken einmal in Deutschland war, um die deutsche Mülltrennung und -entsorgung zu „studieren“. Vielleicht setzt sich die deutsche Müllverwertung jetzt ja auch in Japan durch! Sie hat uns dann noch eine Weile bei unserer Tour an Land begleitet, dann trennten sich aber leider unsere Wege.


Neben diesen schönen Erlebnissen waren in Matsushima aber auch noch die Folgen der Naturkatastrophe vom März 2011 deutlich zu erkennen. Häuser und Geschäfte standen teilweise leer und verfallen oder waren bereits vollständig abgerissen. Nur noch Leitungen aus der Erde zeugten an manchen Stellen davon, dass hier einmal Gebäude standen. Es wurden aber auch noch an vielen Häusern gearbeitet. Während der Busfahrt nach Ishinomaki konnten wir auch an anderen Orten die Folgen des Tsunamis beobachten.


Viele Häuser wurden erst gar nicht mehr wieder in Stand gesetzt und stehen verlassen wie nicht bestattete Leichname in der Gegend. Der Stadt Ishinomaki wurde wohl der mitten durch sie durchfließende und ins Meer mündende breite Fluss zum Verhängnis. Hier richteten die Tsunamiwellen flussaufwärts und damit ungebremst schwere Schäden an. Wir haben uns dann noch von diesem Ort mit einer kleinen Geste verabschiedet und an einem Transparent mit vielen handschriftlichen japanischen Hoffnungsbotschaften einen kurzen Gruß mit vielen Wünschen für die Zukunft „from Germany“ mit dem heutigen Datum hinterlassen.

H.F., Dresden

11. Tag: Sendai Samstag, 19. 05.  

Am 19.05.

 

fand das Sendai Matsuri (Sendai Fest) statt. In der Stadtmitte wurden Stände und eine Bühne aufgebaut. Auf der Bühne gasb es allerlei Darbietungen. Herausragend waren aber die Fächertänze. Zu Flöten und Trommeln tanzten hier Gruppen einstudierte Tänze. Dabei wurde von klein zu groß keine Trennung gemacht. Die Kleinen tanzten mit den Großen, die Jungen mit den Alten.

 

In einem Park nicht unweit entfernt von der Stadtmitte war noch eine 2. Bühne aufgebaut. Dort ging es ein wenig ruhigher zu und es gab nicht so viel Gedränge. Die Tänze konnte man dann auch nochmal Nachmittags und Abends bei 2 Umzügen auf der Straße begutachten. Wobei Abends dann das Ende des Programms angekündigt wurde. Die Fächertänze an sich sahen meistens fast gleich aus, doch ich vermute das es feine Unterschiede gab, die für mich nicht sichtbar waren. Dennoch waren sie schön anzusehen. Die Stände boten größtenteils Essen und Trinken an. Es gab auch Deutsches Bier und Wurst.

 

Diese waren allerdings sehr teuer. Eine Spezialität. Das meiste bestand aus Meerestieren, Nudeln oder Süßigkeiten, was keineswegs zu verachten war. Der Mochito den ich mir abends noch gönnte, war allerdings sehr schwach, was zum Teil erklärte, weswegen noch kein Japaner, die schon Mittags angefangen hatten zu trinken, unter dem Tisch lag.

Was man den Japanern außerdem zugute halten muss, ist, dass obwohl ich auf dem Fest keinen einzigen Mülleimer gesehen hatte, lag fast KEIN Müll auf der Straße. Diesen brachten die Japaner brav zu den beiden Müllzelten(was bei einem Fest nicht gerade viel ist), wo der Müll gesammelt wurde.

Viele Japaner sind erst spät hinzugestoßen oder sind zwischendurch wieder gegangen und wenn man den ganzen Tag auf dem Fest geblieben ist, wie wir so zerrt das schon stark an der Ausdauer, daher sind wir erschöpft aber glücklich ins Bett gefallen. J. L. aus Frankfurt

12. Tag: Sendai Sonntag, 20. 05.  

Am 20.05.

ging das Sendai Matsuri weiter. Diesmal mit einem Zug der von 12:00 bis 15:00 ging. An diesem nahmen diesmal nicht nur Tänzer Teil sondern auch Japaner die sich als Samurai verkleidet hatten und Akrobaten, auf Leitern ihr Können darboten. Zwiaschen den Fächertänzern wurden die riesigen Wagen durch Mannes- und Frauenkraft gezogen.

 

Auf den Wagen waren meistens Kostümierte, die der Menschenmenge gewunken hatten. Neben den fröhlichen Fächertänzer und deren Musikbegleitung aus Flötenspielern und Trommlern, sah dies ein wenig steif aus. Beendet wurde der Umzug dann indem nochmal alle Fächertänzergruppen zu einer gemeinsamen Musik auf der Straße aufgetreten sind. Zwische gab es immer nochmal kurz Ansagen von dem Organisator, der die Stimmung nochmal ein wenig aufleben ließ.

Danach gabes noch ein paar Darbietungen und eine Verlosung auf der Tribüne in der Stadtmitte. Wir sind allerdings nicht mehr bis zum Ende geblieben, sondern haben uns noch in ein schönes Lokal gesetzt und dort Abendgegessen.


Weil das Essen auf dem Fest ist zwar lecker, aber teuer und man wird davon nicht satt. Aber dies ist ja woanders auf Festen nicht anders. Also alles in allem fand ich das fest sehr gelungen und ich wär gern noch länger in Sendai geblieben. Allerdings geht’s morgen schon wieder weiter nach Sapporo in Hokkaido.

J. L. aus Frankfurt

13. Tag: Sapporo Montag, 21. 05.

Am 21.05.

 

Noch berauscht von der ausgelassenen und fröhlichen Simmung der beiden letzten Tage in Sendai, die aus meiner Sicht schon (fast) diese Reise Wert waren (die bei den Tänzen immer wieder gespielte gleiche Melodie wird mir wohl nicht mehr aus den Ohren gehen; erste Videos sind schon auf YouTube eingestellt!, z.B.: http://www.youtube.com/watch?v=V-QdGWfdA4c), haben wir uns bei der Abfahrtszeit des Zuges nach Shin-Aomori geirrt und den geplanten Anschluss knapp verpasst. Wir nehmen daher den nächsten Zug und verlassen Sendai eine Stunde später als geplant.


Die erste Etappe geht gewohnt flott mit dem Shinkansen bis nach Shin-Aomori. Von da an geht´s per Bummelzug (auch so was gibt´s in Japan!) weiter. Zunächst gehen wir auf “Tauchfahrt” und verlassen die Hauptinsel Honshu durch einen Eisenbahntunnel, der unterhalb des Meeres verläuft, und erreichen die Insel Hokkaido. Angekommen in Hakodate steigen wir in den Zug nach Sapporo um, der die etwas längere Strecke direkt entlang der Küste nimmt. Die Fahrt dauert dann noch einmal 3,5 Stunden, so dass wir Sapporo gegen 17.30 Uhr endlich erreichen.


Nach kurzem Einchecken im Hotel (die aus Tokio vorausgeschickten Koffer sind auch wohlbehalten angekommen), geht´s auf einen kurzen Rundgang mit anschließendem gemeinsamen Abendessen in einem einheimischen Lokal mit einem original “Sapporo-Bier”. H. F. aus Dresden

14. Tag: Sapporo Dienstag, 22. 05.

Am 22.05.


Heute steht eine Erkundung von Sapporo an. Die Stadt wurde Ende des 19. Jahrhunderts gegründet und nach westlichem Stil “schachbrettartig” geplant. Endlich kann ich mich auch einmal in einer japanischen Stadt orientieren!

 

Mit knapp 2 Mio. Einwohnern ist Sapporo mittlerweile auch recht groß (geworden). Wir besichtigen u.a. einen Markt für Fisch, Obst und Gemüse um die Ecke (hier gibt es auch Melonen zum Preis von 10 bis fast 100 EURO!) und den Fernsehturm (1956 im Stil des Eifelturms erbaut). Weiter geht’s zum ehemaligen Rathaus (in Backsteinbauweise errichtet, in dem die Geschichte dieser Insel und der weiter nördlichen, von der ehemaligen Sowjetunion im Zuge des 2. Weltkrieges annektierten Gebiete dargestellt ist).

 

Dann folgt das Gelände der historischen und danach das der idyllisch gelegenen heutigen Universität, die auch einen vor ein paar Jahren ausgezeichneten Nobelpreisträger hervorgebracht hat.

Zwischendurch werde ich “offiziell” – verbunden mit einem großzügigen Geschenk von Koyama-san und einem Beweisfoto – in den erlauchten Kreis von “Wiederholungstätern von Koyama-Japanreisen” aufgenommen.


Mittags testen wir ein Lokal, das auch Koyama-san bisher noch nicht kannte. Hier gibt es als Spezialität Lammfleisch. Nach Art des Essens “vom heißen Stein” kann man auf einer in der Mitte des Tisches eingelassenen Platte (sieht ein wenig aus wie eine übergroße Zitronenpresse) das Lamm nach eigenem Wunsch braten. Das Lokal ist modern eingerichtet, im Hintergrund läuft Jazzmusik. Eine aus meiner Sicht willkommene Abwechslung.


Den weiteren Nachmittag nutze ich u.a. für einen Besuch des Nakajima-Parks im Süden Sapporos. Es herrscht hier eine ruhige und entspannte Atmosphäre und man kann entlang von ein paar Teichen und Bereichen, die stellenweise wie ein japanischer Garten eingerichtet sind, die Seele baumeln lassen. Zumindest von außen konnte ich auch ein rekonstruiertes traditionelles Teehaus besichtigen. Der zuständige Parkwärter bat mich auch gleich, mich in das ausliegende Besucherbuch zu verewigen, was wohl die offizielle Gesamtstatistik von Besuchern dieses Parks aus Deutschland drastisch erhöht hat.

 

Zum Abschluss der heutigen Tour durch Sapporo gönne ich mir noch einen nicht ganz so traditionellen Latte Macchiato extra large (Starbucks u.ä. sind auch an diesem Ort zahlreich vertreten!). H. F. aus Dresden

15. Tag: Sapporo Mittwoch, 23. 05.

Am 23.05.

 

waren wir im Heimatsmuseum. Hier wurde chronologisch die Geschichte von Hokkaido erzählt. Angefangen mit der Besiedlung bis zur heutigen Zeit. Das Museum schien obwohl recht gut ausgestattet recht wenige Besucher zu haben. Wir waren mit einer Schulklasse die einzigen dort zu dieser Zeit. Ich hoffe, das sich das Museum trotz allem halten wird. Danach ging es mit einer kleinen Wanderung weiter zu einem historischen Dorf. Denn abgesehen von den Schreinen und Tempeln, gibt es in Japan kaum noch Gebäude die im alten japanischen Stil gebaut sind. Jene die gut erhalten sind hat man zum Teil abmoniert und in dem Dorf Originalgetreu wieder zusammengebaut.

 

In viele der Häsuer konnte man (nur mit Haussschuhen) auch betreten.

Die meisten der Häsuer dort, waren den Berufen der ehemaligen Bewohner angepasst. Weswegen jedes der Häuser eine besondere Eigenart aufzuweisen hatte. Auch hier schien es wohl ein wenig an Besucher zu mangeln. Die Angestellten waren meistens freiwillige Helfer meistens Rentner), welche keinen Stundenlohn erhalten. Dennoch waren sie sehr zuvorkommend und haben sich bemüht uns jedes Detail der Häuser aufzuzeigen und zu erklären.

 

Insegesamt eine sehr schönde Erfahrung. Danach hatten wir Freitzeit unbd ich habe mich zum Abschluss des Tages noch ein schönes Cafe gesetzt. Dort hat mich überraschanderweise ein Japaner dann zu einem freundlichem Trinken in seiner Stammbar eingeladen. So kam der Abend mit einem guten Gespräch bei japanischen Bier zum perfekten Abschluss. J. L. aus Frankfurt

16. Tag: Sapporo Donnerstag, 24. 05.

Am 24.05.

 

sind wir in das Ainudorf gefahren. Wie wir schon im Heimatmuseum erfahren hatten, wurden die Ainu, welche eigentlich hier in Hokkaido vor den Japaner heimisch waren, von diesen dann später eine Teit lang unterdrückt.

 

Man kann die Situation mit den Indianern in Amerkia vergleichen. Heute haben diese ihre vollen rechte wieder. In diesem Dorf konnte man neben den trditionellen Ainuhäusern auch noch Bären besichtigen und kleine Hunde welche die Ainu wohl gehalten hatten. In einer der Häuser wurde dann auch noch Gesang und Tanz in traditioneller Kleigung vorgeführt. Auch traditionell und originalgetreu war der Geruch von geräuchertem Fisch, welcher an der Decke hing. Um ehrlich zu sein nach der Show war ich dann doch irgendwie froh wieder an der frischen Luft zu sein. Danach hatten wir Freizeit.

 

Und ich machte mich daran Postkarten suchen. Denn man mag es nicht glauben aber dies stellte sich als große Herausforderung dar und mir war kein Erfolg beschieden. Genauso wie Mülleimer sind in Japan Postkarten verdammt schwer zu finden. Daher mein Ratschlag an alle die vorhaben diese Reise zu unternehmen.

Wenn sie einen Laden finden der diese Seltenheit verkauft, kaufen sie die Karten dort sofort. Nachdem ich meine Niederlage eingestanden hatte, habe ich mich noch in ein schönes Café gesetzt und mich dann auf den Heimweg gemacht. J. L. aus Frankfurt

17. Tag: Sapporo Freitag, 25. 05.

Freitag, 25. Mai

 

Den Weg zur Skisprung-Schanze Okurayama (errichtet für die Olympischen Winterspiele 1972) müssen wir kurzfristig mit der U-Bahn und einem Taxi anstatt wie geplant mit dem Bus zurücklegen. Wegen der geringen Besucherzahlen des letzten Jahres hat man kurzerhand für dieses Jahr den Busverkehr bis Juni eingestellt. Wir kommen aber auch so rechtzeitig an. Mittlerweile ist es mit ca. 22 Grad für diesen Teil Japans und zu dieser Jahreszeit fast schon hochsommerlich warm.

Im Gegensatz zu den ebenfalls angereisten Schulklassen nehmen wir dennoch nicht den Sessellift, sondern erklimmen sportlich zu Fuß die Sprungschanze über einen sich den Berg entlangschlingernden Weg. Wir sind beim Aufstieg die einzigen, nur beim Abstieg begegnet uns ein Japaner. Oben angekommen haben wir einen grandiosen Blick auf die Anlage und auch auf ganz Sapporo.

 

Nach unserem Abstieg, der etwas zügiger und weiterhin unfallfrei verlaufen ist, gehen wir weiter Richtung Stadt. Unterwegs besuchen wir den in einem Wald gelegenen Hokkaido-Schrein. Vor diesem Schrein steht ein neuer PKW; eine wohl gerade erst zugelassene LKW-Zugmaschine wird soeben vorgefahren.

 

Die Fahrzeuge sollen nach der gerade stattfindenden Zeremonie noch gesegnet werden. Vielleicht ist das ja auch Voraussetzung für eine kostengünstige Kfz-Versicherung? Leider reicht unsere Zeit nicht, um diese Segnung noch abzuwarten und auf Bild festzuhalten.

 

Nach einem schnellen Mittagessen in einer versteckten Gaststätte im Kellergeschoss eines Supermarktes (mit einer Ausstattung wohl aus den 70er Jahren – samt Blechtöpfen und Sieben, aber dennoch schmackhaft und günstig) geht’s zur Asahi-Brauerei. Hier werden wir in einer kleinen Gruppe durch eine hochmoderne Brauerei (mit eigenem Kinovorführraum) geführt. Die Zahlen zum „Ausstoß“ an Dosen-, Flaschen- und Faßbier konnte ich mir nicht alle merken, sie waren aber auch für einen deutschen Biertrinker beeindruckend.

 

Einer der zahlreichen „Bier-Silos“ hatte meiner Erinnerung nach ein Fassungsvermögen, wonach man 1000 Jahre lang täglich 1 Liter trinken könnte (so muss das Paradies für Homer Simpson aussehen)! Zum Abschluss durfte man noch max. 3 Bier (je 0,3 l) trinken. Wenn man dies in 20 Minuten schaffte, gab es auch mehr. Wir haben aber davon keinen Gebrauch gemacht, wenn schon es auch reizte, als Deutsche „einen guten Eindruck zu hinterlassen“ bzw. die deutsche Trinkfestigkeit zu demonstrieren. Das sommerliche Wetter und die Mittagszeit ließen da doch die Vernunft siegen. Vielleicht hat es ja die Gruppe nach uns (eine „Hundertschaft“ Südkoreaner) geschafft.

 

Auf Einladung von Koyama-san – er hatte ein gutes und preiswertes Lokal gefunden, das meine „Leibspeise“ Maultaschen („Gyoza“, garantiert fischfrei !!!) auf der Karte hat - essen wir heute zusammen zu Abend. Zwar müssen wir eine Weile warten bis ein Tisch frei wird (ein untrügliches Zeichen für ein gutes Lokal). Das Essen ist aber äußerst schmackhaft und mehr als ausreichend.

Daher mache ich danach zur Verdauung noch einen Spaziergang durch die Innensadt von Sapporo. Dabei komme ich auch am Fernsehturm vorbei, der bei Tageslicht nicht ganz so farbenfroh, bei Dunkelheit jedoch – trotz aktueller Energiesparmaßnahmen – kunterbunt wie ein Weihnachtsbaum erleuchtet und ein wahrer „Hingucker“ ist. H.F. aus Dersden

18. Tag: Morioka Samstag, 26. 05.

Samstag, 26. Mai

 

Heute ist vornehmlich Zugfahren angesagt. Bei grauem Himmel nehmen wir Abschied von Sapporo. Von Sapporo geht es wieder mit dem „Bummelzug“ über Hakodate nach Shin-Aomori. Kurz vor Shin-Aomori meldet der Schaffner - „peinlich berührt“ - jedoch, dass wir halten müssen. Eine Schienenschwelle sei in Brand geraten! Ob das die japanische Version einer anonymen Bombendrohung oder wohl doch nur die in Japan herrschende Vorsicht ist? Jedenfalls können wir nach halbstündigem Warten weiterfahren.

 

Der Schwellenbrand wurde wohl gelöscht bzw. das Problem hat sich anderweitig gelöst. In die angespannten Gesichter des gesamten Zugpersonals kehrt wieder das typisch freundliche Lächeln zurück. In Shin-Aomori müssen wir jedoch wegen der Verspätung den nächsten Shinkansen nach Morioka nehmen. Im Bahnhof erwartet uns aber bereits an einem eigens aufgestellten Stand das Bahnpersonal und überreicht uns sofort die Platzkarten für den nächsten Zug. Das habe ich bei der Deutschen Bahn auch noch nicht erlebt! Wir kommen dann mit etwa 1-stündiger Verspätung in Morioka an.

 

Am Bahnhof von Morioka erhalten wir an der Touristeninformation neben einem Stadtplan auch gleich ein etwa 10x10 cm großes Stoffstück („Traditional Nanbu Stencil Dyeing“) zur Begrüßung, das sich auch gut als Glasuntersetzer eignet. Wir können dann gerade noch die letzten Züge des heute und morgen stattfindenden Festes erleben, das in Reaktion auf die Naturkatastrophe von 2011 letztes Jahr ins Leben gerufen wurde und den Zusammenhalt dieser Region fördern soll.

 

In der Ferne können wir an hohen Stangen befestigte Laternen erkennen, die herumgetragen werden. Wir kommen jedoch kaum durch die Menschenmassen hindurch, die unterwegs sind, vermutlich Hunderttausende. Morgen soll dann noch ab 12 Uhr ein großer Festumzug stattfinden. Ich bin gespannt!

H. F. aus Dresden

19. Tag: Tokyo Sonntag, 27. 05.

Am 27.05.

 

kam Koyama-san wie versprochen uns um 9:30 abholen. Dann ging es auch gleich los den Überresten der Burg, welche wir schon bei unserem letzten Besuch besichtigt hatten. Hier hatten sich diesmal schon als wir ankamen riesige Menschenmassen versammelt. Wir mussten uns um noch einen einigermaßen guten Blick auf die Bühne zu verschaffen auf ein wenig höheres Gelände begeben. Und auch hier standen schon Japaner. Dennoch durften wir einige Bühnenauftritte sehen.


Darunter waren Männer welche lange Stäbe mit vielen Laternen oben auf einer Hand, der Stirn oder der Schulter balncierten. Eine trommelnder Tanzgruppe fand dort auch ihren Platz. Und zu guter Letzt gab es noch 5 Damen in Kimono, welche zu Trommeln und Flötenspiel tanzten. Danach sind wir zu der Umzugsstraße gegangen wo sich auch schon tausende eingefunden hatten und dort auf Zeitungen oder Picknickdecken warteten.

 

Insgesamt war jedoch alles durch gute Regulierung gut zugänglich und wir schafften es auch hier einen recht guten Platz zu ergattern.

Wir konnten leider nicht den ganzen Umzug sehen, dennoch war es sehr spannnend. Dieselben Gruppen von der Bühne waren auch hier wieder von der Partie und zusätzlich kamen noch Umzugswagen, welche natürlich durch Mannes-, bzw Frauenkraft gezogen wurde. Natürlich waren dann noch einige Kostümeirte und Würdenträger dabei die der Mensche zuwinkten.

 

Dann ging es mit ein wenig Verzögerung (weil angeblich die Gleise brennen würden, was schon recht amüsant war weil diese aus Stahl und Beton waren) in Richtung Tokyo. J. L. aus Frankfurt

20. Tag: Tokyo Montag, 28. 05.

Am 28.05.

 

Gign es nach Kamakura, wo wir den dortigen Schrein besichtigen. Dieser war durch eine sehr schöne Gartenlandschaft angelegt. Auffallend waren die vielen Hochzeiten, die dort gehalten wurden.


Ich konnte 2 Brautpaare sehen, doch meine Mitreisenden berichteten von noch mehr. Dann hatten wir eine kurze Mittagspause, welche ich in einer Suchibar verbrachte, weil dort die Preise im Gegensatz zu den restlichen Restaurants in der Stadt noch ganz angenehm waren. Dann fuhren wir auchs schon weiter nach Tsurugaoka zum Hachimango Schrein, wo eine riesige Buddha – Statue aufgestellt war. Nach einer kurzen Trinkpause war der dritte Tempel an der Reihe, wo man eine sehr schöne Gartenlandschaft besichtigen konnte.

 

Außerdem gab es dort eine Kannon – Statue zu besichtigen. Und da der Schrein reletiv weit oben lag, hatten wir schon mal eine gute Aussicht auf das Meer und den Strand zu dem wir dann später noch gefahren sind. Danach ging es dann wieder Richtung Tokyo, wo einige noch zur Karaoke gegangen sind, während es andere doch ruhiger angegangen sind.

J. L. aus Frankfurt

21. Tag: Narita-Airport Dienstag, 29. 05.

Dienstag, 29. Mai

 

Tja, jetzt ist er angekommen, der letzte Tag unserer Japanreise. Hier der Ablauf, so wie ich ihn erlebt habe:

 

Um 1.37 Uhr wackelt das Zimmer. Es fühlt sich an, als säße man in einem Eisenbahnwaggon, der gerade an eine neue Eisenbahnlok mit einem Rumms angekoppelt worden wäre. Tatsächlich war es ein kleiner der vielen kurzen (regelmäßig harmlosen) Erdstöße in Japan.

 

Heute ist ausschlafen angesagt, da es erst um 10 Uhr zum Bahnhof Ueno weitergeht. Aus meinem Hotelzimmer fotografiere ich noch einmal den von hier gut sichtbaren „Skytree“, Tokios neues Wahrzeichen.

 

Nachdem wir am Bahnhof unsere Koffer in Schließfächer eingeschlossen haben, haben wir 5 Stunden zur freien Verfügung. Ich entschließe mich noch einmal für einen Rundgang durch den angrenzenden Ueno-Park, den ich bereits zu Beginn der Reise schon einmal besucht habe. Wie heißt es so schön: der Kreis schließt sich. Ich schlendere gemütlich durch den Park und denke auch ein wenig über die letzten 3 Wochen nach.

 

Eine andere Seite von Japan wird mir dabei auch zunehmend bewusster. Dieser Park ist zugleich auch das Zuhause von zahlreichen Obdachlosen, die hier leben und unaufdringlich tagsüber auf Bänken oder Mauern sitzen. Betteln habe ich auch keinen gesehen.

 

Da ich noch reichlich Zeit habe, entschließe ich mich nach einigem Zögern für einen Besuch des Zoos, der sich direkt in diesem Park befindet. Wider Erwarten erweist sich das Gelände als recht groß mit verschiedensten Tierarten. Im Zoo sind zahlreiche Schul- und Kindergartengruppen unterwegs. Die Schülergruppen, vor allem die Mädchen zeichnen häufig die Tiere und meines Erachtens mit großer Geschicklichkeit. Pflichtprogramm ist natürlich auch das Gehege der beiden Pandabären.

 

Nach dem Zoobesuch schlendere ich noch ein wenig im Park umher und werde auch gleich von einem Japaner auf einem Fahrrad mit zwei Hunden im Lenker- und Gepäckträgerkorb angesprochen. Er fragt mich auf englisch, woher ich käme. Ich sagte „from Germany“, was wie üblich bei den Japanern eine „gesteigerte Freundlichkeit“ und großes Interesse hervorruft.

 

Er sagt, er sei einige Zeit in England gewesen und war auch für einen Tag in Deutschland, genauer in Frankfurt. Als ich ihm noch sagte, dass ich während unserer Rundreise einige Tage in Sapporo - seiner Heimatstadt, wie sich herausstellt – gewesen sei, war die Begeisterung bei ihm noch größer. Nach einigem Smalltalk trennten sich dann wieder unsere Wege und er radelte mit seinen beiden kleinen Hunden weiter.

 

Dann wird es Zeit zu unserem gemeinsamen Treff zum Bahnhof zurückzukehren. Die Hokkaido- und die Koyasan-Gruppe fahren zusammen zum Flughafen. Das im Flughafenareal gelegene letzte Hotel erweist sich als äußerst geräumig, nicht nur für japanische Verhältnisse. Der auch hier vorhandene, in japanischen Hotels übliche Hinweis im Zimmer, dass der Koffer aus Platzgründen auch unter dem Bett verstaut werden kann, ist mehr als überflüssig, aber deswegen auch amüsant.

 

Um 21.00 Uhr treffen wir uns alle gemeinsam in der Lobby und stoßen auf Einladung von Koyama-san auf den letzten Tag und die 3 vergangenen Wochen an. Gemeinsam sitzen wir noch 2 Stunden beieinander und haben so manche interessante und lustige Anekdote zu berichten. Koyama-san bedankt sich auch noch einmal bei uns allen für unser Vertrauen, da es nach der Naturkatastrophe von 2011 noch immer nicht (wieder) „selbstverständlich“ geworden ist, eine Reise nach Japan zu unternehmen.

 

Als Fazit bleibt: Ich habe den Eindruck, dass uns allen die beiden jeweiligen Reiserouten sehr gefallen haben. Vermutlich ist es auch das besondere an dieser Reise, was sie von anderen unterscheidet, dass ein Teil „geführt“ wird und darüberhinaus noch ausreichend Zeit für eigene Exkursionen nach jeweiligem Interesse bleibt. Was auch wie von mir mehrfach erlebt dazu führt, dass man als „Einzeltourist“ auf angenehme Weise angesprochen und nach seiner Herkunft gefragt wird, woraus sich dann oft ein nettes Gespräch entwickelt hat (wer dann noch ein bisschen japanisch spricht, ist dabei natürlich im Vorteil).

 

Ich weiß nicht, ob es nur die sprichwörtliche japanische Höflichkeit ist, aber ich habe dabei wiederholt gehört: „Germany is my favourite country!“ und dass wohl - auch aus japanischer Sicht - die Japaner und die Deutschen sich trotz der großen kulturellen Unterschiede in mancher Hinsicht ähneln.

 

So, jetzt muss ich mich nur noch entscheiden, ob ich meine verbliebenen Yen morgen am Flughafen ausgebe oder für einen nächsten Besuch aufspare. H. F. aus Dresden

22. Tag: Rückflug (LH 711) Narita-Frankfurt, Mittwoch, 30. 05. 2012

Mittwoch, 30. Mai

 

Frühstück ab 6.30 Uhr, zum letzten Mal mit Reis und Miso-Suppe. Ab 7.30 Uhr fahren wir mit dem Hotelbus zum Flughafen.

Der Airbus startet pünktlich um 9.45 Uhr. Im Gegensatz zum Hinflug, wo die Maschine halb leer war, sind jetzt fast alle Plätze besetzt. Dass viele ältere Japaner an Bord sind, merkt man auch an den Mahlzeiten. Beim Abendessen ist bei den zwei Wahlessen, japanisch oder westlich, die japanische Mahlzeit schon bald alle. Wir müssen zum Abschied Penne essen. Nach ruhigem Flug landen wir pünkltich in Frankfurt.