Bericht + Bilder Mai Koyasan 2012

1. Tag: Hinflug (LH 710) Frankfurt-Tokyo, Mittwoch, 09. 05. 2012

Unser Airbus startet pünktlich um 13.50 Uhr. Den heutigen Tag verbringen wir nur im Flugzeug. Die Maschine ist nur zur Hälfte besetzt, wenige Japaner, viele Ausländer. Wir haben also viel Platz zum Sitzen und Schlafen. Der Flug ist angenehm, leise und ohne Schwankungen. 

2. Tag: Tokyo Donnerstag, 10. 05.

Wir sind in Japan! Heute früh pünktlich um 8 Uhr ist der Airbus in Tokyo-Narita gelandet. Mit dem Zug ging es in einer reichlichen Stunde nach Tokyo/Ueno. Unser Hotel steht in Asakusa, einer etwas altertümlichen und ruhigen Gegend. Wenig Autoverkehr, dafür um so mehr Fahrräder in schneller Fahrt auf dem Fußweg.

 

Zu Mittag haben die meisten von uns chinesisch gegessen, meist eine Ramen(Nudel-)Suppe. Danach sind wir zum Sensoji (Asakusa-Kannon)-Tempel spaziert. Das Wetter war recht schön und sonnig, aber als wir im Tempel waren, kam der vorausgesagte Gewitterguss. Also zurück zum Hotel. Am Abend hatte sich das Wetter beruhigt. Der krönende Abschluss des 1. Japantages war der Besuch in einem Sushi-Restaurant.

3. Tag: Tokyo Freitag, 11. 05.

Heute, am zweiten Tag unserer Japanreise haben wir den Tag mit dem Frühstück gegen 7.oo Uhr begonnen. Um 8.00 Uhr machten wir uns auf den Weg Richtung Kaiserpalast. Dort waren auch einige japanische Schulklassen unterwegs und boten einigen Reisenden - neben dem Palast - gute Motive. Allerdings boten auch einige aus unserer Reisegruppe für die Schulkinder gute Motive. 

 

Vom Kaiserpalast ging es zu Fuß weiter zum Meiji-Schrein, welcher durch die großen für Shinto-Schreine typischen Toriis beeindruckte. Am Schrein trafen wir  auf zwei Hochzeitsgesellschaften. 

Nach dem Besuch des Meiji-Schreins fuhren wir mit der Bahn zur Ginza, des noblen Einkaufsviertels in Tokio. Hier teilten wir uns in Grüppchen auf und schlenderten die Schaufenster ab. Mein Grüppchen hat sich eine Weile in einem Spielzeuggeschäft aufgehalten, wo wir uns über so manches amüsiert und gewundert haben (z. B. der Control Bear, der seinen Kopf in der Hand hält, man kann den Kopf aber nicht an die eigentlich vorgesehene Stelle festmachen). 

 

Von der Ginza aus geht es mit der Bahn nach Ueno, wo wir über den Ameyoko-Markt gegangen sind. Hier reiht sich Stand an Laden und wieder an Stand und es gab vieles z. B. an Kleidung und Essbarem zu entdecken. Einige aus der Gruppe gönnten sich Erdbeeren oder Ananas "am Stock". Sehr erfrischend… Denn über das Wetter können wir nicht klagen, lediglich ein paar Wolken zeigen sich neben der Sonne. Allerdings ist es an manchen Ecken bzw. zwischen den Hausschluchten recht windig.

 

Vom Markt aus teilten wir uns wieder in Grüppchen auf. Wir sind durch die Gegend, in welcher alle möglichen Gegenstände für Küchen und den Haushalt angeboten werden, zu Fuß zum Hotel zurückgegangen. Auf dem Weg haben wir uns noch kurz den kleinen Shibaya-Schrein angesehen. Die kleine Straße dorthin war gesäumt von Ständen. Entweder wurde dort etwas (ein Fest?) vorbereitet oder es war gerade etwas zu Ende gegangen. Wir haben es nicht herausgefunden.

 

Wieder im Hotel angekommen, habe ich mir eines dieser kleinen Desserts, sehen aus wie mini Törtchen oder Eis, die es hier in den Supermärkten zu kaufen gibt, gegönnt. Sehen recht putzig aus und schmecken…! Auch deshalb habe ich mich auf die Reise gefreut!

Nach der kleinen Pause, haben wir uns noch einmal zu viert aufgemacht. Mittlerweile ist es bereits dunkel und wir sind noch einmal am am Asakusa Kannon-Tempel vorbei. Alles war schön beleuchtet und wir habe noch ein paar Fotos gemacht. Anschließend haben wir uns aus den vielen Lokalen das "Ebisu Gyoza" ausgesucht, wo wir noch lecker zu Abendgegessen haben.  

S.U. aus Köln 2. mal in Japan mit Koyama

 

4. Tag: Ito Samstag, 12. 05.

Hier meldet sich mal wieder die Reiseleiterin. Wir sind am Samstag von Tokyo aus zu unserem nächsten Reiseziel, der Izu-Halbinsel, gestartet. Zwischenstopp war in Atami, wo einige zum ersten Mal ein mindestens 40 Grad (für mich gefühlte 50 Grad) heißes Fuß-Onsenbad genossen haben. Dann ging es mit dem Schwarzen-Schiff-Zug nach Futo. Die schwarzen Schiffe waren die Kanonenboote, mit denen an dieser Küste 1853 Commandante Perry nach 260-jähriger Abschottung Japans die Öffnung der Häfen erzwang. Japaner erinnern gern an dieses Ereignis, war es doch die Chance für sie, in die Neuzeit einzutreten.

 

Unsere kleine Familienpension liegt weit oben im Ort mit herrlichem Blick aufs Meer. Ich habe zuerst eine kleine Unterrichtsstunde abgehalten zu den Themen: Was ist eine Tatami?, Wann muss man die Schuhe ausziehen?, Wie legt man sich den Futon zurecht?, Wie badet man? usw. Danach haben wir den Ort erkundet. Besonders schön waren die kleine Aussichtsplattform am Meer und der Ortsschrein. Am Abend dann unser erstes gemeinsames Abendessen mit Sashimi und Tempura, von unseren Wirtsleuten lecker zubereitet, und mit Bier und Sake. Und sicher hat es nicht nur am Alkohol gelegen, dass der Abend so fröhlich verlief.

 

Ergänzung von B. aus Düsseldorf.:

Für herzhaftes Gelächter sorgte die Vorführung " Wie baue ich ein japanisches Bett" am Beispiel von Christians Zimmer, der mit stattlichen 200 cm Körpergrösse ein XL-langes Zimmer bekommen hat. In seinem Zimmer war die typische Zeremonien-Nische - nicht wie man meinen könnte, mit einem Buddha, sondern mit dem mystisch-magischen MARDERHUND (Tanuki), der uns seitdem irgendwie zu verfolgen scheint und uns unerwartet aus den unverhofftesten Ecken mit den Blicken zu verfolgen scheint.

 

Was der Wolpertinger den Bayern ist der Marderhund den Japanern, aber natürlich mit Zusatzfunktion.... mit Sakeflasche in der Rechten und Block zum Anschreiben in der Linken - für den Fall, dass das Flüssige ausgeht. Aus Fell, aus Keramik, aus Plastik - alle Varianten sind möglich. Seitdem wird jedes Modell fotografiert und archiviert - eine Bildergalerie folgt in Kürze! Brigitte aus D.

5. Tag:  ito Sonntag, 13. 05.

Nach einem langen und unterhaltsamen, gemeinsamen Abend an der langen Tafel im Speiseraum unserer traditonellen, japanischen Pension in Futo sind wir froh, dass dieser Tag eine Stunde später als gewöhnlich beginnt.

 

Bei herrlichem Wetter fahren wir mit dem Panoramazug 2 Stationen in den Süden, um von Izukogen aus an der malerischen Küste entlangzuwandern. Vor dem Bahnhof findet an diesem Sonntag, dem Muttertag, ein Flohmarkt mit Kuriositäten, aber auch stattlichen Preisen statt. Im örtlichen Supermarkt werden noch die Regale fürs Picknick geplündert, bevor es am Flusslauf bergab zur Küste geht. 

 

Die von vielen Aufnahmen bereits bekannte Hängebrücke war der erste Anlaufpunkt. Eine japanische Kletter-Truppe sorgte für tolle und bunte Fotomotive, denen Daniel und Christian aber auf dem Felsenvorsprung grosse Konkurrenz bereiten.

Die herrlich zerklüftete, grau-schwarzen Felsenküste mit der üppig grünen Vegetation begeistert uns ! Die Wanderung geht Achterbahn-mässig bergauf-bergab-rechtsrum-linksrum und leider nur selten geradeaus und eben.... Aber da alle das passende Schuhwerk und Lust auf das Land, die Natur und Bewegung haben, macht es riesig Spass. 

 

Auf dem Weg ergeben sich nicht nur immer wieder fantastische Ausblicke auf das Meer, die Orgelpfeifen-artigen Felsen mit den typisch japanischen Kiefern, sonder auch intensiver Austausch untereinander, der das Sich-Näherkommen vom Vorabend weiter vertieft.

 

Auf dem grossen Plateau ist allgemeiner Treff zum Picknick, dem sich glatt zwei Katzen erfolgreich anschliessen - ebenfalls grosse Fans von Koyama-Japanreisen. Unser Unterhaltungsprogramm bei Apfel, Sandwich, Salat & Co. war ein Einheimischer, der in grösster Selbstverständlichkeit und höchster Ruhe auf einem handtuchgrossen Stück Rasen zwischen den von Wind und Meer Felsen Trockengolf spielte:

Abschlag ohne Ball. 

 

Nach dem Gruppenfoto gehts weiter auf dem herrlichen, halbschattigen Pfad. Leichter Wind kühlt zum Glück die Stirn, die heiss-laufenden Objektive und trocknet die T-Shirts.

Nächster Treffpunkt und ein echtes Highlight ist die Tempel-Anlage der Nichiren-Sekte, zum der uns Renate in ihrer herrlich fundierten und lockeren Art die wichtigen Hintergrund-Infos erläutert.

 

Hier begegnet uns etwas Deutsches: als Symbol für eine friedliche Revolution werden im Souvenir-Laden Stückchen der Berliner Mauer verkauft. 

Da sich alle entschieden haben, noch weiter als geplant zu wandern, passieren wir die Taucher-base und bestaunen eine Gruppe, die es trotz der heftigen Brandung ins Meer wagt. Wir jedoch  bevorzugen den Landweg....

 

Nach weiteren 20 Minuten kommen wir zum ehemaligen Leuchtturm, der wie die meisten Häuser in den Städten auch, mal wieder komplett gekachelt ist. Auch wenn es keiner zugeben mag, nach  fast 4 Stunden zwiebeln so langsam die Oberschenkel, als wir die gefühlten 78 Stufen zur Aussichtsplattform hochsteigen.

Ein letztes Mal wird abgefragt, wer zum Bahnhof oder noch bis zur Pension mitwandern möchte. Keiner macht Schlapp und auch Renate hält mit uns allen mit bis zum Schluss ! Tolle Leistung !

 

Direkt nach der Ankunft schmeissen wir die müden Knochen erst in den onsen und dann ins Bett - bis 18.00 war von niemandem mehr was zu hören, ausser Schnarchen vielleicht.....

Das exzellente, von den Pensionswirten zubereitete Menü mit Tempura, Sashimi, gebratenem Fisch und Suppe bildet den adäquaten Abschluss zu einem herrlichen Tag in unserer interessanten, unterhaltsamen und super-netten Truppe.

 

An diesem Abend erleben wir aber nur noch das 22-Uhr-Glockenspiel, dann sind wir in den Kojen und freuen uns auf einen neuen, spannenden Reisetag ! 

P.S. Es  gäbe noch sooo viel mehr zu berichten von Flora, Fauna und Co, aber jetzt gibts erstmal wieder Essen ! Viele Grüsse, Brigitte aus Düsseldorf

6. Tag: Juso/OSAKA Montag, 14. 05.

Heute geht es von Futo per Zug nach Osaka.

Vom Pensionsleiter erhalten wir alle eine japanische, saure Orange als Abschiesgeschenk und dann geht es los. Mit dem Regionalzug erreichen wir Mishima: zum einen der Bahnhof für den Shinkansen nach Osaka, zum anderen der perfekte Ort um den Fujisan (bei bestem Wetter) endlich zu sehen. Was für ein Panorama, was für ein stolzer Berg mit seinen 3.776m!

 

Schnell rauscht der Shinkansen, bestaunt von allen Teilnehmern in den Bahnhof. Der Zug ist unglaublich lang und innen eher nüchtern, aber doch geräumig gehalten. Die Zeit nach Osaka vergeht bei der rasanten Geschwindigkeit "im Zuge", vorbei an Teeplantagen, endlosen Reisfeldern und ständig neuen urbanen Ballungszentren. 

 

Bei der Ankunft in Osaka wird man zunächst erschlagen. Alles wirkt voll, laut, riesig, mehrstöckig und ungeordnet. Aber bei genauerem Hinschauen gibt es auch hier System und man findet sich dann doch zurecht.  Osaka bedient offenbar zwei menschliche Grundbedürfnisse ideal: Shoppen und Nahrungsaufnahme.

 

Ich habe noch nie auf so vielen Ebenen eine solche Aneinanderreihung von Shops gesehen. Ober- und unterirdisch verlaufen kilometerlange Geschäftsstraßen und versuchen den Konsumenten mit wilder Musik und bunten Bildern zum Einkaufem zu animieren. Wenn man keine Lust mehr dazu hat, dann braucht man nur links oder rechts in die Seitenstraßen zu gehen und schon findet man alles für den Gaumen, mindestens genauso ausufernd wie die Shoppingstrassen.

 

 Nachts fängt diese wilde Mischung dann noch an zu blinken- gern winken Plastik-Monsterkrabben einem entgegen oder dampfende Riesenkraken laden zu Osakas kulinarischer Spezialität (Krakenbein im Teigball) ein.

 

Historisches ist in Osaka eher wenig zu finden. Die Hauptattraktion ist das Schloss, das aussieht wie eine gigantische Aufeinanderstapelung von japanischen Tempeln auf einem Fundament aus riesigen Gesteinsquadern. Sehr beeindruckend von außen, von innen etwas ernüchternd, da leider eher wie ein Kaufhaus mit Museumscharakter gehalten.

 

Aber das Schloss wurde mehrfach im Laufe der Geschichte zerstört und in moderner Zeit nur von außen im Original erhalten. Dennoch ein schöner Ort (insbesondere die dortigen Gartenanlagen) um sich vom Stress der Stadt zu erholen...und wenn man dann genug Ruhe hatte, dann kann man sich wieder voll dem Blink-, Shopping- und Fressrausch der Stadt hingeben. 

 

C.B. aus Hamburg

 

7. Tag: Juso/KYOTO  Dienstag, 15. 05.

Heute schreibt wieder die Reiseleiterin. 

Der heutige Tag sollte ein Höhepunkt sein - geplant war der Besuch des Aoi-Festes. Aber der Regen machte das sorgfältig ausgewählte Programm von Herrn Koyama zunichte. Das Fest wurde auf den morgigen Tag verschoben, und da sind wir nicht mehr in Kyoto. Ein Albtraum für die Reiseleiterin, denn ich musste ein Ersatzprogramm aufstellen.

 

Zum Glück ist unsere Gruppe sehr angenehm, es gibt nicht das geringste Gemaule.

Und das haben wir nun gemacht: Am Vormittag waren einige (es gab nicht so viele Eintrittskarten für uns alle)im Kabuki-Theater, eine gute Erfahrung für Japanneulinge. Die anderen sind durch Osaka gebummelt, ins Elektroviertel Denden-Town oder ins Warenhaus gegangen. Am Nachmittag haben wir in Suita die ehemalige Residenz einer reichen Familie besichtigt.

 

Ein schönes Beispiel für die Wohnkultur der Japaner. Eine kleine Gruppe hat sich dann noch auf den Weg gemacht zur Asahi-Brauerei und an einer Führung teilgenommen. Bisher waren die Erklärungen dort immer nur auf Japanisch, aber jetzt musste die junge Frau, die uns herumführte, alles auf Englisch erklären, was nicht ohne Mühen und Lachen abging.

Unsere 3 Probebiere haben wir nicht geschafft, jeder hat nur 2 Glas getrunken. Am Abend gab es gleich nochmal Freibier. Auf Einladung von Herr Koyama konnten wir alle in einem Restaurant essen und trinken. 

So ist es also trotz des Regens ein schöner Tag geworden.

8. Tag: Koyasan  Mittwoch, 16. 05.

Heute ist schönes warmes Wetter. Schade, dass gestern das Aoi-Fest verregnet ist und nun heute stattfindet, wo wir weiterfahren müssen. Unser Ziel ist der Koyasan, das Zentrum des Shingon-Buddhismus. Koyasan liegt etwa 900 m hoch.

 

Es ist eine Tempelstadt mit über 100 Tempeln, vielen Geschäften und Restaurants. Man hat im ersten Moment Angst, dass es zu laut ist, aber nach der Hektik von Osaka empfindet man doch eine große Ruhe. Ich bin schon einige Male in der Tempelherberge gewesen und mir gefallen besonders die freundliche Atmosphäre, der wunderschöne Garten und die zum Teil schon 400 Jahre alten Räume, in denen wir wohnen und essen dürfen. Auch das Essen ist etwas Besonderes, da man fast alles, was auf dem Tisch ist, nicht kennt.

(Die Reiseleiterin)

9. Tag: Koyasan Donnerstag, 17. 05.

In Koyasan, wo wir zwei Tage/Nächte in einer Tempelunterkunft verbracht haben, haben wir am ersten Morgen alle an der Morgenandacht teilgenommen und der Priester hat ein paar erklärende Worte in Englisch zum Berg Koyasan und die Tempel hier an uns gerichtet.  Nach dem fisch- und fleischfreien Frühstück (was nicht soo ganz mein Fall war) besuchten wir den großen Friedhof, welcher in einem Zedernwald liegt und wo sich viele alte Gräber und auch z. B. Grabstätten von japanischen Firmen für ihre Mitarbeiter befinden. 

 

Auch wenn es auf Koyasan Souvenirläden für Pilger und Touristen gibt, war der Kontrast zu den Städten wie zum Beispiel Tokio oder Osaka natürlich groß. Es ging alles viel ruhiger und gelassener zu. 

 

Nach dem Friedhofsbesuch haben wir uns in Grüppchen aufgeteilt. Unsere Gruppe hat sich aufgemacht, ein Stückchen des Frauenweges zu wandern. Zuvor sorgten wir aber für verblüfftes Staunen bei einem Schulkind. Der kleine Junge - etwa sechs Jahre alt - unterhielt sich gerade mit Klassenkameraden, als wir die Straße herunterkamen. Geistesabwesend unterbrach er auf einmal sein Gespräch. Seinem Blick nach zu urteilen waren wir die ersten Ausländer, die der Kleine gesehen hat. Sprachlos sah er uns die ganze Zeit noch hinterher. Seine Kameraden dagegen haben wir nicht so beeindruckt, zumindest zeigten sie es nicht so… 

 

Interessant fand ich eine Begegnung mit einer Japanerin als wir uns auf den Weg zurück nach Osaka gemacht haben. Im Zug hatte sie mich angesprochen, nachdem ich mich neben sie gesetzt hatte und wir haben uns  ein paar Minuten auf Englisch unterhalten. Letztlich war sie ganz begeistert davon, dass ich als Deutsche so gut Englisch spreche könne… das fand ich wiederum lustig, weil es mir vorkam, als hätte ich ziemlich rumgestammelt, da ich etwas überrumpelt war und zudem fand ich, dass sie für eine Japanerin richtig gut Englisch sprechen konnte! Denn teilweise haben sich die Japaner, die uns bisher begegnet sind recht schwer mit dem Englischen getan.

S.U. aus Köln, 2. mal

 

10. Tag:  Juso/OSAKA Freitag, 18. 05.

Nach 2 Tagen in frischer (und zum Teil auch recht kalter) Bergluft fahren wir heute nach Osaka zurück, wo es doch viel wärmer ist. Der heutige Nachmittag ist ohne festes Programm. Einige bleiben in Osaka, andere fahren mit der S-Bahn nach Kyoto. Ich bin etwas herumspaziert und habe vor dem Pontocho-Theater ein paar Maikos und einige sehr elegante Frauen im Kimono gesehen.

(Die Reiseleiterin)

11. Tag: Juso/KYOTO Samstag, 19. 05.  

Ein wunderschöner Samstag in Kyoto. Bei warmem Sommerwetter haben wir heute Kyoto von seinen schönsten Seiten kennengelernt. So hatten sich alle diese Stadt vorgestellt - traditionell, romantisch und manchmal auch etwa kitschig.

 

Es waren viele Menschen unterwegs, Schüler, Touristen und auch Einheimische, aber es war nicht so wuselig wie in manchen früheren Jahren. Mittags waren wir im Handicraft-Center. Dort waren wir fast die Einzigen. Die Managerin klagte, dass keine ausländischen Touristengruppen mehr kommen.

 

Mir hat heute besonders der Spaziergang auf dem Philosophenweg gefallen. Ich hatte erst keine rechte Lust, aber meine Wandervogelgruppe wollte unbedingt zu Fuß gehen, und dann war ich ganz überrascht, wie schön dieser Weg auch ohne Kirschblüten ist, besonders bei diesem heißen Wetter war er wie eine kühle Oase. Begeistert war ich auch von den vielen hübschen Mädchen auf dem Weg zum Kiyomizudera. Die jungen Frauen in den bunten Yukatas mit den aufgesteckten Haaren finde ich einfach bezaubernd.

 

Und die Maikos auf meinen Bildern sind sicher keine echen Maikos, sondern Mädchen, die sich für einen Tag in eine Maiko verwandelt haben, aber sie sehen so echt aus, und der große Vorteil ist, dass man sich mit ihnen fotografieren lassen kann.

(Die Reiseleiterin) 

12. Tag: Juso/KYOTO Sonntag, 20. 05.  

Heute sind wir wieder in Kyoto unterwegs. Das Wetter ist noch warm, aber trübe. Der Kinkakuji und der Steingarten des Ryoanji dürfen bei keinem Kyoto-Besuch fehlen. Deshalb sind wir dort nicht allein -  Hunderte von Besuchern, besonders Schüler, hatten das gleiche Ziel. Wir haben uns sehnsuchtsvoll an die Ruhe auf dem Koyasan erinnert. 

 

Am Nachmittag stand noch das Nijo-Schloss auf dem Programm und auch der Kyoto-Bahnhof. Doch durch den Bahnhof musste ich alleine schlendern, denn meine Reisegäste sind alle zum Fushimi-Inari-Schrein mit seinen vielen roten Torii gefahren.

(Die Reiseleiterin)

13. Tag: Juso/OSAKA Montag, 21. 05.

Trotz Heerscharen angreifender Mücken und hinterlistigen Attacken monströser Tausendfüßler wurde der Tenno-zan heute früh erfolgreich von allen bezwungen. Danach stärkte sich ein Teil der Gruppe beim "Whisky-Frühschoppen" in der Suntory Whiskey Brennerei.

 

Leicht beschwingt ging es dann weiter nach Arashiyama. Das harmonische am Fluss gelegene Dorf bietet allerlei zu sehen, und lädt zum bummeln in den Straßen ein. Eine Sehenswürdigkeit ist die Togetsu-Brücke eine lange Holzbrücke. Vom Dorf aus ging es weiter zum Affenberg. Nach 550 Yen und einem 20 minütigem Fußweg, kann man dann Affen auf einem kleinem Plateau beobachten.

 

Von hier aus bietet sich ein toller Ausblick auf das nahe liegende Osaka. Entweder ging es danach zum Shoppen oder nach Umeda/Osaka zum Sky-Building. Mit dem Aufzug düst man in den 39. Stock. Dort kommen Pärchen mit Liebesschlössern und romantischen Sitzecken voll auf ihre Kosten.

 

Nach paar Stufen dann erreicht man den höchsten Punkt des Gebäudes mit 173 Metern, und kann hier den fantastischen fensterlosen Ausblick über Osaka genießen. Den Abend ließen wir gemütlich beim Essen ausklingen. Ganz besonders zu empfehlen ist hier ein kleines Restaurant in Juso in der Nähe unseres Hotels. (siehe www.negiyaki-yamamoto.com)       

I. aus Nürnberg, 2. mal und M. aus Schwelm         

Eindrücke von Japan (Erfahrungen nach 2 Wochen Japanreise)

wenn.......

- die ampeln in unterschiedlichen melodien pfeifen

- die westlichen klos nicht nur wasserduschen, sondern auch beheizte sitze haben

- man im restaurant die suppe am automaten bestellt

- es zum frühstück reisklösse mit salat und suppe gibt

- ihr vor den häusern dem marderhund begegnet

- es mehr schienen als strassen gibt

- beim essen und beim gehen geschlürft wird

- ihr auf allen wegen gelbe noppen- und streifen für die blinden seht

- es im hock-klo bei den damen den klappsitz fürs baby gibt

- man nicht nur in feinkostabteilungen auf baumkuchen stösst

- auf kreuzungen tausende von menschen aufeinanderprallen, ohne sich anzurempeln

- im waschbecken direkt auch den handtrockner eingebaut ist

- man im bus nachher und nicht vorher bezahlt

- die high-heals fast grösser sind als die mädchen und immer zwei nummern zu gross

- es eigene waggons für frauen gibt

- man selbst im wald noch auf getränke-automaten stösst

- von rechts-oben nach links-unten gelesen wird

- die hunde, nett-adrett gekleidet, im baby-rucksack getragen werden

- ... oder sogar pink-gefärbtes fell tragen (müssen)

- sich die taxi-türen automatisch öffnen

- fast alles bunte und süsse doch nur leider aus bohnenpaste ist

 

UND die menschen immer höflich, hilfsbereit und respektvoll miteinander umgehen

 

.... dann wisst ihr, ihr seid in JAPAN !!!

 

viele grüsse

thomas + brigitte

14. Tag: Kanazawa  Dienstag, 22. 05.

Heute sind wir mit dem Zug  in 3 Stunden quer durch Japan in Richtung Japanisches Meer nach Kanazawa gefahren. Zu beiden Seiten der Zugstrecke reihten sich die frisch bewässerten Reisfelder aneinander, es sah wie ein großer See aus. Unser Hotel liegt im Zentrum von Kanazawa, so dass wir alle Besichtigungen bequem zu Fuß erledigen können.

 

Gleich um die Ecke von unserem Hotel ist das alte Samurai-Viertel. Das schönste Haus dort ist das Haus Nomura, das Anwesen eines Samurais der Oberklasse. Auf kleinstem Raum gibt es dort einen perfekten Garten, wie man ihn wohl nur in Japan antreffen kann. Man hätte dort stundenlang verweilen können.

 

15. Tag: Kanazawa Mittwoch, 23. 05.

Zweiter Tag in Kanazawa. Wieder schönes sonniges Wetter, ideal zum Spazierengehen. Und das tun wir auch ausreichend. Die alte Kanazawa-Burg steht schon lange nicht mehr, aber im Burgpark ist ein wirklich langes "Langhaus" originalgetreu rekonstruiert worden. Im Haus waren mit Modellen die alte Bautechnik und Zimmermannskunst anschaulich dargestellt.

 

Danach waren wir im Kenrokuen-Garten, einem der 3 schönsen Gärten Japans, er trägt dieses Attribut zu Recht. Nach der Mittagspause gingen wir im alten Teehausviertel (Higashi Chaya-gai) spazieren. Wie in einem Prospekt zu lesen war, ist dort nie Tee getrunken worden, sondern nur Sake. In der Küche eines Geisha-Hauses, das wir besichtigt haben, waren auch keine Teetassen zu entdecken. Kanazawa ist berühmt für die Blattgold-Herstellung. Und in den vielen Souvenirläden glänzte es auch verführerisch golden.

 

Leider ist meine Bildergalerie aus praktischen Gründen auf 10 Fotos begrenzt. Ich könnte jeden Tag mindestens 50 Fotos zeigen. Übrigens gab es heute Spätnachmittag noch auf Vorschlag von Brigitte  aus Düsseldorf ein Zusatzprogramm. Wir waren im 21st Century Museum of Contemporary Art, dem besten Museum für Moderne Kunst in Japan.

16. Tag: Takayama Donnerstag, 24. 05.

Heute stand die Reise von Kanazawa nach Takayama auf dem Plan.

Als wir unserem Ziel, das nahe der japanischen Alpen liegt näher kamen, wechselte die 

Umgebung auf kleine Dörfer und idyllische Flusslandschaften tief in den Tälern.

Nach der Ankunft in unserer reizenden Pension Iwatekan, machten wir uns nach dem Verstauen des Gepäcks auf zum ersten Erkundungsmarsch durch Takayamas Altstadt.

Wir besuchten Sakurayama Hachimangu, einen Shinto Schrein nahe dem auch die imposanten Festwagen der Stadt ausgestellt sind.

 

Takayama Jinya bot uns ein historisches Regierungsgebäude zur Begehung bei dem uns besonders die Folterkammer im Gedächtnis geblieben ist, da wir eine solche bis dato noch nicht gesehen hatten.

Fantastisch sind Takayamas kleine Gassen und alte Gebäude, die einen quasi in eine andere Zeit zurückversetzen.

 

Zum krönenden Abschluss des Tages genossen wir ein Bad im mit Naturstein gestalteten Onsen mit Außenwanne. Zum Abendessen wurden wir überrascht mit einer Vielfalt an aufwendig zubereiteten Speisen!

Zum Ende des Abends floss viel Bier und Sake, sodass die Runde sich satt, zufrieden und in guter Stimmung auflöste.

N.N. aus Gerolstein und L.W. aus Troisdorf

 

17. Tag: Takayama Freitag, 25. 05.

Der heutige Tag startete mit dem Besuch des Morgenmarktes. Leider färbte sich der Himmel über Takayama immer weiter grau wie schon am Vortag befürchtet. 

Mit dem Bus fuhren wir Richtung Hida-no-Sato, einem Museumsdorf bestehend aus Häusern, Anlagen und Gerätschaften die teilweise bis zu 300 Jahre alt waren. 

 

Noch vor Erreichen des Museums wurden die ersten Fotos geschossen, als sich ein riesiges goldenes Dach aus einer Baumkette erhob. Wie wir auf Nachfrage erfuhren, gehört die imposante Anlage zu einer fragwürdigen,reichen buddhistischen Sekte.

 

Noch vor dem Eintritt ins Museumsdorf setzte leichter Regen ein, der sich zum Mittag hin verstärkte. Dennoch konnten wir ohne Einschränkung die Besichtigung starten.

Besonders beeindruckt hat uns  wie beschwerlich das Leben hier in den Bergen im Winter sein musste. Sowohl die vorgeführten Handwerkstätigkeiten als auch die Begehung originaler Wohnhäuser war sehr interessant.

 

Da der Regen nicht nachließ, wurde die Wanderung, die für den Nachmittag geplant war abgesagt sodass jeder den restlichen Tag selber gestalten konnte. 

Viele nutzten den freien Nachmittag zum ausruhen oder auch zum ausgiebigen Bad im herrlichen Onsen. Abends wurden wir wieder mit einem aufwendigen und köstlichen Abendessen empfangen.

 

Beim anschließenden gemütlichen zusammen sitzen bei Bier und Sake, bedankten wir uns bei unserer Reiseleiterin für die wunderschöne Reise bis dato mit einem kleinen Geschenk.

N.N. (24) aus Gerolstein und L.W.(21)  aus Troisdorf

 

18. Tag: Tokyo Samstag, 26. 05.

Heute schreibt noch mal die Reiseleiterin. Wir haben heute und morgen zwei Tage ohne festes Programm und da werde ich meine Reisegäste kaum zu Gesicht bekommen. --

Wir sind wieder zurück in Tokyo, wieder im gleichen Hotel in Asakusa.

 

Doch wie hat sich diese Gegend in den 2 Wochen verändert! Am Wochenende waren zwar immer viele Menschen am Asakusa Kannon-Tempel, doch durch den neuen Fernsehturm kommen jetzt noch Hunderttausende Menschen mehr. Es sind auch viele neue Restaurants und Läden entstanden.

 

Ich habe mir den Sky Tree auch mal von der Nähe angesehen. Ich hatte zufällig den kleinen Pandabus entdeckt, der kostenlos seine Runden dreht und bis zum Sky Tree fährt. Auf den Fernsehturm konnte man aber nicht hinauf, denn bis Mitte Juli sind alle Karten schon ausverkauft. Schade! Den Japanern scheint das aber nicht die Laune zu verderben, sie sind alle ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgegangen - Einkaufen und Essen.

 

Diese Menschenmassen waren schon beeindruckend, auch die Unmenge an Personal, Ordnern und Polizisten. Ich habe aber schon bald den Rückweg angetreten und bin lieber ins Sento (kleines Badehaus) gegangen. Auf meinem Foto kann man sehen, dass da auch eine Waschmaschine steht, während man sich drinnen im Bad wäscht, kann man inzwischen seine Sachen waschen. 

 

Jetzt ist es schon 22 Uhr, und von  meinem Hotelfenster aus kann ich den Sky Tree im Lichterglanz sehen, aber mit meiner kleinen Knipskamera kann ich das leider nicht fotografieren. 

19. Tag: Tokyo Sonntag, 27. 05.

Heute ist wieder ein Tag zur freien Verfügung. Meine Reisegäste haben alle feste Pläne: Einkaufen in Akihabara, Flohmarkt im Yoyogi-Park, Odaiba, Rathausturm und und und.... Ich freue mich schon auf die Erzählungen morgen früh.

 

Ich hatte mal Erholung nötig und bin einfach vom Hotel aus dreimal um die Ecke gegangen und kam zu meiner großen Freude mitten in ein Fest hinein. In dem Stadtteil Senzoku gibt es 5 Schreine. Die Gottheiten dieser Schreine haben sich heute mal gegenseitig besucht.

 

Das geht also so vor sich: Die Seelen der Gottheiten werden in die kleinen tragbaren Schreine (Mikoshi) gebeten, und diese Mikoshi werden dann zum nächsten Schrein getragen und wieder zum nächsten, bis sie am Ende wieder zu Hause ankommen.

 

Mich fasziniert immer, wie  die sonst eher zurückhaltenden Japaner bei diesen Festen aus sich heraus gehen. Sonst immer korrekt gekleidet, strampeln und tänzeln sie hier mit nackten Beinen. Auch die Trommelgruppe war ganz toll, viel besser als die Yamato-Gruppe, die ich mal in Deutschland gesehen habe.

Auf meinen Fotos sieht man keine Zuschauermengen, das ist ganz natürlich, denn alle Leute in dem Stadtbezirk sind aktiv beteiligt, nur ganz kleine Kinder und die Alten schauten zu.

20. Tag: Tokyo Montag, 28. 05.

Und wieder schreibt die Reiseleiterin, weil die Reiseteilnehmer zu beschäftigt sind. Nach dem gestrigen freien Tag war ich froh, dass heute früh alle wieder zur Stelle waren.

 

Alle hatten tolle Erlebnisse - Besuch von Gärten, Schiffsfahrten, Einkaufen in Akihabara, Bummeln auf der Omotesando, Riesenradfahren auf Odaiba, Rainbowbridge usw. usw. ...

Heute stand der Ausflug nach Kamakura auf dem Programm.

 

Wir sind wieder mit der Koyama-Gruppe vereint. Auch heute war wie gestern schönes, angenehm warmes Wetter. Im Hachimangu waren wieder viele Brautpaare zu bewundern. Außerdem fand eine seltene Zeremonie in einem Nebenschrein statt.

 

Am Nachmittag dann der Höhepunkt - Der Große Buddha und der Hase-dera, der berühmt für seine Hortensien ist. Es war ein langer Tag, aber er sollte noch länger werden, denn als krönender Abschluss sind am Abend fast alle mit in die Karaoke-Bar gegangen. Karaoke wurde erfunden, um Stress und Hemmungen abzubauen. Ich als stiller Beobachter konnte diese Wirkung nur bestätigen.

21. Tag: Narita-Airport Dienstag, 29. 05.

Unser letzter Tag in Tokyo beginnt heftig. Um 1.38 Uhr werden wir unsanft aus dem Schlaf geweckt. Ein Erdbeben Stärke 4 lässt Betten und Wände wackeln. Aber es dauert nur Sekunden, dann ist wieder alles still. Um 4.45 Uhr fährt eine Gruppe von uns zum Tsukiji-Fischmarkt. Leider gibt es dort jetzt sehr strenge Reglementierungen.

 

Nur 120 Leute werden jeden Tag in die Thunfisch-Halle eingelassen. Als wir kamen, gab es keine Karten mehr. Natürlich waren alle enttäuscht. Trotzdem sind einige Schnappschüsse gelungen. Natürlich sind die Thunfische die Attraktion.

 

Aber auch sonst ist der Fischmarkt einen Besuch wert. Der Betrieb dort ist sehenswert. In kürzester Zeit werden die Fische geliefert, ausgepackt und weiterverkauft. Als wir um 6.30 zum Hotel zurückgingen, wurden in den kleinen Läden und Restaurants rund um den Fischmarkt schon die frischen Fische zubereitet.

 

Der heutige Tag war wieder bis zum Nachmittag frei. Einige sind zum Rathaus gefahren. Dem Sky Tree sei dank, waren auf der Aussichtsetage kaum Besucher. Und bei dem diesigen Wetter heute war die Aussicht vom Fernsehrturm sicher auch nicht besser. Allerdings muss man dort 3000 Yen bezahlen, und beim Rathaus ist die Aussicht kostenlos.

 

Nun ist unsere Japanreise zu Ende. Wir sind jetzt am Abend schon im Flughafenhotel. Um 21 Uhr hat Herr Koyama alle als Dankeschön zu einem Abschiedsbier eingeladen.

 

Jetzt am letzten Abend sind meine lieben Reiseteilnehmer auch entspannt und schreibfreudig. Die Koffer sind gepackt, und man lässt die Reise noch einmal im Geiste an sich vorüberziehen. 

Und hier sind nun zwei sehr vergnügliche Berichte. Viel Spaß beim Lesen.

 

 

 

Eindrücke von Japan 2 (Erfahrung nach 3 Wochen Japanreise)

wenn....

- die ziegel wie wasser glänzen, damit der blitz nicht einschlägt 

- .... und die blauen darunter besonders en vogue sind

- die kopfkissen mit reis gefüllt sind (und man damit super schläft!)

- es mehr fliesen an den hausfassaden als am boden gibt

- die bürgersteige und strassen täglich wie gesaugt aussehen

- die autobahnen mehrstöckig übereinanderlaufen

- es parkhäuser für fahrräder gibt

- der magic umbrella sein muster erst zeigt, wenn er im regen steht

- einem nicht nur eis sondern auch grünen marmor-kuchen mit blattgold-garnitur begegnet

- die kleinen steinfiguren meistens lätzchen und mützchen tragen

- es in der u-bahn mehr haltegriffe als sitzplätze gibt

- man auf der hauseigenen toilette separate, ebenso beschriftete klo-schlappen tragen muss

- die schulen nach den längsten overknees und kürzesten röckchen ausgewählt werden

- man keinen karneval braucht, um sich zu verkleiden

- selbst auf nur zwei qm fläche zauberhafte gärten gehegt und gepflegt werden

- die autos in vertikalen türmen geparkt werden

- es selbst die beatles-songs als glockenspiel gibt

- scheinbar jede kiefer eine besondere frisur geschnitzt bekommt

- über jeder sandale der rüschchen-rand herzallerliebster söckchen schwebt

- die krönung des dusch-wc's mit flush-sound in verschiedenen lautstärken aufwartet

- die hunde mittlerweile schon mit marken-jeans und sonnenbrille ausgehen (müssen)

- sonntags im park theater, cheerleading, akrobatik, breakdance oder die neueste choreografie von lady gaga geprobt wird

- die fahrräder knollen fürs falsch-parken bekommen

- spätestens nach 5 minuten jeder in der u-bahn mit hängendem kopf (oder kiefer) schläft

 

....UND jeder landsmann mindestens zwei englische worte kennt: sky tree

 

...auch das ist dann wieder JAPAN live, das mehr als einen besuch wert ist !!!

 

thomas & brigitte

 

Nachtrag: Bericht von einem einsamen Wanderer auf dem Koyasan

Nachdem wir den Friedhof besichtigt hatten, trennte ich mich gleich von der Gruppe ich hatte großes vor. Rund um Koyasan gibt es den Pilgerpfad der Frauen. Diesen war es früher nicht gestattet die Stadt als solches zu betreten. Stattdessen wurde ein knapp 18km langer Pilgerweg eingerichtet, der einmal um die Stadt führt. Diesen Weg wollte ich ablaufen. Aber als sei das nicht genug wollte ich es ganz richtig machen.

 

Ich fuhr also mit der „Seilbahn“ wieder in die Talstation. Dann begann ich zu Fuß die Besteigung des Berges. Nach knapp 1,5 Stunden immer steil berg aufsteigen kam ich erschöpft, aber stolz, an der ersten Bushaltestelle von Koyasan an. Dort legte ich eine kurze Pause ein.

 

Nun wollte ich den Pilgerweg ablaufen. Dieser besteht heute aus 57 Punkten, die abgelaufen werden können. Jeder Markierungspunkt ist unterwegs mit einem Schild gekennzeichnet. Dort ist auch die Richtung angegeben, wo sich der nächste Zielpunkt befindet. Wenn man dieses richtig liest, kann man sich nicht verlaufen. Aber dazu später mehr….

 

Voller Elan begann ich bei Punkt 1. Der Weg führte Berg auf und Berg ab. Über Teilstrecken, die nur aus Baumwurzeln bestanden direkt an Abgründen ungesichert vorbei führten. Als ich bei Punkt 5 angekommen war, taten mir meine Schuhe schon leid. Natürlich waren meine Wanderschuhe im Koffer in Osaka.

 

Aber was soll’s. Weiter geht’s. Durch Wälder und Täler, an Bauarbeitern vorbei, die mit einem Kettenfahrzeug die Wege reinigten, durch Gebiete die mal bewaldet waren, nun aber abgeholzt waren. Und immer steil berg auf und berg ab auf nicht befestigten Wegen. Zwischen Station 17 und 18 begegnete ich einem kleinen Teil meiner Reisegruppe, die eine „kleine“ Wanderung auf dem Pilgerweg unternahmen.

 

Ein wenig überrascht auf Grund des unerwarteten Treffens (Es waren allgemein kaum Wanderer unterwegs) setze ich meinen Weg fort. Dabei verpasste ich das Schild für Punkt 18. Ich lief knapp eine Stunde gerade aus auf einem Waldweg. Als ich nach 1 Stunde plötzlich an einer Klippe im Wald stand, beschlich mich das Gefühl, ich könnte hier fasch sein. Ich zog ich die Wanderkarte zu Rate.

 

Da war was falsch gelaufen. Also bin ich wieder zurück. Diesmal jedoch gejoggt, denn um 18 Uhr gab es Abendbrot. Da wollte ich auf jeden Fall in der Unterkunft sein. Nach knapp 30 Minuten kam ich dann an Schild 18 an. Ich setzte meinen Weg auf richtiger Strecke fort. 

 

Der Weg führte unter anderem über den Friedhof, den wir vormittags besichtigt hatten. Es gab insgesamt 7 Berge auf diesem Pilgerpfad. Und nach dem einer bestiegen war ging es berg ab, nur damit man gleich danach mit der Besteigung des nächsten beginnen konnte. Meine Beine wurden immer schwerer. Ich merke, wie ich an meine Leistungsgrenze kam. Ich schaute auf die Karte, als ich auf einem Berg eine Pause einlegte.

 

Ich war zwischen Station 33 und 34. Ich schaute auf die Uhr. Noch 1,5 Stunden. Das sollte doch zu schaffen sein. Dann bei Station 40 hatte ich einen Tiefpunkt. Ich konnte nicht mehr. Ich machte kurz Rast. Schaute auf den nächsten Berg, der vor mir lag. Sollte ich mich davon bezwingen lassen. Nein sagte ich mir und wagte den Aufstieg.

 

Auf dem Gipfel, bei Station 42 und 1009 Höhenmetern, sah ich plötzlich etwas auf dem Boden blitzen. Ich ging näher an das Objekt heran. Es war eine Sonnenbrille. Ich schaute kurz drauf. Sie am mir irgendwie vertraut vor. Könnte das….

 

Ich nahm die Brille in meinen Rucksack und marschierte weiter. Als ich von einem weiteren Berg abgestiegen war, stand ich vor dem Schild der Station 47. Diese befand sich in einem kleinen Dorf. Es war keine Menschenseele zu sehen. Ich war körperlich mittlerweile völlig am Ende. Ich schaute auf die Karte. Verdammt. Ich konnte frühestens an Station 53 einen Weg nach Koyasan einschlagen. Das war aber verdammt weit weg. Hinzu kam, dass die Beschilderung in diesem Dorf was den Pilgerweg angeht, mehr als bescheiden war.

 

Da stand ich also. Völlig am Ende in einem leeren Dorf. Es war mittlerweile 17:30 Uhr. Ein wenig verzweifelt irrte ich die Strassen ab. Da, eine Bushaltestelle. Voller neuer Kraft steuerte ich darauf zu. Verdammt. Der letzte Bus ist um 16:09 Uhr gefahren. Leichte Panik überkam mich. Da sah ich aus einem Haus zwei ältere Japaner auf die Hauptstrasse zugehen. Ich fasste allen meinen Mut und meine wenigen japanisch Kenntnisse zusammen und sprach die beiden an. Ich erklärte, dass ich nach Koyasan wolle, aber nicht wisse wo ich lang muss.

 

Nach einigen Startschwierigkeiten verstanden die beiden. Da kein Bus mehr fuhr, es zu Fuß zu weit war, boten mir die beiden an, mich mit dem Auto dahin zu fahren. Dankend nahm ich das Angebot an. Auf dem Weg zu dem Haus der Japaner, wo das Auto stand, „unterhielten“ wir uns ein wenig. Aber es hat mich unendlich stolz gemacht, dass ich mich mit den paar Sätzen japanisch, die ich beherrsche, mich einigermaßen verständigen konnte. Beim Haus

angekommen, stiegen wir ins Auto und ich wurde in Koyasan abgesetzt.

 

Ich werde diesen beiden Japanern ewig dankbar sein. Es war 18:01 Uhr, als ich den Essensraum betrat. Zwar nicht frisch gebadet, aber immerhin noch pünktlich. Später konnte ich einem erstaunten Thomas seine Sonnenbrille übergeben, die er irgendwo am Nachmittag verloren hatte. Zufälle gibs…

 

Nach einem sehr anstrengenden, aber von vielen Eindrücken geprägten Tag, habe ich nach dem Essen das heiße Bad genossen und bin erledigt, aber zufrieden ins Bett gefallen auch wenn ich den Pilgerweg nicht komplett ablaufen konnte.

 

 

So fühlt sich Japan live an. C.M aus Schwarzenbek

 

 

22. Tag: Rückflug (LH 711) Narita-Frankfurt, Mittwoch, 30. 05. 2012

Wir treten die Heimreise an. Der A 380 ist diesmal gut besetzt, es sind kaum freie Plätze zu entdecken. Viele Gruppen älterer Japaner fahren zu einem Kurztrip nach Europa. Außerdem sind die Musiker des NDR-Sinfonieorchesters an Bord, sie kehren von einem Gastspiel zurück. Der Flug ist angenehm ruhig. Pünktlich um 14.30 Uhr landen wir in Frankfurt. Unsere Japanreise ist zu Ende.

Zum Schluss

Zum Schluss möchte ich mich, auch im Namen von Herrn Koyama,  noch einmal herzlich bei Euch allen für Eure Teilnahme und aktive Mitarbeit bedanken.

Ich wünsche Euch viel Freude beim Betrachten und Sortieren der Bilder und der Mitbringsel und wünsche Euch auch viele interessierte Zuhörer, denen Ihr erzählen könnt, was wir so alles in Japan erlebt haben.

"Sayonara" und vielleicht doch einmal "Auf Wiedersehen"

sagt Eure Reiseleiterin Renate