Reiseberichte und Bilder
Kirschblüte Klassik A-2
2026
25.03. - 14.04.
21 Tage
Hier präsentieren wir nahezu täglich neue Fotos und Reiseberichte unserer Reise.
Tag 1:
Mi 25.03.
München -> Tokio
Tag 1
Bei schönem aber kühlem Wetter ging es am Morgen mit dem Zug nach München. Die DB war diesmal sogar recht pünktlich und nach dem Umstieg in die S-Bahn zum Flughafen dauerte es auch nicht mehr lang bis ich an meinem Ziel angekommen bin.
Im Flughafen noch den Koffer am Automat abgegeben, dann durch die Sicherheitskontrolle, die Dank der neuen Technik jetzt viel schneller wie früher geht. Da musste man noch alle elektronischen Geräte separat auspacken.
Am Abfluggate habe ich dann die Gruppen A2 und A-Sp eingesammelt und pünktlich um 12:45 Uhr rollte unser nagelneuer Airbus Richtung Startbahn.
Der Flug selbst war, Unterbrochen von zwei Mahlzeiten, recht ruhig.
Das Entertainmentprogramm ausreichend und nach drei Filmen und dem Versuch etwas zu schlafen kamen wir in Tokyo an.
AF aus Nürnberg (RL)
Tag 2:
Do 26.03.
Tokio
Tag 2
Schon bei der Landung bekamen wir das „gute“ Wetter in Tokyo mit. Es war regnerisch und mit 13 Grad etwas kühl für die Jahreszeit.
Einreiseformalitäten und Gepäck gingen, Dank der Vorabanmeldung bei Visit Japan Web, recht zügig. Und auch beim Zoll gab es keine Probleme.
Aussen wartete schon Koyama-san, der seine Spezialgruppe abholen wollte.
Kurze Ansprache und Verteilen der Pasmo-Card und wir konnten los in Richtung unseres Hotels in Kuramae.
Mit dem Zug und 40 Minuten später kamen wir am Hotel an und wurden gleich vom ersten Regenschauer begrüßt. Im Hotel dann die üblichen Prozeduren, Mitgliedskarten beantragen und Check-In. Das dauert leider beim ersten Einchecken immer etwas lang und nach dem langen Flug ist das dann auch etwas Stress.
Aber auch das war irgendwann geschafft und wir konnten uns, leider im Regen, auf den Weg zum Sennjo-ji in Asakusa machen um erste Eindrücke von Japan zu bekommen.
Der Skytree versteckte sich etwas in den Wolken, aber zum Glück gab es kleine Regenpausen für ein paar erste Fotos. Das obligatorische Gruppenbild musste natürlich sein ;)
Im Tempel hab ich dann noch für besseres Wetter und eine gute Reise gebetet. Und anscheinend hat es auch geholfen wie wir am nächsten Tag erleben durften.
AF aus Nürnberg (RL)
Tag 3:
Fr 27.03.
Tokio
Tag 3
Wir lernen Bahnfahren!
Gemeinsam begeben wir uns (zumindest, die noch nicht Japankundlichen der Gruppe) zum Bahnhof und wir lernen Prepaidkarten aufzuladen und Andreas erklärt uns anschaulich die Bahnstrecken Tokios und die Bedienung der „Zutrittsgeräte“.
Und gleich starten wir auch und fahren mit Umsteigen zu Tokios größtem Schrein, dem Meiji-jingu. Wir sind früh genug und es ist noch angenehm leer (was man so leer nennt hier). Vorbei an Sake-Fässern, welche Spenden der örtlichen Brauereien sind, marschieren wir zum eigentlichen Heiligtum. Man darf im Inneren leider nicht fotografieren; darauf wird man sehr anschaulich hingewiesen.
Anschließend geht es gleich weiter per Bahn zum Drehkreuz der Landes - dem Bahnhof Tokio, einem imposanten Backsteingebäude vor moderner Kulisse. An der alten/neuen Post vorbei wandern wir zum Kaiserpalast, den wir von einer Ecke aus sehen können. Öffentlich zugänglich ist er nicht.
Zu Fuß geht es weiter durch den Hibiya-Park nach Yurakucho, wo wir einzeln zum Mittagessen ausschwärmen. Danach marschieren wir zusammen nach Ginza. Schauen uns die Seiko-Uhr (ein Glockenspiel) an und haben dann Zeit für die exklusive Shoppingmeile. Aber ein Kistchen mit 12 leckeren Erdbeeren für über 60 EURO ist uns dann doch zu teuer. Das Mitsukoshi Kaufhaus ist halt was Besonderes.
Anschließend dann wieder Bahnfahren und wir besuchen noch den Ameyoko Markt, den ehemaligen Schwarzmarkt Tokios. Und da wir nicht totzukriegen sind, laufen wir auch noch durch Akihabara, dem Anime und Manga Viertel.
Und dann nur noch eine Station mit der Bahn und wir kommen wieder am Bahnhof Asakusabashi an. Geschafft! Wir können jetzt Bahnfahren!
Wir machen zu Zweit noch einen Spaziergang zum Fluß und genießen einen schönen Blick auf den beleuchteten SkyTree. Es war ein sehr lauf- und fahrintensiver Tag.
Heidi aus Gera
Tag 4:
Sa 28.03.
Tokio
Tag 4
Heute stand Kamakura auf dem Programm. Weil das etwas außerhalb liegt geht es besonders zeitig los, 7:45 Uhr ist Treffen vor dem Hotel angesagt. Zum Glück gab Andreas etwas Toleranz, war ich doch diesmal 3 Minuten später.
Dann sind wir zur Asakusabashi Station gelaufen und mit dem Zug mit Umsteigen bis nach Kamakura und weiter bis Hase gefahren.
Durch den zeitigen Start waren wir noch vor dem großen Ansturm von deutschen Reisegruppen beim Daibutsu Buddha. Mit etwas Zeit und dem bescheidenen Eintrittsgeld von l50 ¥ konnte man sogar in den Buddha reingehen, da dieser innen hohl ist. Von dort aus spazierten wir zum Hase Kannon-Tempel welcher sich in einer wunderschönen Anlage befindet, allerdings stand das wohl bei vielen Reisegruppen im Programmheft , der Tempel und die Anlage waren gut besucht. Dort gab es oberhalb auch einen Fotospot und nach einem doch recht steilen Aufstieg wurden wir mit einem herrlichen Blick auf die Bucht belohnt. Der Anblick der Wellen weckte den Wunsch auf ein Bad im Meer obwohl wir keine Badesachen dabei hatten. Dafür konnten wir wenigstens die Füsse erfrischen , wobei das Wasser angenehm warm war.
Als die Füße wieder trocken waren ging es zurück zum Bahnhof und mit der kleinen schicken grünen Bahn zurück nach Kamakura.
Nach drei Stationen im gut gefüllten Zug waren wir zurück in Kamakura und dort trennte sich die Gruppe zur Mittagspause und zur Besichtigung des Shintõ-Schreins.
Mehrere von uns entschieden sich erst den Schrein zu besichtigen und kamen dadurch zu einer traditionellen japanischen Hochzeit, eine fast einmalige Gelegenheit so etwas in natura zu sehen.
Auf dem Rückweg vom Schrein hielten wir an einer Bude an, wo es Spieße mit gegrilltem Steak gab. Das hat sich dann doch als sehr zäh herausgestellt, wie wir dann erfahren haben war das wohl Rinderzunge aber eben nur gegrillt und vorgekocht.
Dafür gab es als Nachtisch noch Apfel Blätterteig und zum guten Schluss noch ein Matcha Eis. Sehr lecker.
Pünktlich 15:00 Uhr waren alle wieder am Bahnhof, sodass wir dann zurück nach Tokyo und weiter zur Asakusabashi ins Hotel gefahren sind. Ein langer Tag mit viele Eindrücken ging dann langsam zu Ende für jeden auf seine eigene Art.
Lutz
Tag 5:
So 29.03.
Hiroshima
Tag 5
Am heutigen Sonntag haben wir Tokio verlassen und sind nach Hiroshima geflogen. Dazu war 8:50 Uhr Treffen vor dem Hotel. Dann ging es mit Gepäck zum Bahnhof und mit der Bahn zum Flughafen diesmal Terminal eins für Inlandsflüge. Das mit dem Bahn fahren haben wir ja mittlerweile sehr gut drauf, allerdings hatten wir diesmal das komplette Gepäck dabei und die Bahn war ganz schön voll. Checkin am Flughafen war diesmal ganz easy, da es ja ein Inlandsflug war.
In Hiroshima angekommen, fuhren wir mit einem Bus in die Stadt, da der Flughafen etwas außerhalb liegt, das dauert eine knappe Stunde.
Einchecken im Hotel geht nun dank Klubkarte etwas schneller auch wenn noch nicht ohne Nachfragen der Telefonnummer oder anderen Daten. Vielleicht wird das ja noch, wir haben ja noch paar Hotels vor uns 😉.
Im Zimmer angekommen und kurz frisch gemacht und schon geht es weiter im Programm.
Wir machen mit Andreas einen Spaziergang durch die Einkaufspassage, schon mal zur Info für die freien Tage 😉. Auf dem Weg kamen wir zu dem Gedenkstein an der Stelle über der die Atombombe gezündet wurde. Dann gingen wir zum Atombombendom und weiter zur ewigen Flamme, Andreas hatte bei allem viele Informationen parat und wusste das Geschehen gut darzustellen.
Das es schon zu spät für das Museum war, hat sich die Gruppe nun aufgelöst und grüppchenweise ging es auf die Suche nach einem passenden Abendessen. Allerdings sind die Gaststätten und Kneipen am Sonntag von den Einheimischen gut besucht, sodass nicht jeder was entsprechendes oder freie Plätze gefunden hat, aber zum Glück gibts hier die Kobinis, Märkte die 24/7 geöffnet sind und da findet man immer etwas….
Für manche endete der Abend dann in der Lobby des Hotel mit den Sachen aus dem Kombini.
Lutz
Tag 6:
Mo 30.03.
Hiroshima
Tag 6
Der zweite Tag in Hiroshima begann entspannt bei einem Frühstück in unserer neuen Herberge für die nächsten 4 Tage.
Im örtlichen Toyoko INN werden, im Vergleich zum Tokioter Ableger, neue Köstlichkeiten angeboten. Unter anderem Reis mit gegrillten Fischstückchen, sehr lecker. Frisch gestärkt trafen wir uns alle pünktlich vorm Hotel um gemeinsam in den ereignisreichen Tag zu starten. Mit der Straßenbahn Linie No.2 ging es vorbei am Atom Bomben Dom und der Inlandsee. Nach einer guten Stunde Fahrt war ich noch optimistisch das vielleicht doch nicht allzu viele Touristen den Weg nach Miya-Jima finden würden. Aber weit gefehlt, bei Ankunft in Miyajimaguchi ergossen sich wahre Menschenmassen in Richtung Fähre. Die Überfahrt ging trotzdem überraschend zügig, nur um an Land erneut in der nächsten Menschenschlange festzustecken. Bis zu diesem Tag war mir nicht klar das es in Japan Menschen gibt die mit einem Schild bewaffnet, das Ende einer Schlange anzeigen.
Unser Reiseleiter Andreas kämpfte sich nach vorn durch, um die Tickets für den Besuch des Itsukushima Schreins zu kaufen. Währenddessen versuchte ich, in der Schlange stehend, ein paar schöne Fotos des beeindruckenden Torii‘s zu schießen. Leider war aber immer mindestens ein Tourist, im Weg. Vorne angekommen erkundeten wir auf eigene Faust die herrliche Schreinanlage. Nach einem kurzen Treff ging es wieder gemeinsam weiter zum Daishoin Tempel. Dort angekommen machten wir, nach ein paar Erklärungen von Andreas, unsere Mittagspause. Nach kurzer Rast teilte sich die Gruppe auf. Die motivierten und sportlichen Mitreisenden bestiegen den Gipfel des Berg Misen zu Fuß. Die anderen wollten den Tag gemütlich ausklingen lassen. Mit drei weiteren Mädels habe ich mich entschlossen den Gipfel mit der Seilbahn zu erklimmen. Gesagt getan, kaum hatten wir die üblichen Touristenpfade verlassen wurde es himmlisch still und die besondere Atomsphäre dieses Ortes wurde zum ersten Mal spürbar. Vorbei an malerischen Kirschbäumen, in voller Blüte und dem ein oder anderen frechen Reh, ging es rasch in Richtung Seilbahn. Leider hatte sich aber auch dort schon eine lange Schlange gebildet. Bei der Aussicht auf eine Wartezeit von einer Stunde, verkleinerte sich unsere Gruppe erneut. Nun waren wir nur noch zu zweit, doch entgegen der Prognose saßen wir schon 30 Minuten später in einer Gondel Richtung Gipfel. Dort angekommen gaben wir uns mit der Aussichtsplattform nahe der Bergbahn zufrieden. Aber auch von dort hatten wir einen herrlichen Blick über die Inlandsee. Auf dem Weg nach unten kehrten wir noch spontan in einem Lokal „mit Aussicht“ ein. Dies fiel uns bereits auf dem Weg nach oben auf und erwies sich als wahrer Glücksgriff. Nach einem hervorragenden Essen mit gegrillten Aal auf Reis und leckerem Wurzelgemüse inklusive grünem Tee, machten wir uns satt und glücklich auf den Heimweg. Im Hotel angekommen traf ich dann auch die Gipfelbesteiger wieder, die erschöpft aber euphorisch von ihrer Wanderung durch die wunderschöne Berglandschaft berichteten.
Birgit aus Ingolstadt
Tag 7:
Di 31.03.
Hiroshima
Tag 7
Der Tag begann heute sehr entspannt. Ausschlafen war angesagt. Eigentlich stand Hanami im Friedenspark auf dem Plan, das fiel aber sprichwörtlich ins Wasser. Also gestaltete jeder seinen Tag individuell.
Ich traf mich mit Irmgard, Ulli und Lutz in der Lobby um gemeinsam ins Friedensmuseum zu gehen. Auf dem Weg dorthin konnte ich gleich meinen neu gekauften Schirm einweihen. Es ging flott voran und gegen 10:00 Uhrstanden wir schon vorm Eingang des Museums. Die Uhrzeit war aber äußerst schlecht gewählt, denn mit uns kamen etliche Reisegruppen an und so hieß es erstmal vor den Ticketautomaten anstehen.
Das Friedensmuseum ist ein moderner zweistöckiger Bau, die Ausstellungsräume im Inneren sind nur sehr spärlich beleuchtet das Hauptaugenmerk richtet sich auf die Exponate und Fotos. Am Beginn der Ausstellung sieht man das ursprüngliche Hiroshima, mittels einer mehrere Meter langen Fotografie. Im nächsten Raum dann das Hiroshima nach dem Bombenabwurf, die Ausmaße der Zerstörung sind erschreckend. Im weiteren Verlauf werden Alltagsgegenstände nach der Explosion gezeigt und die Geschichte einzelner Menschen und ihr Schicksal nach der Bombe. Das war der eindrücklichste Teil des Museums, weil die Katastrophe durch die gezeigten Menschen ein Gesicht bekam.
Unsere kleine Truppe hat sich bereits am Eingang aus den Augen verloren, allerdings trafen wir überraschenderweise unseren Reiseleiter Andreas am Ausgang. Wir beschlossen uns Andreas anzuschließen, der auf dem Weg zu seinem Stammlokal war. Auf dem Weg dorthin kamen wir an herrlichen Kirschbäumen vorbei, teilweise saßen schon einige Japaner zum Hanami unter den Bäumen. Eine Gruppe älterer Herren fotografierte ich, sie winkten uns heran und machten ebenfalls ein Foto mit uns und ein kurzer Plausch entstand.
Einige Fotostopps später kamen wir schließlich im Lokal an, um dort die Spezialität Hiroshimas zu essen Okonomiyaki. Auf einer heißen Platte wird, vor dem Gast, das Essen zubereitet. Okonomiyaki ist eine Art geschichteter „Pfannkuchen“ mit Nudeln, Kohl und Fleisch. Es ist ein Genuss bei der Zubereitung zu zusehen und es schmeckt fantastisch!
Satt und zufrieden ging es wieder zurück Richtung Toyoko INN.
Nach einem kurzen Abstecher ins Hotel, machten wir uns zu zweit, auf zum Hauptbahnhof um dort den Pokémon Store zu suchen. Wir fanden ihn auch.
Ein Paradies für Groß und Klein, vorausgesetzt man findet das Pokémon Universum gut.
Zum Abschluss des Tages kauften wir uns noch „Bahnsteigtickets“ um den Shinkansen anzusehen und so ging ein ereignisreicher Tag zu Ende.
Birgit aus Ingolstadt
Tag 8:
Mi 01.04.
Hiroshima
Tag 8
Heute hatten wir den zweiten freien Tag in Hiroshima und Andreas machte den Vorschlag doch nach Iwakuni zu fahren, das eine gute Stunde entfernt von Hiroshima liegt. Nach kurzer Lektüre was uns dort wohl erwarten wird machten sich sieben von uns mit ihm auf den Weg dorthin.
Bei Nieselregen ging es in Hiroshima los und schon die Hinfahrt war ein Erlebnis. Ich stand praktisch die ganze Fahrt über hinter dem Lokführer und konnte ihn bei seinem Job beobachten. Weiße Handschuhe, Gesten bei grünen Signalen einfach ein Traum für jeden Bahnliebhaber!
Als wir in Iwakuni ankamen regnete es kaum noch und es waren praktisch keine westlichen Touristen zu sehen. Das Ufer des Nishiki-Flusses ist gesäumt von blühenden Kirschbäumen und kleinen Verkaufsständen mit Leckereien, die ganze Szenerie erinnerte stark an alte japanische Filme.
Nachdem wir alle das Kombiticket gekauft hatten (Brücke, Gondelfahrt, Burg) maschierten wir los.
Am anderen Flussufer angekommen ging es mit der Gondel einen kleinen Berg hoch, um die Burg Iwakuni zu besichtigen. Wie wir erfahren haben wurde sie beim Wiederaufbau gleich mal ein Stück nach vorne versetzt, damit sie vom Tal aus besser zu sehen ist. Zur Freude der Touristen!
Noch ein kurzer Fußmarsch und wir waren schon bei der Burg angekommen. Im Inneren sind allerlei Samuraiklingen ausgestellt und von der obersten Etage hat man einen tollen Blick ins Tal und auf die Kintai-Brücke. Vor der Burg luden ein paar Sitzgelegenheiten zum Picknick ein und schon ging es wieder zurück. Wir erkundeten noch etwas die Gegend es gab Kormorane und fabelhafte alte Shinto Schreine zu bestaunen, der ganze Ort ist einfach wunderschön angelegt. Ein weiteres Highlight ist ein kleines Schlangenmuseum dort können die weißen Vipern von Iwakuni bestaunt werden.
Ein Eis zum Ende eines gelungenen Ausfluges ist Pflicht, doch niemals beim Gehen schlecken, das wäre ein großer Fauxpas.
Mein Fazit, Iwakuni ist ein echter Geheimtipp und nicht nur eine Reise wert!
Birgit aus Ingolstadt
(zum zweiten Mal in Japan / das erste Mal mit Koyama)
Tag 9:
Do 02.04.
Takamatsu
Tag 9 Weiterreise nach Takamatsu
„ Ein Objekt wurde zurückgelassen.“ Kaum waren mir etwas vom Hotel entfernt, erinnerte mich
das „Wo ist?“ Netzwerk, dass der Koffer noch im Hotel steht - aber der wartete ja auf seine
eigene Weiterreise per Transportunternehmen nach Osaka. Eine schöne Sache, da man in meist
überfüllten Bus und Bahn nur mit kleinem Gepäck unterwegs ist. Und auch das blieb dann später
in Onomichi im Schließfach. Und auch hier wieder die Meldung „Ein Objekt …“ Ja wenn man in
Koffer und Tasche einen Tracker hat…😉 ist ja aber auch der Sinn des Ganzen. Fluch und Segen
der Technik, aber zurück zur eigentlichen Geschichte.
Mit dem Bus ging es um 8:00 Uhr in Windeseile dann zum Bahnhof und von dort mit dem Zug
und einem Umsteigen nach Onomichi. Hier in Japan reichen auch 2 Minuten zum Umsteigen, die
Pünktlichkeit der Züge ist ja schon legendär!
Andreas hatte am Vortag bereits die Fahrkarten besorgt und am Hauptbahnhof in Onomichi diese
auch wieder eingesammelt, weil diese Fahrkarten von Hiroshima bis nach Takamatsu gelten. So
wurde sichergestellt dass keiner von uns sie aus versehen verliert. 😉
In Onomichi hatten wir dann 4 Stunden Freizeit und Andreas zeigte uns noch die örtliche ältere
Einkaufspassage. Ein doch krasser Gegensatz zu denen in Tokyo und Hiroshima, wo alles groß
leuchtend und prunkvoll wirkte. Hier war es kleiner, enger und auch dunkler, die Läden einfacher
und manche offensichtlich schon länger geschlossen. Und trotzdem hatte diese Passage einen
ganz besonderen Charme, der einen sofort gefangen nahm. Das war sofort unser Ziel für den
Rückweg vom Senko-Ji Tempel, wohin wir gerade unterwegs waren.
Da Onomichi auch als Katzenstadt gilt, hofften einige von uns dort vielen Katzen zu begegnen,
was leider nicht geschah. Nur vereinzelt war mal eine Neko (Katze) zu sehen. Wahrscheinlich
haben auch die schon genug von den Touristen.? Natürlich gibt’s hier auch alle möglichen
Souvenirs mit Katzenbildern oder Nettigkeiten für Katzenliebhaber.
Zu dem Tempel gelangt man mit einer Seilbahn oder über viele Stufen. Die meisten entschieden
sich aber fürs Treppensteigen. Vom Tempel aus hat man einen herrlichen Ausblick auf das ganze
Tal, den Onomichi-Kanal, die große Stahlseilbrücke und den Hafen.
Für die Wagemutigen gab’s noch eine Kletterpartie an Stahlspangen auf einen kleinen Felsen, der
Rückweg ging dann so oder so über den Friedhof. 😉 Aber auch der Aufstieg wollte mit 100 Yen
bezahlt werden.
Im Tempel bzw. davor gab es die üblichen Glücksbringer und Räucherstäbchen und die
Möglichkeit diese gleich für diverse Wünsche zu entzünden, was auch rege genutzt wurde.
Wieder unten angekommen suchten wir etwas zu Mittag und noch kleine Souvenirs und
Postkarten. In dem Papiergeschäft wurden wir plötzlich in Deutsch angesprochen. Ein junger
Mann stellte sich als Berliner vor, der wegen der Liebe nach Japan gezogen ist, sein „Baby“ führte
diesen kleinen Laden.
Gleich nebenan fanden wir eine tolle japanische Kneipe, dort gab es nur ein Gericht bzw. ein
Menü. Die Inhaberin kochte alles frisch für jeden Gast, es gab eine Suppe, gegrilltes
Schweinefleisch, Kraut mit feinem Dressing, Nudeln und kleine Teilchen. Zum Abschluss einen
Milchkaffee. Tee konnte man sich selbst nehmen. Das Menü war einfach köstlich und mit 1000Yen
auch sehr günstig. 😋
Noch einen kurzen Stopp im Postamt, Birgit benötigt noch Briefmarken, hier man kam sich vor
wie in einer Bank mit uniformierten Angestellten und genauer Kennzeichnung auf dem Boden wie
man wo zu stehen hat.😉
Dann ging’s auch schon wieder zum Bahnhof 🚉 wo unser Gepäck auf seine Freilassung wartete.
Mit diesem ging es in den JR Marine Liner (Schnellzug )🚆 und weiter nach Takamatsu. Auf dem
Weg dahin überfuhren wir die große Setobrücke welche die Hauptinsel Honshū mit der Insel
Shikoku verbindet, eine beeindruckende Konstruktion.
In Takamatsu angekommen konnten wir bis zum Hotel zu Fuß gehen, wir hatten ja auch nur das
kleine Gepäck dabei. Dann kam noch das übliche Einchecken und beziehen der Zimmer. Fürs
Abendessen konnte jeder selbst, seinem Appetit entsprechend, eine Lokalität suchen. Für mich
war mit einer Kleinigkeit aus dem Kombini der Abend schon gelaufen, durch den Umbau in der
Lobby allerdings im Zimmer…bis zum nächsten Tag und Abenteuer 😉 🇯🇵
Lutz
Tag 10:
Fr 03.04.
Takamatsu
Tag 10
Nach dem Frühstück marschieren wir alle zusammen zum Bahnhof, verzichten auf die sportliche Betätigung an der Schranke, bezahlen auch unser Fahrgeld und nehmen die Kotoden-Bahn nach Kotohira. Zu unserem Erstaunen gibt es hier sogar recht leere Züge.
In ca. 1 Stunde haben wir Kotohira erreicht und als erstes ehrt Andreas im Namen von Koyama-san die Vielreisenden. Dann laufen wir gemeinsam in Richtung Schrein, wir bekommen die einschlägigen Sake-Brauereien und Nudelrestaurants gezeigt und am Fuß der Treppen trennen wir uns. Die 785 Stufen bis zum mittleren Schrein bewältigt jeder nun auf seine eigene Art und Weise. Der Shinto-Schrein Konpira-san für die Gottheit der Seefahrer ist über einem schönen Weg, gesäumt von blühenden Kirschbäumen und vorbei an hunderten alter Steinlaternen zu erreichen. Auch dürfen wir einem Fotoshooting eines Hochzeitspaares beiwohnen.
Wir genießen die Aussicht am mittleren Schrein, nehmen die nächsten Stufen in Angriff und genießen die Ruhe und die Natur. Der größte Teil unserer Gruppe erreicht letztendlich den obersten Schrein und ist stolz insgesamt 1368 Stufen bewältigt zu haben.
Abwärts sind wir dann schneller, belohnen uns mit Kaffee und Kuchen oder kämpfen mehr oder weniger erfolgreich mit den wohlschmeckenden Udon-Nudeln.
Individuell fahren wir dann mit der Bahn zurück nach Takamatsu und stellen fest, das unsere Pasmo-Karte nach Guthaben schreit; wer hätte gedacht, dass wir so viel Geld verfahren.
17:30Uhr treffen wir uns dann alle wieder in der Lobby und gehen zu Fuß zum nahegelegenen Tamamo-Park zu unserem Hanami-Picknick. Der ist mit vielen Laternen zwischen blühenden Bäumen wunderschön beleuchtet, wir lassen uns nieder, packen unser mitgebrachtes Essen aus und verkosten den von Koyama spendierten Sake. Mit zunehmender Kühle löst sich unser Zusammensein dann auf, man merkt, das es morgen regnen soll.
Heidi aus Gera
Tag 11:
Sa 04.04.
Takamatsu
Tag 11
An diesem verregneten Tag haben wir uns um 9:40 am Hafen von Takamatsu getroffen. Von dort
aus sind wir gemeinsam mit der Fähre rüber nach Megijima gefahren. Das erste was einem auf
der Insel ins Auge gefallen ist, sind die Möwen, die im Rahmen der Setouchi Art Triennale auf der
Hafenmauer angebracht wurden und sich im Wind drehten. Aber auch an anderen Stellen der
Insel begegneten wir verschiedenen künstlerische Darstellungen, wie auch in der Onigashima-
Höhle selbst. Auf Megijima konnte man außerdem überall Oni-Figuren finden. Das sind kleine
Teufel- oder Oger- ähnliche Figuren, wegen denen die Insel auch Onigashima genannt wird.
Gemeinsam sind wir gemütlich im leichten Regen zur Onigashima-Höhle hoch spaziert. An den
Straßenrändern haben die Kirschbäume geblüht und man hatte an einigen Stellen eine schöne
Aussicht.
Bei der Höhle angekommen haben wir die Stempel am Eingang eingesammelt. Danach ging es
gemeinsam in die Höhle. Hier musste man teilweise sehr auf seinen Kopf aufpassen, da manche
Durchgänge sehr niedrig waren. In der Höhle war die Legende von Momotaro mit Figuren
dargestellt und es waren teufelsähnliche Masken ausgestellt, die von Schülern angefertigt wurden.
Vom Höhlenausgang aus sind wir anschließend zu einer Aussichtsplattform gegangen. Hier
könnte man bei schönem Wetter ein gemütliches Picknick unter Kirschbäumen machen. Weil es
heute aber viel geregnet hat, haben wir unser Mittags-Picknick zurück am Höhleneingang unter
Dach gemacht. Danach sind wir wieder zurück nach Takamatsu gefahren. Hier hat sich die
Gruppe für den Nachmittag wieder aufgelöst. Anne, Daniel und ich haben die Zeit genutzt und
sind nochmal zum Bahnhof gegangen um den Stempel dort einzusammeln. Danach sind wir ein
wenig bummeln gegangen und waren zum Abendessen gegenüber vom Hotel in der
Einkaufspassage Udon Nudeln essen. Die können wir wirklich sehr empfehlen.
Maja
Tag 12:
So 05.04.
Takamatsu/
Osaka
Tag 12
Heute zum Ostersonntag ist unser nächster „Weiterreisetag“, wir werden ein weiteres Toyoko-Inn kennenlernen und uns eine neue Zimmernummer merken müssen. Aber zuvor machen wir noch einen Besuch im Ritsurin-Park, den wir in 30min zu Fuß erreichen. Man nimmt an, dass in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts mit der Anlage des Parks begonnen wurde. 1875 wurde der Park dann der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dementsprechend viele tolle alte Bäume sieht man dort und natürlich auch blühende Kirschbäume. Ca. 350 sollen es im gesamten 75 ha großen Park sein. Wir bewundern noch die vielen Kois und Schildkröten und als wir gegen Mittag den Park verlassen, rücken japanische Familien zum Hanami-Picknick an. Am Nachmittag wird dort viel los sein.
13 Uhr starten wir mit Taxen zum Fährhafen und haben 4,5 Stunden Fahrt nach Kobe vor uns.
Die Fahrt verlief ruhig, von ein paar feiernden Jugendlichen abgesehen und viele von uns haben an Bord zu Abend gegessen. Ein Highlight war die Unterquerung der Akashi-Kaikyo-Brücke. Die 6spurige Autobahnhängebrücke ist knapp 4km lang und war bis 2022 die längste Hängebrücke der Welt. Jetzt ist sie nur noch auf Platz 2. Die beiden Pylone sind je 297m hoch und die Spannweite dazwischen beträgt ca. 1,9km. Ein gigantisches Bauwerk.
Unmittelbar danach hat die Fähre angelegt und 18:40 Uhr standen wir schon im Shuttlebus nach Kobe. Noch einmal umsteigen in die Bahn der Hankyu-Linie und gegen 20 Uhr waren wir endlich wieder in einem Toyoko-Inn.
Heidi aus Gera
Tag 13:
Mo 06.04.
Osaka
Tag 13
An Ostermontag stand für uns ein Ausflug nach Nara auf dem Programm. (Fast) pünktlich um 7.40 Uhr starteten wir mit der Bahn von Juso nach Umeda und stiegen dort in die Metro um. Nun hieß es für uns, mitten in der Rush Hour, ja nicht Andreas und die Gruppe verlieren. Den japanischen Berufsverkehr bekamen wir am Gleis deutlich zu spüren und lernten dabei: Nur, weil eine Bahn voll aussieht, muss diese noch nicht voll sein. Ein paar zärtliche Hände drückten uns so in den Zug, dass der ein oder andere Fahrgast sich noch dazu kuschelte. Doch nicht alle der Gruppe, unter anderem unser Reiseleiter, schafften es mit dem ersten Schwung in den Zug hinein, sodass diese mit dem nächsten Zug folgten und unsere Gruppe bei der Station Namba wieder vereint war. Von hier aus stiegen wir in unseren Zug nach Nara um. Die erste Challenge des Tages, der Berufsverkehr in Osaka, war damit erfolgreich gemeistert. Auf dem Weg nach Nara konnte man, wenn man aufmerksam aus dem Fenster geschaut hatte, den in Teilen rekonstruierten Kaiserpalast entdecken.
In Nara angekommen erklärte uns Andreas diesbezüglich, dass Nara die erste feste Hauptstadt Japans war (710-784). Auf dem Weg zum Todaiji-Tempel begrüßten uns die unzähligen verbeugenden Rehe und Hirsche, für die die Stadt so bekannt ist. Durch Rehe und Touristengruppen hindurch erkämpften wir uns den Weg zum Tempel. Die Halle, die den großen Buddha beherbergt, gilt als das größte Holzbauwerk der Welt. Der Daibutsu stellt mit über 16 Meter die größte Bronze-Buddha-Statue der Welt dar. Vor so einem Monument wird man schon etwas ehrfürchtig.
Nach dem Tempel machte sich unsere Gruppe auf zu einem Spaziergang durch den Nara-Park, stets in Begleitung mit den Rehen und Hirschen. Bei der Fütterung der Tiere stellte sich heraus, dass Vorsicht geboten ist! Nicht jedes Tier ist so lieb, wie es zunächst scheint, besonders wenn die Kekse alle aufgefuttert wurden. Dann wird aufdringlich nach mehr verlangt! Unser Reiseleiter führte uns daraufhin in ein nahegelegenes Fachgeschäft für japanische Messer (zur Verteidigung gegen die tierischen Angreifer? Wohl eher, um die heimische Küche auszustatten ;) Auf dem Weg gelangten wir auch zum Kasuga-Taisha, einen Schrein mit unzähligen Laternen. Nach dem 1 1/2-stündigen Spaziergang kamen wir in der Einkaufsmeile von Nara an, um uns für Mittag zu versorgen. Um 14 Uhr traten wir unsere Rückreise nach Osaka an. Dort besichtigten wir am Nachmittag das zweithöchste Gebäude Japans, den Abeno Harukas. Mit dem Aufzug ging es vom 16. Stock in wenigen Sekunden hoch in den 60. Stock. In 300 Meter Höhe bestaunten wir den Ausblick über Osaka, was sogar von den Toilettenräumen aus möglich ist, denn die Außenfassade des Hauses ist komplett verglast. Den Rest des Nachmittags/ Abends konnte man sich frei gestalten. Entweder in einem Lokal in der Nähe vom Hotel oder man erkundigte noch den Stadtkern und versuchte sein Glück in den Taito Gaming Stations Osakas :)
Jessica
Tag 14:
Di 07.04.
Kyoto
Tag 14
Der Tag beginnt früh und das Wetter sah eigentlich ganz vielversprechend aus. Wir treffen uns
7:50 Uhr vor dem Hotel. Dann geht es, wie schon gewohnt, zum Bahnhof. Kurze Fahrt nach
Umeda, weiter nach Karasuma, danach mit der U-Bahn und anschließend Bus bis nach
Kinkakujimichi. In der U-Bahn war mächtig Betrieb(Rush Hour), es war warm und etwas stickig.
Der Vorteil war, man konnte nicht wirklich umfallen. Wie sehr uns die Wärme später noch fehlen
würde, ahnten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht.
Denn die meisten von uns waren auf warmes Wetter eingestellt, es war aber deutlich kälter als
gedacht. Also nutzten wir jeder Gelegenheit zum aufwärmen. 😉
In Kinkakuji erwartete uns der goldene Pavillon, der zwar wegen der fehlenden Sonne nicht
strahlte aber trotzdem imposant aussah. Und natürlich viele Touristen, sodass man stellenweise
durchgeschoben wurde.
Trotz der Kälte durfte das Matcha-Eis in Premiumausführung mit Blattgold Glimmer nicht fehlen.
😉
Zu Fuß ging es dann weiter zum Ryoanji Tempel, der dortige Zen Garten ist einer der
bekanntesten in ganz Japan 🇯🇵 auch der Garten drumherum hat einige Fotomotive geboten.
Nach der Mittagspause ging es mit der U-Bahn zum Fushimi Inari-Taisha dem bekannten Shintõ-
Schrein welcher bei allen Japanreisenden zum Pflichtprogramm gehört. Dank des guten Tipps von
Andreas, dass man die besten Bilder vom Rückweg machen, konnten wir noch ein paar tolle
Fotos erhaschen. Auch konnte uns Andreas als Geheimtipp noch den Bambuswald zeigen, dort
gab es zum Glück keine Touristen wie bei den Tori. Dafür hatten wir die Begegnung mit einem
japanischen Marder, ein possierliches Tierchen in der Farbe eines Fuchses und nur wenig scheu .
Auf der Heimfahrt besichtigten wir noch den Hauptbahnhof von Kyoto, ein architektonisches
Meisterwerk, wenn auch nach der Erbauung sehr umstritten. Mit den Rolltreppen bis ganz hinauf
zum Sky-Way und zum Dachgarten. Dort hatte man beeindruckende Aussicht bis zum Osaka
Tower. Und dann kam sogar die Sonne etwas durchgeschaut, leider war es immer noch ziemlich
kalt. Mit der Rückfahrt nach Juso ging wieder ein ereignisreicher Tag zu Ende.
Lutz
Tag 15:
Mi 08.04.
Kyoto
Tag 15
Hurra, heute kann der Regenschirm im Hotel bleiben, die Sonne scheint wieder. Die Schlange am Frühstücksbüffet ist an diesem Mittwoch zwar besonders lang, aber zum Treffen um 7:50 Uhr sind alle pünktlich vorm Hotel.
Wir fahren mit U-Bahn, Hankyu Line und Bus in knapp einer Stunde bis Kyoto. Dort empfängt uns der Ginkakuji (Silberner Pavillon) bei strahlendem Sonnenschein.
Die Touristen sind auch nur sehr spärlich vorhanden und so können wir die Tempelanlage in aller Ruhe erkunden und diese ist wunderschön. Dank der Sonne kommen die verschiedenen Grüntöne und Moosarten in der Anlage toll zur Geltung. Das Spiel von Licht und Schatten und immer wieder neue Ausblicke auf diese Anlage machen den Tempel zu einem Highlight von Kyoto. Zu Fuß machen wir uns auf zum nächsten Programmpunkt, dem Philosophenweg. Der „Tetsugaku no Michi“ ist ein malerischer, etwa 2 km langer Fußgängerweg entlang eines von Kirschbäumen gesäumten Kanals.
Den Weg legt jeder von uns in seinem eigenen Tempo zurück; am Ende wartete schon Andreas und zusammen ging es, wiederum zu Fuß, weiter bis zum Heian Schrein. Der Heianjingu Schrein ist relativ neu. Er stammt aus dem Jahr 1895 und wurde zum Gedenken an die 1100-jährige Herrschaft Kyotos als Hauptstadt Japans errichtet - eine Rolle, die die Stadt bis 1868 innehatte. Nach kurzer Erkundung setzen wir unseren Weg fort zum Handicraft Center, puh gegangen wird heute wieder sehr viel.
Dort angekommen gibt uns Andreas 1,5h Zeit zum Shoppen und Mittagessen. Wie sich herausstellen wird verbringe ich fast die ganze Zeit im Center. Auf drei Etagen gibt es touristische, aber auch richtig hochwertige Souvenirs zukaufen. Die meisten von uns kaufen eine Kleinigkeit oder etwas mehr 😉.
Wir treffen uns wieder an der nächsten Ecke und jeder berichtet für was er seine Yen ausgegeben hat aber nicht lange gequatscht, denn schon machen wir uns weiter auf den Weg.
Diesmal ist unser Ziel nur ein paar Busstationen entfernt, nämlich das alte Gion Viertel. Hier bekommen wir von Andreas noch Instruktionen, wie wir wieder ins Hotel zurück finden und die Wege trennen sich für die meisten von uns. Ab dort gestaltet jeder den restlichen Tag nach seinem oder ihrem Geschmack. Fünf von uns haben an diesem Nachmittag noch etwas gemeinsam vor, eine traditionelle Teezeremonie. Bis dahin streifen wir noch durch Gion das alte Geisha Viertel von Kyoto. Geishas sehen wir dort nicht dafür Horden von Touristen, die in ausgeliehenen Kimonos überall ihre Selfies machen, ein wahrer Graus. Zum Glück fanden wir schnell, dank Handy Navigation, das alte Stadthaus in dem die Zeremonie stattfinden wird. Dort werden wir herzlich empfangen, an der Türschwelle heißt es Schuhe aus und es geht eine sehr steile Treppe hoch in den ersten Stock. Wir sind zu acht; drei nette Neuseeländerinnen und fünf aus unserer Reisegruppe. Jeder stellt sich kurz vor, auch das „Personal“ des Teemeisters. Er wird von zwei Assistenten unterstützt, Paul ist Australier und übersetzt alles was der Sensei erklärt und noch einem Taiwanesen, der die Schalen anreicht. Da Ulla als erste die Zeremonie gebucht hat wird ihr eine besondere Rolle zuteil. Sie darf zuerst die Teeschale auswählen, als erste den Tee trinken und so weiter. Dann dürfen auch wir anderen eine der bereitgestellten Schalen wählen. Mit Schale geht es nun weiter in den Nebenraum, den Ort der eigentlichen Teezeremonie. Der Sensei und Paul erzählen viel über das Ritual und die Achtsamkeit. Der Raum ist nur spärlich beleuchtet, dies dient alles dazu um sich auf das Zubereiten des Tees zu fokussieren. Wir lauschen auf das Köcheln des Wassers und beobachten ehrfürchtig wie der Teemeister das Ritual durchführt (das alles zu beschreiben würde Stunden dauern). Vor dem Matcha gibt es noch drei sehr süße Süßigkeiten, jedes davon ein kleines Kunstwerk. Dann wird die Teeschale achtsam in die rechte Hand genommen, sich verbeugt, die Schale zweimal um 15 Grad im Uhrzeigersinn gedreht und schließlich in 3-5 Schlücken geleert (der letzte Schluck wird laut geschlürft). Dann mit dem Finger den Rand der Schale säubern und die ganzen Drehungen wieder zurück, bis das „Gesicht“ der Schale uns wieder anblickt. Die zweite Schale dürfen wir selbst mit Hilfe eines „Chasen“ (sieht aus wie ein Rasierpinsel aus Bambus) aufschäumen. Danach löst sich die Veranstaltung auf und wir kämpfen uns zurück zum Bahnhof und so geht ein wirklich schöner Tag mit dem Erleben einer wunderbaren Teezeremonie zu Ende.
Birgit aus Ingolstadt
Tag 16:
Do 09.04.
Osaka
Tag 16
Heute war freier Tag und jeder konnte nach eigenem Ermessen die Zeit verbringen.
Ich nutze die Gelegenheit um noch einmal nach Kyoto zu fahren und mein Weg führte mich zuerst zum alten Kaiserpalast. Am Eingang wurden alle Gepäckstücke von Polizisten kontrolliert. Eigentlich ist der Palast nicht mehr in Funktion, aber er wird vom Kaiserlichen Hofamt verwaltet, da er Eigentum der Kaiserfamilie ist.
An den wichtigen Punkten fand man immer kleine Holztafeln und man konnte sich durch die Erklärungen ein wenig in die Geschichte des Palastes hineinversetzen. In der langen Zeit als Kyoto die Hauptstadt Japans war, wurde von hier aus das Land regiert.
Es gab einige Gebäude die für zeremonielle Veranstaltungen benutzt wurden, unter anderem das Hauptgebäude, wo die Krönungszeremonie des Kaisers stattfand.
In der Edozeit, als die Shogune regierten, war der Palast das Zuhause des Kaisers und seiner Familie, das er aber nicht verlassen wurde.
In einem anderen Gebäude fanden 1868 die Planungen für die Wiedererlangung der Macht des Kaisers gegenüber der Shogunatsregierung statt.
Die letzte Krönung fand hier 1926 für den Showa-Kaiser statt.
Seit der Verlegung der Hauptstadt von Kyoto nach Tokyo 1868, finden die Krönungszeremonien im neuen Kaiserpalast in Tokyo statt.
In einem größeren Gebäude am Rande soll auch über mehrere Jahrhunderte, eine der drei Reichsinsignien aufbewahrt worden sein. Der Spiegel soll sich aber jetzt im Ise-Schrein befinden.
Man kann viel Zeit in der weiträumigen Anlage verbringen. In der großen Anlage war es sehr ruhig und den angrenzenden Park nutzen auch viele Kyotoer für Spaziergänge.
Vom Gelände des Kaiserpalastes war es kleiner Fußweg zum Heian-Schrein.
Den Schrein habe ich schon sehr oft besucht, hatte aber nie die Gelegenheit mir auch einmal den angrenzenden Garten anzuschauen. Nach dem Eingang wurde man gleich von einigen Kirschbäumen begrüßt. Auch mit der abklingenden Kirschblüte sahen sie immer noch wunderschön aus. Die weitläufige Anlage lohnt auf alle Fälle einen Besuch. Dachte wohl auch ein Fischreiher, der unter einer alten Brücke sich von den Besuchern füttern lies.
Anschließend machte ich mich auf den Rückweg zum Hotel in Osaka. Auf dem Plan stand heute noch Wäsche waschen und Koffer packen, da es morgen weitergeht nach Ueda ins Ryokan.
A.Frenzel aus Nürnberg (RL)
Tag 16 freier Tag
Mal einfach ausschlafen, naja, ging dann doch nicht - so schnell kommt man ja nicht wieder nach
Japan 🇯🇵.
Eine kleine Gruppe verabredete sich für eine Besichtigung der Burg Osaka. Also diesmal in
Eigenregie zum Zug und danach zur Metro, Uli übernahm die Rolle des Reiseleiters sehr
souverän. Kurz nach Zehn Uhr waren wir auch schon in der Burg, auch hier wieder in Gesellschaft
vieler Touristen. Wir nahmen die Treppe, denn die Schlange zum Aufzug war schon sehr lang. In
der Burg selbst war filmen und fotografieren verboten 🚫 worauf man mich noch mal extra
hinwies. 😉
Wir hatten ein Kombi-Ticket was auch das Museum über die Geschichte und den Aufbau der
Steinbefestigungsanlage beinhaltete, der Besuch war sehr interessant und nicht so überlaufen wie
die Burg selbst.
Da noch der Koffer zu packen war, ging es nunmehr zurück zum Hotel. Am Abend hatte ich ja
noch eine besondere Aktivität geplant, einen Besuch des teamLab botanical Garden in Osaka.
Dies ist eine Ausstellung unter freiem Himmel und nach Anbruch der Dunkelheit von interaktiven
Objekt- und Lichtinstallationen welche zum Teil mit dem Besucher interagieren, ein ganz
besonderes Erlebnis. Trotz des einsetzenden Regens sehr schön und immer einen Besuch wert,
kann man den botanical Garden zum Glück ja mit Regenschirm ☔ besuchen. Dann zurück ins
Hotel mit Metro und Bahn, am nächsten Morgen geht’s weiter nach Ueda.
Lutz
Tag 17:
Fr 10.04.
Aoki-Mura
Tag 17
Tag 18:
Sa 11.04.
Aoki-Mura
Tag 18
Gut ausgeruht krabbeln wir am Morgen von unseren Tatami-Matten. Heute ist ein entspannter
Tag. Nach Beton, Stahl und Glas erwartet uns Natur und Sonnenschein. Letzterer tut nach der Anreise im Regen ganz besonders gut.
Auch zum Frühstück ein Lichtblick, gibt es doch nach dem ewig gleichen Toyoko-Inn Frühstück
mal Toast, Marmelade und Ei. Der Tag kann beginnen!
So trifft sich die Mehrzahl der Gruppe mit Andreas zu einer kleinen Wanderung. Hinaus aus
dem Dorf Aoki-Mura geht es stetig bergan, wir biegen vom Wanderweg auf einem Forstweg ab und laufen am Hang weiter bis zu einem schönen Aussichtspunkt. In der Ferne sieht man Ueda liegen, davor
das Dorf Aoki. Aoki ist umgeben von Bergen bis 1.600m. So lässt man es sich auch nicht nehmen, mal fix paar Höhenmeter zu bewältigen und den Gipfel des Jukanzan auf 1.284m zu erobern. (nur einer
der Gruppe)
Zu Mittag sind dann alle wieder am Hotel und wie werden mit dem Hotelbus zum Supermarkt
gefahren. Ich persönlich finde es schade, dass dadurch der Tag "zerpflückt" wurde. Den Einkauf hätte man schon bei der Anreise machen können, schließlich haben wir in den Zimmern
Kühlschränke.
Wie dem auch sei. Mehr oder weniger gesättigt gestaltet jeder seinen Nachmittag für sich.
Über Wandern, Baden im Onsen oder einfach in der Sonne sitzen genießen wir das schöne Wetter.
Und schon ist es 18 Uhr und wir bekommen
wieder ein mehrgängiges Menü serviert. Viele kleine Sachen grandios angerichtet und zu kleinen Kunstwerken verarbeitet.
Auch wenn ich das Abendessen beizeiten verlasse, so bekomme ich noch mit, das sich diesmal
einige Mutige zum Karaoke hinreißen lassen.
Heidi aus Gera
Tag 19:
So 12.04.
Tokio
Tag 19
Rückreise nach Tokio
Der Tag begann mit einem großen Schock. Die Lufthansa teilte uns mit, dass unser Flug wegen
dem Streik der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit annulliert wurde. Unser Reiseleiter Andreas
war jetzt besonders gefragt, doch auch er hatte nur die Information der Lufthansa, was manche
Mitreisende nicht verstehen wollten. Außerdem war Deutschland gerade Sonntag Nacht, so dass
niemand für Rückfragen zu erreichen war.
So traten wir die Weiterreise von Ueda nach Tokio an, mit dem Hotelbus zum Bahnhof und mit
dem Shinkansen nach Tokio, nach 2mal umsteigen waren wir wieder im Toyoko Inn Kuramae 2.
Dort fühlten wir uns schon richtig heimisch, waren wir dort auch schon drei Tage am Anfang der
Reise.
Der Nachmittag stand zur freien Verfügung, allerdings immer mit dem Hintergedanken an den
Rückflug. Jeder hatte sich für diesen Nachmittag eigentlich schon etwas vorgenommen, was er
oder sie noch in Tokio unternehmen wollte. Ich zum Beispiel hatte bereits vor der Reise den
Eintritt in den Tokio SkyTree gebucht. In diesem Turm kann man bis 450 m mit dem Fahrstuhl
hinauf fahren und hat so einen herrlichen Blick über die ganze Stadt . Leider waren auch hier die
Touristen in der Überzahl und hatten scheinbar alle zum Sonnenuntergang diese Aussicht geplant.
Am Abend kam dann die erlösende Nachricht. Obwohl es Sonntag war, hat Bettina Koyama
jemanden beim Flugdienst erreicht und alle Teilnehmer auf einen anderen Flug umbuchen können.
Nun geht es zwar nach Frankfurt am Main, aber trotzdem am Dienstag wieder nach Deutschland.
Für weitere Zugeständnisse hoffen wir auf die Lufthansa.
In kleiner Runde wurde das dann auch beim Tagesabschluß in der Lobby gewürdigt.
Lutz
Tag 20:
Mo 13.04.
Tokio
Tag 20
Unglaublich wie schnell 3 Wochen vergehen können, aber auch der schönste Urlaub geht einmal vorüber.
Den letzten Tag in Tokyo gestaltete jeder auf seine Weise. Ich habe mich dafür entschieden das teamLAB Planets TOKYO zu besuchen. Das ist ein interaktives Kunstmuseum das „digitale Kunst“ zeigt.
Zuerst musste ich jedoch dorthin kommen, das ging allerdings problemlos einmal umsteigen und der restliche Weg zu Fuß und ich stand schon vor dem Gebäude. Das mit dem Zugfahren hat schon mal geklappt und das Schlange stehen haben wir auf der Reise auch etliche Male geübt.
Im Gebäude angekommen hieß es erstmal Schuhe aus und Hose bis zum Knie hochkrempeln. Die Ausstellung ist in die Bereiche Wasser, Garten, Wald und einen Außenbereich eingeteilt.
Es ging in kleineren Gruppen durch dunkle, spärlich beleuchtete Gänge und plötzlich wateten wir in einem kleinen Fluss. Im nächsten Raum erwartet mich eine fantastische Lichtinstallation. Die Wände und der Boden waren komplett verspiegelt und von der Decke hingen „Lichtfäden“ die pulsierten und in verschiedenen Farben leuchteten. Im nächsten Raum wurde klar warum man die Hose hochkrempeln musste. Dort stand man bis zu den Knien im Wasser und projizierte „Lichtkois“ schwammen umher.
Ein toller Raum folgte auf den nächsten, immer verbunden durch ein Labyrinth aus dunklen Gängen. Im Aussenbereich konnte ich eine Art verchromter „Eier“ bewundern. Es ist ausdrücklich erlaubt die Objekte anzufassen, manchmal änderten sich dadurch Farbe oder ein anderer Ton erklang. Kurzum ein Fest für die Sinne. Was mir nicht so gefiel war, dass unmögliche Verhalten von manchen Touristen. Es sollte ein Besuchsverbot für Inder und Amerikaner geben, damit wir anderen solche Orte in Ruhe genießen können.
Zum Abschluss gab es noch den Orchideen Raum. Dort hielt ich mich am längsten auf und das obwohl ich Blumen nichtmal besonders mag.
Dieser Raum hatte einen Effekt auf jeden. Man befindet sich dort wie in einem dreidimensionalen Garten. Die Orchideen hängen von der Decke und bewegen sich gleichzeitig von oben nach unten und seitlich. Es war fast hypnotisch.
In bester Stimmung machte ich mich auf den Rückweg zum Hotel. Dort findet heute Abend auch unsere kleine Lobby Party statt und dann heißt es Abschied nehmen.
Japan du warst wundervoll, ich werde dich sehr vermissen!
Birgit aus Ingolstadt
Tag 21:
Di 14.04.
