Reiseberichte und Bilder
Kirschblüte Klassik A-1 2026
23.03. - 12.04.
21 Tage
Hier präsentieren wir nahezu täglich neue Fotos und Reiseberichte unserer Reise.
Tag 2:
Di 24.03.
Tokio
Nach der ersten Nacht in Tokio sind wir bereit und voller Vorfreude, die Stadt zu erkunden. Ausgestattet mit bunten Regenjacken und -schirmen geht es los, denn laut Vorhersagen soll es nachmittags regnen. Reiseleiterin Mirjam lotst uns zu unserem ersten Stop, dem Meji-Schrein. Idyllisch gelegen in einer Art großem Park erinnert der Schrein an den ersten japanischen Meji-Kaiser.
Weiter geht's zum Kaiserpalast, in dem auch heute noch die kaiserliche Familie residiert. Zwar sind weder Palast noch die großzügige Parkanlage für jedermann zugänglich, dennoch erhält man von außen (und dem eingesetzten Sicherheitspersonal) einen guten Eindruck von der kaiserlichen Pracht. Der Stimmung in der Gruppe tut das keinen Abbruch, auch der einsetzende Regen nicht.
Nach einer Mittagspause im Ginza Viertel wandern wir durch diverse Einkaufsstraßen u.a. in Akiharaba, besuchen einen wunderbaren Schreibwarenladen, bestaunen die vielfältige Architektur und bekommen so einen Eindruck vom Rhythmus der Stadt. Der spätere Nachmittag und Abend steht jedem und jeder zur freien Verfügung.
Jana (zum 2. Mal dabei)
Bei regnerischem Wetter, ausgerüstet mit Schirmen und guter Laune startete unsere Gruppe zum Tagesausflug nach Kamakura. Alle quetschten sich (Dank Mirjams Schiebetechnik) erfolgreich in den überfüllten Zug. Nach einstündiger Fahrt und kurzem Fußweg bestaunten wir den Daibutsu, die 13m hohe und unter freiem Himmel stehende Bronzestatue des Amida Buddha. Sehr beeindruckend. Man kann ihn gegen einen kleinen Obulus sogar von innen begehen. Nach der Besichtigung überraschte uns Mirjam mit einer Runde Buddha-Kekse.
Dann machten wir uns auf den Weg zum (buddhistischen) Hase Kannon-Tempel. Nach unserer Ankunft betraten wir das Tempelgelände durch das große Eingangstor und konnten sofort die ruhige und spirituelle Atmosphäre spüren. Besonders beeindruckend war die wunderschöne Gartenanlage mit Teichen, kleinen Brücken und zahlreichen Statuen. Nach einigen Treppenstufen konnten wir von oben direkt auf die Küste und die Sagami-Bucht schauen.
Anschließend gingen wir kurz zum Strand und konnten die Surfer auf den Wellen des Pazifiks beobachten.
Ab Mittag teilte sich unsere Gruppe in Kamakura auf. In einer Seitenstraße entdeckten wir ein kleines traditionelles Restaurant und stärkten uns mit einem frisch zubereiteten Udon-Menü. Abschließend besichtigten wir noch den Schrein Tsurugaoka Hachiman und machten uns danach auf den Rückweg in die quirlige Stadt.
Sabine und Reiner
Heute morgen werden wir nach zwei Regentagen schönerweise wieder von der Sonne geweckt und sind am dritten Tag schon routiniert beim japanischen Frühstück mit Stäbchen, Suppen, Reis und Omlettröllchen, gefülten Teigtaschen, warmen Auberginen....
Alle sind gut gelaunt und auch die Angeschlagenen halten sich tapfer und pünktlich um kurz vor neun starten wir mit unseren Koffern zum Flughafen und bewältigen die U Bahnfahrt dank Mirjams schon verinnerlichter Maxime: "Rucksack nach vorne, dann Rückwärts einsteigen und beherzt schieben" geschlossen und souverän.
Nach einem unkomplizierten Flug und dem Busshutle in die Stadt, geht der Check-in im Hotel diesmal recht flott, so dass wir nach kurzer Pause gemeinsam zum ersten Stadtrundgamg aufbrechen.
Mit der Straßenbahn fahren wir zum "Atombombendom". Über dieser Ruine explodierte am 6. August 45 die Atombombe und die Reste des zerstörten Gebäudes werden als Denkmal erhalten und sind ein Wahrzeichen der Stadt und im Hintergrund ist stetig das Läuten der Friedensglocke zu hören.
Mirjam zeigt uns im Anschluss noch den Friedenspark und das Kranichmädchen und nach einem kleinen Spaziergang durch die überdachte Einkaufstraße mit vielen Okonomiyakirestaurants (japanische Pfannkuchen je nach Region unterschiedlich gefüllt) ist den Rest des Abends Freizeit.
Michaela
Unsere Bitten am Asakusa-Kannon-Tempel für eine gute Reise sind erhört worden - auf Miyajima erwartet uns ein warmer, sonniger Tag. Der Andrang an der Fähre lässt erahnen, dass die Insel mit ihren vielen Attraktionen heute gut besucht ist.
Von der Fähre aus geht es direkt zum O-torii-Tor - wunderbar im Sonnenlicht gelegen, so dass jeder sein perfektes Foto machen kann.
Im Gänsemarsch weiter durch den Itsukushima-Schrein, um dann erstmals auf blühende Kirschbäume zu treffen. Je höher wir aufsteigen, umso wunderbarer wird der Blick auf die Kirschhaine mit der Tahoto-Pagode im Hintergrund.
Am Daishoin-Tempel tun sich die nächsten Höhepunkte auf: Wir nehmen an einer Gebetszeremonie teil, die ein Mönch für die Betenden und deren Wünsche ausrichtet, bewundern die Gartenanlage mit den vielen Gebets- und Opferstellen, sowie die Mini-Buddhas mit ihren bunten Kappen, die den Seelen verstorbener Kinder gedenken.
Gestärkt, nach einer Pause, geht's hoch zum Gipfel des Misen. Die ca. 535 Höhenmeter treiben den Schweiß aus den Poren und nach gut 2h haben auch wir es bis zur Aussichtsplattform geschafft und treffen dort auf Marie-Luise und Omar. Gestärkt mit einem Tee, erhitzt auf der ewig währenden, heiligen Flamme machen wir uns auf Weg zur Bergstation der Seilbahn. Zurück am Ufer des O-torii, haben viele Besucher die Insel bereits verlassen und es herrscht eine angenehme Ruhe.
Ein herrlicher Tag neigt sich dem Ende zu; gerne darf es so weitergehen.
Jürgen und Gisela
Scout-Bericht vom Ausflug nach Iwakuni:
Wer im Zug nach Miyajima sitzen bleibt, landet an der Endstation Iwakuni, was sich noch nicht lohnt, da die Stadt erstaunlich hässlich ist. Das wissen auch alle anderen, denn an der Buslinie zur Kintaikyo Brücke bildet sich schnell eine Schlange, um über viele rote Ampeln weiter zu zuckeln.
Die nächste Schlange (es ist Sonntag) ist am Brückenposten für praktische Kombi-Tickets, es geht aber zügig voran. Über die große pittoreske Holzbrücke erreicht man eine Kirschbaum-gesäumte Flusspromenade, wo schon fleißig gepicknickt wird und die gemütliche Festivalatmosphäre stellt sich schnell auch bei uns ein.
Der weitere Komplex von ehemaligen Clan-Häusern und Museen kann bequem zu Fuß erkundet werden. Es gibt Softeis-Schlangen, Schlangen-Museum-Schlangen und eine Seilbahn-Schlange, an deren Ende wir auf den umgebenden Berg befördert werden, wo durch einen schönen Zedernwald zur Burg Iwakuni spaziert wird.
Im historischen Museum werden wir auf die Biografie von Chiyo Uno (1897-1996) aufmerksam, die in Iwakuni geboren wurde. Eine schillernde Persönlichkeit der japanischen Nachkriegs-Literaturszene, die die Öffentlichkeit mit ihren dramatischen Liebesbeziehungen in Atem hielt, die erste moderne Frauen-Mode-Zeitschrift Japans verlegte, diese wegen Steuerhinterziehung wieder verkaufen musste und alle ihre männlichen Schriftsteller-Zeitgenossen überlebte, bis sie 98 Jahre alt wurde.
Insgesamt sind einige Leute sonntags-ausflüglich unterwegs, außer uns fast keine Nicht-Japaner und gar keine Reisegruppen. Schöner Sonntagsausflug!
Mirjam
Teilnehmer-Reisebericht vom freien Tag:
Sonntag, Sonne, spätes Frühstück – was will man mehr? Auf dem Weg zum Shukkeien-Garten entdecken wir eine katholische Kirche, die Hiroshima Nagarekawa Church. Die Einladung zum gerade beginnenden Palm-Sonntags-Gottesdienst lehnen wir dankend ab, wir würden nichts verstehen. Der Kirchbau selbst hat auch nur als “Gerippe" die Bombe überstanden. Ergreifende Bilder im Innern zeugen davon.
Unsere Gemütslage wird besser, als wir zum Japanischen Garten weitergehen. Und wir lassen sie auch nicht von der ca. 200 Personen langen Warteschlange am Eingang trüben. Der Garten selbst ist ein wahres Kleinod. Viele Blüten, nicht nur die berühmten Kirschen sind genau so zu bestaunen und zu fotografieren wie die fünf in prachtvolle Kimonos gekleideten Damen, die sich über unser Interesse an ihnen freuen. Eine bewundernswerte Landschaftsgestaltung. Auf dem höchsten Punkt soll man bis zur Burg sehen können. An der langen Eintrittsveranda am Teehaus stehen die Schuhe der Gäste in Reih und Glied.
Nur wenige Straßen weiter ragen die wuchtigen Umfassungsmauern der Burg Hiroshima aus dem umgebenden Wasser. Im Innern werden wir von einem Theaterstück angezogen, das hier am Sonntag vermutlich mehrfach unter freiem Himmel zum Besten gegeben wird. Den nach dem Krieg wieder aufgebaute fünfstöckige Burgturm können wir nur von außen bewundern, er ist geschlossen. Dafür lassen wir uns den Schweinefleischspieß mit japanischen Pommes und einem großen Maiskolben schmecken. Auf dem Weg nach draußen können wir im Gokoku Schrein noch eine Hochzeitszeremonie verfolgen.
Ein Kaffee im Pacela EKZ auf der Außenterasse im 6. OG mit Übertragung des Frauenfußballspieles München gegen Nürnberg vom Vortag in englischer Sprache runden den Tag ab.
Wolfgang und Annedore
Am zweiten freien Tag in Hiroshima besuchten wir gleich morgens das bekannte Friedensmuseum, welches die Auswirkungen des Abwurfs der Atombombe am 06.08.1945 auf die Stadt und das Umland eindrücklich darstellte und am Ende zumindest noch etwas historisch einordnete. Besonders spannend waren die aufgenommenen Zeitzeugeninterviews, von denen inzwischen altersbedingt kaum mehr jemand am Leben ist.
Nach einer kurzen Kaffeepause bei Backen Mozart mit entsprechender Hintergrundmusik auf dem Areal des Friedensmuseums bzw. -parks und einem Zwischenstopp am Hotel ging es in das Onsen Hananoyu. Die Regeln waren schnell erklärt, und dann ging es ordentlich gewaschen in die zahlreichen heißen Innen- und Außenbecken. Trotz lautem Fernseher war dies das bislang entspannendste Erlebnis der bisherigen Reise. Besonders das Kohlensäure- und das Schwefelbecken erfrischten Glieder und Geist und ließen dank der hohen Wassertemperaturen unsere Köpfe erröten. Anschließend gab es noch ein leckeres Mittagessen im stimmungsvollen Restaurant im selben Gebäude und als Nachtisch mit frischen Erdbeeren gefüllte Mochis am Onsen-Eingang.
Zurück im Hotel musste umgepackt werden für den anstehenden Gepäcktransport, was anhand der wechselhaften Wettervorhersage für die nächsten Tage keine leichte Aufgabe war.
Abends ging es dann bei einsetzendem Regen in die praktischerweise überdachte Fußgängerzone Hiroshimas, um in einigen Geschäften zu stöbern und den Abend bei schnellen Ramen, diesmal ohne Brühe, ausklingen zu lassen.
Maria
Heute ging es zeitig los, Bahnfahren war angesagt. Wir fuhren mit Umstieg in Itosaki nach Onomichi.
Dort angekommen, haben wir unser Gepäck in den Schließfächern im Bahnhof verstaut (die Bedienung dieser Schließfächer ist aber eine kleine Wissenschaft für sich).
in Onomichi gibt es eine Shoppingmeile zu besichtigen, in welcher scheinbar die Zeit in den frühen 80er Jahren stehen geblieben ist, zumindest könnte man das beim Anblick vieler Läden meinen. Auch Teile der Stadt selbst sehen historisch aus. Die Stadt diente bzw. dient als Kulisse für viele Filme und Anime (z.B.: "Tokyo Story").
Nach einer kurzen Erläuterung zur Stadt und ihrer Geschichte (Danke, Mirjam!) ging es an den Aufstieg zum Senkō-ji-Tempel und von dort aus weiter in Richtung Gipfel zum Aussichtspunkt. Die Aussicht war wirklich grandios, man konnte die gesamte Stadt und ihre Werften, die Brücke zur gegenüberliegenden Insel und einen Teil der Seto-Inlandsee sehen. Auch Kirschblüten gab es am Gipfel reichlich. Noch mal kurz nach Souvenirs stöbern und schon ging es weiter mit dem nächsten Zug nach Takamatsu.
Unser Zug war auf dieser Strecke der Marine-Liner; auf der Fahrt boten sich interessante Ausblicke ins ländliche Japan und eine spektakuläre Aussicht auf die Inlandssee beim Überqueren derselben auf der großen Brücke vor Takamatsu.
In Takamatsu angekommen, haben wir fix im Hotel eingecheckt und uns dann auf die Suche nach dem Abendessen gemacht.
Die örtliche Spezialität sind Udon-Nudelgerichte, in der Einkaufsmeile direkt beim Hotel gibt es auch ein paar Restaurants, die sich darauf spezialisert haben. Mit dem Abendessen haben wir dann den Tag abgeschlossen.
Johannes
Grau und trüb war es heute morgen, am 01. April. Unterwegs zum Pilgerort Kotohira mit einer Art Straßenbahn sah es so aus, als wollten sich die Regenwolken lichten. Am Ziel angekommen, tröpfelte es erneut und es sollte nicht mehr aufhören. Nur wenige Minuten vom Bahnhof entfernt, schlenderten wir zunächst an Souvenirläden und Restaurants vorbei. Wir folgten anderen Pilgern - überwiegend Japanern - die Treppen hinauf zum Kotohira-Schrein. Wunderschön durch eine Allee blühender Kirschbäume bis wir über die letzten steilen Treppen am Hauptschrein ankamen. Dort erwarben wir kleine Stoffsäckchen - Glücksbringer für Glück und Gesundheit. Das kann nicht schaden. Wir hätten noch weiter den Berg hinauf zu einem kleineren Schrein gehen können, jedoch traten wir mit durchnässten Schuhen den Rückweg an. Unterwegs noch ein Besuch des Sake-Museums, der sich gelohnt hat. Sehr anschaulich wurde der Prozess der Sake- Herstellung gezeigt. Bevor wir den Rückweg antraten gab es zur Stärkung noch frittierte Shrimps im Reismantel.
Karin und Ingrid
Und noch ein Gruß vom "Power Spot" von Bärbel und Lotha:
Die Sonne begleitet unseren Weg zur Fähre, die vom Hafen um 10 Uhr nach Megijima losfährt. Die Überfahrt zur Insel dauert nur 20 Minuten, bietet aber eine wunderschöne Aussicht auf das Meer und die vielen Inseln, die es außerdem noch gibt.
Es wird erzählt, das auf Megijima einst die bösen Oni lebten, grimmig-dumme Oger, die in einer Höhle hausten. Die Höhle gibt es tatsächlich oben im Berg Washigamine, und wir nehmen beherzt den 2,5 km langen Weg auf, denn es gibt dort oben auch eine Aussichtsplattform mit Picknickplätzen. An blühenden Kirschbäumen vorbei wird die kleine Wanderung durch die Natur eine wunderbare Erholung.
Mittags nehmen wir die Fähre zurück und der Nachmittag ist zur individuellen Gestaltung frei. Abends treffen wir uns unter den vom Vollmond beschienenen Kirschbäumen im Park der Takamatsu-Burg und feiern ein Hanami-Picknick mit Sake.
Marie-Luise
Bericht vom eigenständigen Tagesausflug nach Naoshima:
Abfahrt Takamatsu 9:20 Uhr mit der Schnellfähre. Eigentlich etwas zu spät, wie sich bei der Rückfahrt herausstellen wird.
Nach der Ankunft in Miyanoura sofort große Trauben an den Fahrradverleihstationen. Es ist unsere Jungfernfahrt auf einem E-Bike. Einfach beeindruckend, wieviel Kondition wir heute haben! 😉 Wir sind angefixt.
Dann die Erkenntnis: ein Besuch auf Naoshima will geplant sein. Die Insel ist größer als gedacht, die Ausschilderung eher mager und an der ersten Stelle, die wir anlaufen, dem Chichu Art Museum, gibt es für den ganzen Tag keine Tickets mehr, bereits alle online reserviert.
Aber es gibt noch genug anzuschauen und wir besuchen das Lee Ufan Museum und das Benesse House. Grandiose Architektur, von Tadao Ando. Das Chichu Art Museum ist auch von ihm, davon haben wir leider nichts gesehen, da komplett unterirdisch. Viele Kunstwerke verteilen sich weitläufig in der Landschaft und wollen erwandert und erradelt werden.
Der Besuch des großen gelben Kürbis von Yayoi Kusama gehört eigentlich zum Pflichtprogramm für Inselbesucher. Fällt aber für uns aus: der wurde in Sicherheit gebracht vor einem Unwetter oder zur Reparatur.
Bleibt der große rote Kürbis im Hafen am Fähranleger. Der zieht die Besucher an: Groß und Klein krabbeln hinein, stecken die Köpfe aus den Punktöffnungen und lassen sich fotografieren.
Gesehen haben wir damit wohl nur die Hälfte: bis Honmura im Osten haben wir es in der Zeit gar nicht geschafft. Unser Tipp: kleine Pause im Museumscafe, mit gelber Kürbissuppe.
Zurück mit der normalen Fähre um 17:00 Uhr, die ist langsamer, aber die Fahrt genussvoller.
Bärbel und Lotha
Ritsurin Park
Einen japanischen Garten in Japan erleben!
Heute den ältesten und größten vor der Kulisse des Berges Shiun:
- Besonderes Kulturdenkmal Japans
- Beginn des Baus 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts/
- Ca.100 Jahre andauernder Bau 1624 bis1745
- 1875 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht
- Oase am Rande von Takamatsu
Ein übersichtlicher Plan zeigt Rundwege der Anlage mit der Einladung "Genießen Sie in aller Ruhe dieses über einen langen Zeitraum hinweg von vielen Händen erhaltene, einzigartige Kulturerbe." An diesem sonnigen Tag lassen sich die meisten von uns einfach treiben. Der Blick des Besuchers wird unentwegt in verschiedene Richtungen gelenkt und festgehalten: innehalten, evtl ein Fotomotiv suchen: Von Tausend beschnittenen Pinien/von den typischen Teichen mit Brücken und Steinwegen durch Flachwasser und harmonischen Gestaltungen. Teehäuser laden zum verweilen ein. Kirschblüten und noch blühende Kamelien zeigen ihre Pracht.
Ein japanischer Garten ist schon einzigartig: Ein Ort, die Seele baumeln zu lassen und wo der Einklang von Natur und künstlerischer Gestaltung faszinieren.
Barbara
Erster Tag in Osaka. Heute ging es früh los: 7:45 Uhr zum Bahnhof und mit mehreren Zügen über Umeda und Namba nach Nara. Die Fahrt hat circa anderthalb Stunden gedauert, das Wetter ist bedeckt aber trocken. In Nara angekommen laufen die Rehe frei. Es ist lustig anzuschauen, wie manche Rehe auf die Menschen zukommen und nach Keksen verlangen, und wenn man nicht aufpasst, knabbern sie an den Taschen und Jacken und Papier, das man in der Hand hält. Der Frühling zeigt sein Gesicht mit weiß und rosa blühenden Bäumen. Am Todaiji Tempel ist viel los, viele Menschen bestaunen die großen Buddha-Statuen, die mit frischen Blumen umsäumt sind. Die mittlere Buddha-Statue ist in ihrer Dimension und im Ausdruck beeindruckend!
Nach dem Rundgang im Tempel sind wir weiter spazieren gegangen, haben die Pracht des Naraparks auf uns wirken lassen und haben den Kasugataisha Schrein besichtigt, auch eine Sehenswürdigkeit, die man nicht verpassen darf! Der Regen hat angefangen, auf unsere Köpfe zu prasseln. Wir haben uns langsam Richtung Bahnhof begeben.
Am Anfang der Fahrt hatten wir Bibo verloren, der aber schnell von Mirjam zur Gruppe zurückgebracht wurde. Mirjam hat alles wunderbar im Griff! Es waren auf den Bahnhöfen und in Nara viele Menschen unterwegs und doch blieb alles ruhig und friedlich. Um 14:00 Uhr trafen wir uns am Mönchsbrunnen und wir haben die Heimreise zum Hotel angetreten.
Omar
Der Sonntag beginnt mit einer Überraschung: Jede(r) bekommt von Mirjam einen leckeren Hasenkeks; es ist schließlich Ostersonntag.
Ein umfangreiches Programm steht uns bevor. Mit Zug, U-Bahn und Bus geht es hinein ins Getümmel von Kyōto. An allen Besichtigungspunkten herrschen babylonische Zustände; Besucher aus Südeuropa, Nordamerika und dem indischen Subkontinent scheinen die Szenerie akustisch und optisch zu beherrschen.
Wir beginnen unsere Besichtigungstour am Goldenen Tempel - dem Kinkakuji-Tempel, der wunderbar in der Vormittagssonne glänzt. Der Besucherandrang ist enorm, Mirjam nennt es "Neuschwanstein von Kyōto".
Im Gänsemarsch geht's zum Ryoanji-Tempel mit seinem Zen-Garten und den 15 Felsbrocken, die geschickt von frisch geharktem Kies umgeben sind. Auch hier sind wir von etlichen anderen Besuchergruppen umgeben. Aber der herrliche Landschaftsgarten mit frisch ausgetriebenen Sträuchern, blühenden Kirschen und Scheinquitten lässt uns dann doch zur Ruhe kommen.
Zu Mittag stärken Barbara, Bibo und wir uns mit frischen Nudeln, die im Lokal hinter dem Tresen vorbereitet werden. Die Bestellung an sich war unkompliziert, die zusätzliche Herausforderung bestand darin, dass wir uns auch noch entscheiden mussten, ob die Nudeln breit oder rund sein sollten; auf die Auswahl des Durchmessers (1, 2 oder 5 mm) haben wir dann verzichtet.
So gestärkt, hätten wir wohl ohne weiteres für einen Ausblick auf Kyōto den Berg Inari-yama am Fushimi Inari - Schrein bezwingen können, haben uns dann dagegen entschieden und stattdessen am Hauptbahnhof auf dem "Skywalk" Kyōto von oben bestaunt. Eine wunderbare Aussicht auf die imposante Architektur des Gebäudes, die Stadt und die sie umgebenden Berge in der Nachmittagssonne.
Bei der Rückkehr zum Hotel gab es allgemeine Zustimmung, dass heute die Zielmarke von 10.000 Schritten mehr als erreicht worden ist.
Zielsetzung für den Abend: Füße hoch legen, denn für morgen steht Kyōto - Ausflug 2 auf dem Plan.
Gisela und Jürgen
Der große Bluff. Heute wieder um 07.50 Uhr Treffen vor dem Hotel neben dem Eingang. Bärbel ist wieder mit dabei, dafür haben sich Sabine und Reiner ausgeklinkt. Zunächst geht es wie gestern auch über Umeda bis Karasuma, dann aber mit der Metro nach Imadegawa. Beim Warten auf den Bus zum Ginkakuji-michi Tempel erwischt es Lotha, sodass er diesmal aus dem heutigen Programm aussteigt. Bärbel begleitet ihn natürlich. So geschrumpft geht es zum Tempel, und hier beginnt der große Bluff. Es ist ja ein Zen-Tempel, der als “Silber-Pavillon” bekannt ist. Aber von Silber keine Spur. Er bekommt nur einen silbernen Glanz, wenn der Mondschein auf den in seiner Nachbarschaft aufgeschichteten, circa zwei Meter hohen Sandkegel fällt und das Licht dadurch zum Pavillon gelenkt wird. Der Sandkegel ist Teil eines großen Zen-Gartens, der sauber geharkt den Genauigkeitsfanatikern sicher Freudentränen in die Augen schießen lässt.
Auch der übrige Garten verlangt Bewunderung: fein abgestimmte Bepflanzung wie man das von einem japanischen Garten gewohnt ist, ein Berg im Landschaftsbild, dicht bemooste dunkelgrüne Flächen. Und auch hier neben den Kamelien und Azaleen die Kirschblüten.
Diese sollten uns auch auf dem etwa zwei Kilometer langen Philosophenweg begleiten, ein von Kirschbäumen gesäumten Kanal im Stadtteil Sakyo-ku. Der Weg ist benannt nach dem japanischen Philosophen Nishida Kitaro, der sich hier in seinen Meditationen erging. An einigen Stellen brachten Künstler ihre Musik zum Klingen, was mit den mittlerweile doch in großer Anzahl herabfallenden Kirschbaumblütenblättern kontrastierte und die Wasseroberfläche im Kanal teilweise weiss färbte. Sogar ein Segen wurde zwei Mitreisenden aus unserer Reisegruppe zuteil, als sie, tief in ein philosophisches Gespräch versunken, den Pfad beschritten.
Nach der Mittagspause in der Innenstadt stand der Nachmittag zur eigenen Gestaltung zur Verfügung. Die Gruppe 2 nutzte dies zu einem Bummel durch die Altstadt von Kyoto, nicht ohne auch hier die japanische Tourismuswirtschaft beachtlich anzukurbeln und war gegen 18.00 Uhr wieder zu Hause im Toyoko Inn.
Anne und Wolfgang
Ausflug auf den Mt. Rokko
Die Reiseleitung möchte nach den beiden Kyoto-Tagen keine Menschen mehr sehen, also wird die Erholung im Berg-Ausflug gesucht.
Mit der auberginenfarbenen Hankyu-Line von Juso aus geht es gemütlich außerhalb der Rush Hour eine halbe Stunde Richtung Kobe bis Rokko. Der Stadtbus bringt die wetterbedingt wenigen Bergwilligen zur Standseilbahnstation. Es hat zum Vortag schlagartig abgekühlt und ist nun nicht mehr T-Shirt-Wetter, sondern arg zapfig und windig.
Die in die Jahre gekommene Standseilbahn wird gerade aufwändig neu gebaut, aber viele behandschuhte "leitende" Angestellte bugsieren das kleine Besucherhäufchen in einen Shuttle-Bus auf den Berg. Oben angekommen ist es mir zu eisig zum Rumspazieren und ich setze mich einfach in den nächsten Bus, der die Bergsehenswürdigkeiten abfährt.
Sowohl rauf als auch runter sind die städtischen/bergischen Buslinien und der Seilbahn-Ersatzbus aufeinander abgestimmt und warten aufeinander, top!
Mein Ziel ist das Rokko Morinone "Waldgeräusche" Museum. Es hat eine schöne Gartenanlage mit (Klang-)Kunstwerken und ein Fachwerkhaus voll antiken Musik-Spielautomaten, die zb mit Lochscheiben und Walzen gesteuert werden.
Einmal pro Stunde gibt es eine Vorführung von wechselnden Ausstellungsstücken, die wohl größtenteils noch funktionieren. Ich bin beseelt von soviel Spezialinteressen-Sammlungswillen und wärme mich mit Zwiebelcurry und Amaretto-Café auf, bevor ich im Workshop Teil meine eigene kleine Spieluhr zusammenbauen kann mit Musik aus dem Film "Kikis kleiner Lieferservice". Nicht viel zu tun, denke ich, zwei Schrauben rein, fertig. Doch es stellt sich als fummeliger heraus als gedacht und mir muss assistiert werden.
Den Weg zum Seilbahn-Ersatz-Shuttle laufe ich durch den Wald zurück und verfranse mich trotz teils antiker Beschilderung in verwilderten Gärten. Noch etwas Aussicht über den Hafen von Kobe und ab in den Shuttle-Bus, ich bin die einzige. Doch halt - ich werde aufgehalten und soll trotzdem erst ordentlich in die eingebandete Anstellschlange, bis es losgeht, nagut.
Für mich war's ein perfekter kleiner Ausflug, ich komme gerne wieder, wenn der Berg grüner ist und die Seilbahn fertig!
Mirjam
Teilnehmer-Reisebericht vom freien Tag:
Heute hatten wir "frei". So machten wir uns nach dem Frühstück "auf die Socken", um Osaka zu erkunden und Mirjams Ausflugsvorschläge "abzuarbeiten". Zunächst steuerten wir bei bedecktem Himmel und windigem Wetter die Osaka-Burg an. Auf dem Weg dorthin befanden wir uns in einem wahren Kirschblütenblätter-Gestöber entlang der Festungsanlage. Trotz zahlreicher Besucher waren wir schnell im Innern, stiegen die zahlreichen Treppen hinauf (es gibt allerdings auch einen Aufzug) und konnten von oben den Ausblick genießen. Heute beherbergt der Burgturm ein Museum, das Besuchern die Geschichte der Burganlage sowie die Epoche der Samurai näherbringt.
Danach ging es weiter zum modernen Umeda Sky Building. Wir fuhren mit dem Aufzug bis zum 35. Stockwerk und von dort ging es mit der schwebenden Rolltreppe zwischen den Türmen zum 39. Stock. Wer möchte, kann für 2000 Yen weiter auf die Plattform mit 360 Grad Rundumblick gelangen.
Wir stärkten uns mittags mit Udon-Nudeln und Tempura in einem kleinen Restaurant, bevor wir mit der JR Osaka Loop Line zum Shinsekei-Viertel fuhren (wir fühlten uns ein wenig wie auf einem Rummelplatz).
Anschließend noch zum 300m hohen Abeno Haruka Hochhaus, in dem sich ein Kaufhaus über 14 Etagen befindet. Mit unserem ortskundigen Guide "Google Maps" traten wir den Rückweg an. 20.000 Schritte später erreichten wir unser Toyoko Inn Hotel.
Schnell noch den Rucksack für die nächsten zwei Tage gepackt, denn morgen reisen wir weiter nach Ueda und die Koffer werden vorausgeschickt (welch ein Luxus nur mit kleinem Gepäck unterwegs zu sein).
Sabine und Reiner
Kirschblüten zögern noch am kühlen Berg,
Heizung summt über Tatami,
Kumiko-san schlägt lachend den Rücken,
richtet meinen Yukata.
Und ein Teilnehmer-Bericht:
Heute ging es zuerst mit der Hankyu-Linie nach Osaka-Umeda, dort stiegen wir in den Expresszug "Thunderbird 11" nach Tsuruga.
Ab dort ging es dann mit dem Shinkansen "Hakutaka 562" weiter nach Nagano, dort dann ein "fliegender" Wechsel in den "Asama 618" nach Ueda.
Vom Bahnhof aus ging es dann mit dem Minibus ins Hotel. Den Rest des Tages war Entspannung angesagt: Relaxen im Onsen, ein fürstliches Abendessen und Karaoke.
Johannes
Von herrlicher Ruhe, Vogelgezwitscher und der Sonne geweckt, werden wir bei unserem gemeinsamen Frühstück mit gebuttertem Toast, Marmelade, Kaffee, Spiegeleiern und Bacon überrascht. Das hätte ich doch in so einem sehr traditionellen japanischen Onsenhotel am wenigsten erwartet. Auf Nachfrage, erzählt Mirjam, dass das sehr freundlich extra nur für uns "Koyamer" so zubereitet wird. Unsere Gruppe ist alleine im Hotel und hier ist es das erste mal möglich, die Mahlzeiten als ganze Gruppe gemeinschaftlich einzunehmen, was auch sehr schön und verbindend ist.
So gestärkt bricht ein Großteil zu einer kleinen vomittäglichen Wanderung auf und alle sind entspannt und schon vertraut miteinander. Beim Erzählen fällt die Anstrengung des kleinen Bergsaufstiegs. nicht so ins Gewicht und auf unserem Weg grüßt uns eine freudliche alte Japanerin, die in ihrem Gärtchen arbeitet, auch wenn die Verständigung sich als etwas schwierig erweist.
Hier in den Bergen blühen die Kirschbäume gerade erst auf und wir entdecken erstaunt Bäume mit Zweige an denen weiße und rosafarbene Blüten gleichzeitig (auf)blühen...
Zu Mittag gibt es einen Busshuttle zum nächstgrößeren Supermarkt für die Zwischenversorgung und danach ist Freizeit.
Sabine, Reiner, Giesela, Jürgen und ich machen uns auf, um den Dorfonsen zu erkunden. Der ist klein und freundlich und Sabine, die als erstes ins heiße Becken steigt, wird gleich von einer Japanerin auf deutsch angesprochen und gefragt, ob wir aus Deutschland kämen. Sie erzählt uns, dass ihr Sohn seit zwei Jahren in Düsseldorf lebt und sie ihn dort schon besucht und ihr die Schifffahrt auf dem Rhein besonders gefallen hat.
Der Abend wird gekrönt vom zweiten japanischen Festmahl in Folge, unzählige Gänge und unfassbares Finedining auf allerschönste Weise von den freundlichen Köchinnen angerichtet und serviert. Der heiße Sake mundet köstlich und mit einer weiteren Karaokerunde endet der Abend doch sehr heiter.
Michaela
Abschied vom geruhsamen Ueda. Gegen Mittag sind wir schon wieder in dem Hotel, von wo aus unsere Rundreise begann.
Den Nachmittag gestaltet jeder nach eigenen Plänen. Mein Ziel war der Park Ueno-koen mit seinen vielen Museen. Die Wahl fiel auf das Nationalmuseum Tokyo, die älteste derartige Einrichtung in Japan. Im Honkan, einem der Gebäude, gibt es wunderschöne Exponate japanischer Kunst (Gemälde, Lackkunst, Textilien, Waffen .. ) zu sehen. Gelohnt hat sich auch ein Blick in den Museumsshop. Und nicht nur ein Blick. Es gibt schöne, qualitativ hochwertige Waren, die ich woanders nicht gesehen habe, zu erwerben.
Ein kräftiger und zudem nicht endenwollender Regenschauer begleitete mich auf dem Weg zurück ins Hotel.
Karin
